Datensätze

Seite: 1

Eintrag 1299
Schlagworte Winter, sehr kalter; Schnee, tiefer
Ortsangaben Reinhardswald
Zeitangabe 1570 - 1571
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext "sehr kalter Winter, tiefer Schnee"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.09.2005
Beleg Klaus Olischläger: Zeittafel Reinhardswald, in: Reinhardswald – Eine Kulturgeschichte, hrsg. von Hermann-Josef Rapp, Kassel 2002, S. 236-239, hier S. 237.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1338
Schlagworte Winter, kalter; Schnee, tiefer; Frostopfer
Ortsangaben Kirchlotheim
Zeitangabe 1571
Quellenzeitangabe
Originaltext „Anno 1571 ist ein ungemein kalter Winter gewesen und ein unerhörter tiefer Schnee gefallen, und viel Menschen erfroren“.
Bemerkungen Kirchenbuch Kirchlotheim
Bearbeitungsstand   15.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 6.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1346
Schlagworte Schnee, tiefer; Hochwasser; Futtermangel
Ortsangaben Kirchlotheim
Zeitangabe 1720 - 4.1720
Quellenzeitangabe
Originaltext „Anno 1720 hoher Schnee und hohes Wasser. Schnee bis in den Aprilis (Karwoche), so daß das Vieh großen Mangel litt“
Bemerkungen Kirchenbuch Kirchlotheim
Bearbeitungsstand   15.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 7.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1354
Schlagworte Winter, harter; Schnee, tiefer; Kältetote
Ortsangaben Kirchlotheim
Zeitangabe 1726 - 21.4.1726
Quellenzeitangabe
Originaltext „war ein halbmannshoher Schnee gefallen und viele Arme und Reisende darin umbs Leben kommen. Der kalte und harte Winter hat angehalten bis Ostern.“
Bemerkungen Kirchenbuch Kirchlotheim
Bearbeitungsstand   15.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 7.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1375
Schlagworte Schnee, tiefer
Ortsangaben Buchenberg
Zeitangabe 6.1.1886 - 20.3.1886
Quellenzeitangabe
Originaltext „Vom 6. Januar bis zum 20. März lag ein sehr tiefer Schnee. Kein Ortsbewohner erinnerte sich, solchen tiefen und langandauernden Schneee bemerkt zu haben“
Bemerkungen Schulchronik Buchenberg
Bearbeitungsstand   28.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 10.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1428
Schlagworte Winter, kalter; Schnee, tiefer; Kältetote
Ortsangaben Langen
Zeitangabe 1755
Quellenzeitangabe
Originaltext "Im Jahr 1755 ist ein solcher kalter Winter gewesen und ein solcher tiefer Schnee gefallen, dergleichen sich die ältesten Leuthe nicht haben erinnern können. Auf einen Tag ist der Schnee so dick und häufig gefallen, daß sich die Menschen am hellen Tage von denen bekanntesten Straßen verirret, und endlich im tiefen Schnee erfroren sind. Wie man dann hin und wieder, nach dem der Schnee geschmoltzen, todte Leuthe gefunden hat. Dergleichen auch hier in dem Mitteldicker Forst einer ist gefunden worden, welcher am hellen Tage von der Hauptstraße ab und in den Wald gekommen, darinnen er auch endlich nach dem er lang herumgeirrt, sein Leben verlohren hat."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   17.10.2005
Beleg Kirchenbuch Langen
Bearbeiter Gabriele Klein
   
Eintrag 1959
Schlagworte Kälte, starke; Schnee, tiefer
Ortsangaben Eisenhausen
Zeitangabe 22.2.1572
Quellenzeitangabe
Originaltext "… durch eine geschwinde unstigliche kelte und tiefen schne zu Eisenhausen kommen."
Bemerkungen Tagebucheintragung des Bilsteiner Drosten Caspar von Fürstenberg (1545-1618)
Bearbeitungsstand   15.04.2007
Beleg Alfred Bruns: Die Tagebücher Kaspars von Fürstenberg. Teil 1: 1572-1599, Teil 2: 1600-1610, Münster 1985.
Bearbeiter Dr. Tobias A. Kemper
   
Eintrag 2003
Schlagworte Schnee, tiefer
Ortsangaben Bilstein
Zeitangabe 22.2.1595
Quellenzeitangabe
Originaltext "Ich hab kaum durch den tiefen schnee durchbrechen konnen."
Bemerkungen Tagebucheintragung des Bilsteiner Drosten Caspar von Fürstenberg (1545-1618)
Bearbeitungsstand   15.04.2007
Beleg Alfred Bruns: Die Tagebücher Kaspars von Fürstenberg. Teil 1: 1572-1599, Teil 2: 1600-1610, Münster 1985.
Bearbeiter Dr. Tobias A. Kemper
   
Eintrag 2021
Schlagworte Frost; Schnee, tiefer
Ortsangaben Neumarkt
Zeitangabe 11.3.1598
Quellenzeitangabe
Originaltext "Uf frost und im tiefen schnee zihe ich bis gen Neumarck."
Bemerkungen Tagebucheintragung des Bilsteiner Drosten Caspar von Fürstenberg (1545-1618)
Bearbeitungsstand   16.04.2007
Beleg Alfred Bruns: Die Tagebücher Kaspars von Fürstenberg. Teil 1: 1572-1599, Teil 2: 1600-1610, Münster 1985.
Bearbeiter Dr. Tobias A. Kemper
   
Eintrag 2057
Schlagworte Schnee, tiefer
Ortsangaben Grafschaft
Zeitangabe 7.2.1601
Quellenzeitangabe
Originaltext "In großem elendem tiefen schnee brechen wir durch bis gen Grafschaft, kommen in die nacht dohin und sein wilkumb."
Bemerkungen Tagebucheintragung des Bilsteiner Drosten Caspar von Fürstenberg (1545-1618)
Bearbeitungsstand   15.04.2007
Beleg Alfred Bruns: Die Tagebücher Kaspars von Fürstenberg. Teil 1: 1572-1599, Teil 2: 1600-1610, Münster 1985.
Bearbeiter Dr. Tobias A. Kemper
   
Eintrag 2536
Schlagworte Winter, harter; Schnee, tiefer
Ortsangaben Kassel; Wilhelmsthal; Heckershausen; Weimar
Zeitangabe 12.1658 - 14.3.1659
Quellenzeitangabe Winterszeit
Originaltext Am 14. März 1659 berichtete der Kasseler Oberschultheiß, dass sich die Kasseler Bierbrauer über die Wirte zu Heckershausen und Weimar beschwert hätten, dass sie "diesen Winter kein Bier alhir sondern anders wo gelanget, undt also dem Fürstl. Canzlei rescript vom 2. Augustis 1656
zur wieder gelebte werde, somit Sie darauf zur Erde gesehen, undt nicht abredig worden, daß Sie daß Bier nicht idesmals alhir langen können, sonders hatt Sie die bekannte harte Winterzeit undt tiefer Schnee oftmals nicht allein davon abgehalten ...". Da es "von undenklichen jahren also herbracht" sei und um "Costen vom Geschir uff so lange Wege" zu sparen, hatten sie ihr Bier auf dem fürstlichen Hof Amalienthal (das spätere Wilhelmsthal) geholt.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   21.10.2008
Beleg HStAM, Best. 17f, Nr. 1874.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2604
Schlagworte Schnee, tiefer; Kälte, starke; Schneedecke, hohe
Ortsangaben Veckerhagen
Zeitangabe 12.1860 - 1.1861
Quellenzeitangabe
Originaltext "Im Dezember [1860] und im Januar [1861] hatten wir fürchterlich tiefen Schnee und auch starke Kälte, so daß keiner imstande war, draußen etwas zu machen. Auf den Straßen war der Schnee so hoch aufgeschüppt, daß die Zäune kaum zu sehen waren."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.01.2009
Beleg Willy Gerth: Wetter und Ernten vor etwa 100 Jahren in Veckerhagen, in: Veckerhagen - zwischen Weser und Reinhardswald. Die Geschichte eines Oberweserdorfes, Veckerhagen 1965, S. 178-185, hier S. 178.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2851
Schlagworte strenger Frost; Schnee, tiefer
Ortsangaben Sechshelden
Zeitangabe 30.12.1783 - 31.12.1783
Quellenzeitangabe
Originaltext „1783 den 30te und den 31ten December war Eine grosse Kälte. Welche 8 bis 9 grad soll höher gestiegen sein wie im Kalten winder 1709 und fiel darauf Ein sehr dieffer Schne.“
Bemerkungen Bericht des Sechsheldener Chronisten Johann Peter Haas.
Bearbeitungsstand   27.08.2009
Beleg Walter Klein: Hochwasserfluten im 18. Jahrhundert. Heimatjahrbuch für das Land an der Dill im Lahn-Dill-Kreis 40, 1997 (1996) S. 290.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3660
Schlagworte Schnee, tiefer; Eis
Ortsangaben Hohe Rhön; Hausen; Frankenheim
Zeitangabe 12.1789
Quellenzeitangabe
Originaltext „Fürst Franz Ludwig ließ aus dieser Ursache, um dergleichen Unglücksfälle [das Menschen sich im hohen Schnee und bei Nebel verirrten und erfroren; F.R.] zu verhindern, an den zu gehenden Fußwegen alle dreißig Schritte hohe Pflöcke setzen, die den Wanderer zurechtweisen sollen; und es gibt wirklich seit jener Zeit nicht mehr so viele Beispiele von erfrorenen Menschen, weswegen es zu bedauern ist, daß man für die Unterhaltung dieser Pflöcke so wenig Sorge trägt. Allein es fehlt doch – auch bei aller kluger Vorsorge nicht an solchen traurigen Ereignissen, indem nur zu oft ein dichter Nebel die Stöcke verbirgt und der Wind alle Bahnen verweht, daß der Wanderer aus der Fassung kommt und sich seinem Untergange naht.
Ich übertreibe hier die Schilderung nicht, denn ich schreibe aus eigener Erfahrung. Schon um halb drei Uhr des Nachmittags, wo es noch ziemlich hell war, kam ich auf die Hohe Rhön, und ich hatte nur eine Viertelmeile auf das nächstgelegene Frankenheim. Es war eben in der Mitte des Dezembers 1789, als ich diese Reise unternehmen mußte. Ich hatte zur Gesellschaft einen Chirurgen aus Neustadt an der Saale, einen Wegweiser, den ich aus Hausen mitnahm, meinen Kutscher mit zwei Pferden an einem leichten Schwimmer und meinem kleinen Hund. Der Weg von Hausen bis zur Höhe war außerordentlich schlimm. Ich ging zu Fuß, da ich den Wagen von allem, so viel möglich, zu erleichtern suchte, mit einem starken Stab, meinem nachher gewöhnlichen Rhönpferd, an dem ein großes spitzes Eisen befestigt war und der mir nachher sehr gute Dienste tat, indem er mich gegen das Abgleiten und Rückwärtsfallen schützte. Oft sank ich bis an den halben Leib in den Schnee, wovon man am Fuß des Berges nur wenige Spuren fand, und oft gleitete ich, ungeachtet meines Wanderstabes, auf den Knien eine ganze Strecke über Eis zurück. Den Pferden ging es noch weit schlimmer. Mehr als zehnmal mussten wir den Wagen aus dem tiefen Schnee heben, und oft waren die Pferde nicht im Stande, ihn auf dem glatten Eis zu halten. Alles strengte seine äußersten Kräfte an. Das Rad und die Waage zerbrachen; mit Stricken wurde alles wieder zusammengebunden, und ganz abgemattet kamen wir endlich bis zur Oberfläche. Nun waren wir alle getröstet. Wir hatten die Pflöcke vor den Augen und zweifelten nicht, uns nach einer Viertelstunde in Frankenheim zu befinden. Allein, wir betrogen uns sehr! Ein dichter, auf fünfzehn Schritte undurchsehbarer, stinkender Nebel lag auf der Oberfläche, ein heftiger Wind, der zu meinem Glück nicht schneidend und kalt war, wehte die von uns gemachte Bahn hinter uns wieder mit Schnee zu; wir verloren die Pflöcke aus unseren Augen, indem wir wegen des schlimmen Weges davon abweichen mussten, und wir kamen zu weit links auf das Schwarze Moor. Zwei Stunden kreuzten wir auf dieser großen Ebene, unbewusst, wo wir uns befanden und wo wir uns hinwenden sollten. Mein Wegweiser erblasste, als ich ihn zur Rede stellte, wo er mich hingeführt habe, und mit zitternder Stimme bekannte er, daß er selbst nicht mehr wüsste, wo wir uns befänden. Die Nacht war allbereits über uns gekommen, und mit ihr Furcht und Schrecken überfallen. Der Nordwind blies heftiger, die Kälte nahm zu; wir waren alle ringsum beduftet und gefroren, und wir sahen nichts als den Tod vor Augen. Der Chirurg weinte um seine Frau und Kinder, die er nun nicht mehr sehen sollte; mit ihm schluchzte mein Wegweiser aus gleicher Ursache. Aus dem Munde meines Kutschers strömte eine Litanei von Flüchen und Verwünschungen, und ich, in meinen Mantel gehüllt, machte Glossen über all die Begebenheiten, watete durch den Schnee mit Anstrengung meiner letzten Kräfte und rief aus vollem Halse nach Rettung. Alles schien vergeblich. Mir war gar nicht wohl bei der Sache, doch hatte ich meine Fassung nicht verloren. Da ich wußte und auch, nach dem Wind zu urteilen, annehmen konnte, daß wir zu weit links gekommen waren, wendeten wir uns nun rechts und fuhren eine lange Strecke, bis die Pferde, zu sehr abgemattet, den Wagen nicht weiter fortbringen konnten. Wir teilten uns, gingen nach verschiedenen Seiten und schrieen nochmals aus vollem Hals um Rettung. Allein, nirgends hörten wir den Laut von einem Sterblichen. Allenthalben herrschte Totenstille. Ganz entkräftet sank ich endlich auf den Schnee nieder, faltete meine Hände, dachte bald zu viel, bald gar nichts, und sah dem Tod entgegen. Ich weiß nicht, ob man in ein traurigeres Schicksal versetzt werden kann. Grausender wenigstens kann ich mir keine Szene im menschlichen Leben denken. Als ich so abgemattet und im Mantel eingehüllt saß und kein Schall mehr aus meinem Munde gehört wurde, lief der Chirurg, der in meiner Nähe stand, auf mich zu, riß mich von meinem Sitz auf und erweckte mich durch die frohe Nachricht, daß Menschenstimmen von fern sich nahten.
Plötzlich wallte mein Blut wieder durch die Adern, und neues Leben durchströmte meine Glieder. Wir hatten uns nicht getäuscht. Der Barmherzige hatte uns bemerkt in unserem Elend, und Engel des Himmels retteten uns vom nahen Tode. Die Einwohner Frankenheims hatten bei stiller Nacht unser klägliches Rufen gehört, und sie eilten uns zur Hilfe.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Heribert Kramm: Eine winterliche Reise über die Rhön vor 200 Jahren. Berichtet von Franz Anton Jäger, 1803, Kaplan in Simmershausen, in: buchenblätter 83 (2010), Nr. 26, 20.12.2010, S. 103–104.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3661
Schlagworte Winter, langer; Winter, kalter; Kälte, große; Schnee, tiefer; Vieh, erfrorenes; Menschen, erfrorene; Todesopfer
Ortsangaben Rhön; Stetten; Sondheim
Zeitangabe 1572 - 1573
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext „Im Winter von 1572 auf 1573 herrschte in der südöstlichen Rhön ein langer und ein außergewöhnlich kalter Winter, in dem zahlreiche Menschen und auch viel Vieh erfroren sind. Im Sondheimer Kirchenbuch jener Jahre lesen wir darüber: „Ist sehr ein graußamer kalter winder gewest, deßgleichen bey mensch gedencken nicht geschehn, mit großen langwierigen schneh und unseglicher keltt, in welchem sehr viel leutt hin und wider erfrorn gefunden.“ In der starken Kälte dieses Winters kamen z. B. drei Einwohnen aus Stetten um, die zum Nikolausmarkt nach Neustadt gehen wollten, und eine Frau aus Oberelsbach und wurden „von schnehe zugebett“. Dadurch wurden 16 Kinder zu Waisen. Die Erfrorenen mußte man in Sondheim in einem einzigen Grab beisetzen, da wegen des großen Frostes nur ein Grab ausgehoben werden konnte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Gottfried Rehm: Menschen in harten Rhön-Wintern, in: Buchenblätter 83 (2010), Nr. 26, 20.12.2010, S. 102.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3662
Schlagworte Winter, harter; Schneewehen; Schnee, tiefer; Frost; Menschen, erfrorene; Todesopfer
Ortsangaben Hohe Rhön; Frankenheim
Zeitangabe 1877 - 1878
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext Ein langer und harter Winter herrschte auch 1877/78 in der hohen Rhön, unter dem besonders die Einwohner des thüringischen Rhöndorfes Frankenheim zu leiden hatten. Darüber heißt es im Januar 1878 in der Hersfelder Zeitung: „Eines der ärmsten Orte im mittleren und vielleicht im ganzen Deutschland ist das das weimarische Dorf Frankenheim auf der hohen Rhön, dasselbe, in welchem vor wenigen Jahren zahlreiche Familien vom Hungertyphus hinweggerafft worden sind. Die hohe Lage in einem unwirtlichen Gebirge, der fast ¾ Jahre andauernde Winter und der kaum nutzbar zu machenden Boden bedingen eine Existenz, von dem man sich aber schwer einen Begriff zu machen imstande ist: Fleisch ist dort ein gänzlich unbekannter Artikel, so daß Kartoffeln fast das einzige Nahrungsmittel bilden. Der diesjährige Winter hat dort nun eine außerordentliche Notlage geschaffen, indem das ganze Dorf mit seinen Lehmhütten auf längere Zeit gänzlich von Schneewehen verschüttet worden ist, so daß ein Verkehr nur durch die Schornsteine, oder besser gesagt durch die Rauchlöcher möglich gemacht werden konnte. Mehrere Personen sind bereits erfroren. Trotzdem haben die an der Scholle klebenden Bewohner alles Anerbieten der weimarischen Regierung, sich auf Staatskosten anderwärts anzusiedeln, wiederholt abgelehnt.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Gottfried Rehm: Menschen in harten Rhön-Wintern, in: Buchenblätter 83 (2010), Nr. 26, 20.12.2010, S. 102.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4116
Schlagworte Schnee, tiefer; Frost; Todesopfer
Ortsangaben Veckerhagen; Hombressen
Zeitangabe 17.2.1784
Quellenzeitangabe
Originaltext „Der Chirurgus Anton Gerhard Remna zu Veckerhagen ist, nachdem er am 17ten Februar auf dem Rückwege von Hombressen den rechten Weg verfehlt gehabt, 14 Tage nachher auf dem Veckerhager Forst am sogenannten Staufenberge, wo er sich aller Vermuthung nach, von seiner Entkräftung bey tiefen Schnee etwas ausruhen wollen, unter einem Baume sitzend erfroren gefunden worden.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.08.2014
Beleg Casselische Policey- und Commercien-Zeitung vom 9. August 1784, S. 626.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4117
Schlagworte Schnee, tiefer; Frost; Todesopfer
Ortsangaben Raboldshausen; Oberaula
Zeitangabe 2.3.1784
Quellenzeitangabe
Originaltext „Der Einwohner Joh. Adam Knierim von Raboldshausen ist am 2ten März in der Nacht auf dem zwischen Oberaula und Raboldshausen liegenden hohen Walde, der Steinberg genannt, verirrt und im tiefen Schnee umgekommen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.08.2014
Beleg Casselische Policey- und Commercien-Zeitung vom 9. August 1784, S. 626.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4268
Schlagworte Kälte, strenge; Schnee, tiefer; Öbstbäume, Schäden an
Ortsangaben Schwickartshausen
Zeitangabe 1.1895 - 3.1895
Quellenzeitangabe
Originaltext „1895. Gegen Ende des Monats Januar eine strenge fast ununterbrochene Kälte bis Ende März, wodurch die Obstbäume manchen Schaden litten. Ein Glück war es, dass während dieser Zeit ein tiefer Schnee lag.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.01.2016
Beleg Kirchenbücher der Pfarrei Schwickartshausen, in: Schwickartshausen – unser Dorf im Laisbachtal, Schwickartshausen 2008.
Bearbeiter Rudolf Beck
   

Seite: 1