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Eintrag 1306
Schlagworte Schneedecke, geschlossene; Verkehrsbehinderungen; Schneeräumarbeiten
Ortsangaben Rotenburg
Zeitangabe 1829 - 1830
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext „Durch das anhaltende Schneien hatte es einen solchen Schnee geworfen, daß er weit über 2 Fuß hoch war. Wege, besonders die Landstraßen, waren nur mit besonderen Schwierigkeiten zu passieren, und zwar mit Fuhrwerk. Dieses veranlaßte die höheren Kollegien, eine Verfügung ergehen zu lassen, daß auf den Heerstraßen der Schnee weggeräumt werden müßte, was denn auch hier auf der Nürnberger Straße, soweit das Territorium der Stadt geht, auf Kosten der Stadt geschehen mußte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.09.2005
Beleg Chronik der Stadt Rotenburg an der Fulda von 1700 bis 1972, bearbeitet von Hans-Günter Kittelmann, Kassel 1998 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde; Bd. 30), S. 52.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1906
Schlagworte Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Frankfurt; Marburg; Kassel
Zeitangabe 1774
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext "Da der Boden noch ganz mit Schnee bedeckt ist, und die Straßen schlecht, und die Poststationen lang sind, so mußten wir jede Chaise mit sechs Pferden bespannen lassen, die dem allen ohnerachtet in einigen Gegenden nicht geschwinder fahren, als ein paar Leichenwagen."
Bemerkungen Reisebericht des Schotten John Moore (1729-1802), Brief 52.
Bearbeitungsstand   12.12.2017
Beleg Abriß des gesellschaftlichen Lebens und der Sitten in Frankreich, der Schweiz und Deutschland. In Briefen entworfen von D. Moores, Bd. 1, Leipzig 1779, S. 259.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2313
Schlagworte Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Besse
Zeitangabe 24.12.1783 - 4.4.1784
Quellenzeitangabe
Originaltext "Ao 1784 ist ein Winter gewesen, daß auf Christag 1783 Schnee gefallen ist und auch liegen blieben, daß noch von dem ersten Schnee gelegen hat den 4. April und so harte gefroren, daß es Wagen getragen. Ist die Wahrheit."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   31.07.2007
Beleg Haarberg, Rudolf: Das Handbuch von Besse. Ein bäuerliches Merkbuch aus dem 18. Jahrhundert, in: ZHG 85 (1975), S. 135-167, hier S. 148.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2352
Schlagworte Schneedecke, geschlossene; Frost; Vögel, erfrorene
Ortsangaben Holzhausen
Zeitangabe 9.4.1837 - 19.4.1837
Quellenzeitangabe
Originaltext "„Am 9. April 1837 fiel hier ein Schnee von 3 Fuß Höhe. Die Sockelmauer am Pferde¬stall dem Pfarrhaus gegenüber war davon verdeckt. Dieser Schnee lag bis zum 19. April, weil an Tauwetter bis dahin nicht zu denken war, bei einer Kälte von 3 - 5 Grad Reaumur. Viele Vögel, welche größtenteils angekommen waren, kamen um, und nach wieder eingetretener wärmerer Witterung hörte man nur noch einige der munteren Sänger, welche vor dem Schnee ... ihre Frühlingslieder angestimmt hatten. Am westlichen Giebel des Pfarrhauses hatten sich Lerchen ... tiefe Höhlen gegraben. Ich ließ sie einfangen und nebst einer großen Anzahl anderer Arten auf der Stube füttern, bis ich sie wohlbehalten wieder in Freiheit setzen konnte."
Bemerkungen Eintragungen des Pfarrers Wilhelm Dornseiff
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Gudrun Brose: 750 Jahre Holzhausen am Hünstein. Ein Dorfbuch, Holzhausen am Hünstein, 2., überarb. u. erw. Ausg.. 2004, S. 42.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2357
Schlagworte Schneefall; Neuschnee; Schneedecke, geschlossene; Frost
Ortsangaben Holzhausen
Zeitangabe 17.4.1847 - 21.4.1847
Quellenzeitangabe
Originaltext "In der Nacht vom 17. auf 18. April 1847 fiel gar noch ein Schnee von mehr als 1 Fuß Tiefe und lag von Sonntag bis Mittwoch. Am 20. April morgens um 6 Uhr herrschten 2 Grad Kälte. Was diese Zeit des Mangels uns bringen wird, müßen wir mit banger Besorgniß von der Zukunft erwarten. Was der Mangel von 1842/43 hinterlassen hat, dürfte sich noch steigern, wenn es nicht zum Aufruhr kommt, nämlich: Demoralisation der ärmeren Volksklasse. Damals haben Viele den Bettelsack ergriffen und nicht wieder niedergelegt, weil er ihnen leichter ward, als [die] in Fleiß und Thätigkeit [sie] ernährende Hacke und Spaten. 'Graben mag ich nicht', das gilt noch von vielen Rüstigen. Des Bettelns sich schämen, haben sie verlernt. "
Bemerkungen Eintragungen des Pfarrers Wilhelm Dornseiff
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Gudrun Brose: 750 Jahre Holzhausen am Hünstein. Ein Dorfbuch, Holzhausen am Hünstein, 2., überarb. u. erw. Ausg.. 2004, S. 43.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2360
Schlagworte Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Bottenhorn; Dernbach
Zeitangabe 19.12.1854
Quellenzeitangabe
Originaltext "„Helena Nispel von Dernbach, geb. Bilsing von Bottenhorn, starb wahrscheinlich den 19. Dezember 1854. Sie ward am 21. December an den Wäldgen bei Dernbach(,) nach Bottenhorn zu links, tod gefunden. Es lag tiefer Schnee".
Bemerkungen Kirchenchronik Bottenhorn
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Karl Heinrich Staus und Hannelore Kautzsch: Bottenhorn 1253-2003. Das Dorf auf dem Dach des Hinterlandes, hrsg. vom Verein zur Förderung gemeinnütziger Aufgaben Bottenhorn e.V., Bottenhorn 2003, S. 67.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2363
Schlagworte Schneedecke, geschlossene; Frost; Todesopfer
Ortsangaben Bottenhorn
Zeitangabe 2.1730
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 23. März 1730 ein Sohn privignus Johannis Buchbinder von Nantzenbach außm Dillenburgischen, war von Marburg mit Bücher kommen und bey Bottenhorn im Schnee stecken blieben und erfrohren, wurde nach 6 Wochen erst gefunden, besichtigt und daselbst begraben".
Bemerkungen Kirchenchronik Bottenhorn
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Karl Heinrich Staus und Hannelore Kautzsch: Bottenhorn 1253-2003. Das Dorf auf dem Dach des Hinterlandes, hrsg. vom Verein zur Förderung gemeinnütziger Aufgaben Bottenhorn e.V., Bottenhorn 2003, S. 68.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2551
Schlagworte Winter, strenger; Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Hessen
Zeitangabe 2.1440
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Februar 1440 lag ein so tiefer Schnee in Hessen, daß man einem Boten für die Meile 3 Schilling zahlen mußte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.12.2008
Beleg Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstentums Hessen, 1842, zitiert in: 650 Jahr Friedlos, Geschichte und Geschichten eines hessischen Dorfes an der Fulda, Ludwigsau, 2001/2002, S. 48.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2587
Schlagworte Neuschnee; Schneedecke, geschlossene; Frost, harter
Ortsangaben Veckerhagen
Zeitangabe 16.4.1852 - 4.1852
Quellenzeitangabe
Originaltext "Hiernach [16. April 1852] gab es eine Schneedecke und fror noch einige Tage hart."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.01.2009
Beleg Willy Gerth: Wetter und Ernten vor etwa 100 Jahren in Veckerhagen, in: Veckerhagen - zwischen Weser und Reinhardswald. Die Geschichte eines Oberweserdorfes, Veckerhagen 1965, S. 178-185, hier S. 178.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2588
Schlagworte Neuschnee; Schneedecke, geschlossene; Frost; Eis
Ortsangaben Veckerhagen
Zeitangabe 13.11.1854
Quellenzeitangabe
Originaltext "Am 13. Nov. [1854] gab es eine Schneedecke und an den Fenstern dickes Eis."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.01.2009
Beleg Willy Gerth: Wetter und Ernten vor etwa 100 Jahren in Veckerhagen, in: Veckerhagen - zwischen Weser und Reinhardswald. Die Geschichte eines Oberweserdorfes, Veckerhagen 1965, S. 178-185, hier S. 178.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 3312
Schlagworte Neuschnee; Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 21.4.1884
Quellenzeitangabe
Originaltext „21. April [1884]: In der Stadtkirche gelangten am gestrigen „weißen“ Sonntag (er war tatsächlich weiß, denn wir hatten am Morgen einige Zoll hoch Schnee auf den Dächern) 65 Knaben und 72 Mädchen zur Konfirmation.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.11.2009
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 84.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3320
Schlagworte Witterung; Neuschnee; Schneedecke, geschlossene; Frost; Eis
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 18.11.1884 - 20.11.1884
Quellenzeitangabe
Originaltext „20. November [1884]: Seit vorgestern haben wir den ersten bleibenden Schnee. Heute steht der Thermometer auf 0 Grad; leichtes Eis. Im Oktober und auch in dem verstrichenen Teil des laufenden Monats hatten wir sehr schönes Herbstwetter, mitunter bis zu 12 Grad Wärme. Am 27. Oktober nachmittags ein Gewitter.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.11.2009
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 97.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3330
Schlagworte Winter, mäßig kalter; Winter, langer; Schneedecke, geschlossene; Witterung, wechselhafte
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 1.12.1887 - 1.4.1886
Quellenzeitangabe
Originaltext „1. April [1886]: Der nun zu Ende gegangene Winter war mäßig kalt, aber ungewöhnlich lang. Wir haben von Anfang Dezember bis Ende März Schnee gehabt! Die kältesten Tage brachte der März, wo der Thermometer bis zu 15 Grad zeigte. Dabei waren rasche Umschläge bis zu mehreren Wärmegraden nicht selten.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   30.11.2009
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 115.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3364
Schlagworte Schneedecke, geschlossene; Verkehrsbehinderungen; Schneehöhe 4–5 m; Schnellzug, im Schnee steckengebliebener; Witterung, milde
Ortsangaben Hersfeld; Bebra; Geisgrund
Zeitangabe 2.1889 - 20.2.1889
Quellenzeitangabe
Originaltext „20. Februar [1889]: Der Winter zeigt im Schneekleide sich erst seit Beginn des laufenden Monats. Im vorigen Monat fiel zwar auch einigemal ein leichter Schnee, der aber bei der herrschenden gelingen Temperatur alsbald wieder verschwand. Vorher hatten wir noch keinen Schnee gehabt. Jetzt liegt derselbe nun so hoch, dass Verkehrsstockungen aufgetreten sind, die auch aus zahlreichen anderen Provinzen und namentlich aus dem Süden gemeldet werden. Hinter Bebra blieb vor mehreren Tagen ein Schnellzug im Schnee stecken. Im Geisgrund soll er 4 bis 5 m hoch auf der Landstraße aufgetürmt liegen. Das Wetter ist mild.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   30.01.2010
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 161.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3383
Schlagworte Schneefall, starker; Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Schlüchtern
Zeitangabe 24.12.1896
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die fleißige Chronistin Gussi Volkmar hat mit ihren Erzählungen ihren Leserinnen und Lesern viele Einblicke besonders in das bürgerliche Leben Schlüchterns gewährt. …
„Es ist der 24. Dezember 1896. Dicke Schneeflocken wirbeln draußen vom Himmel herunter. … In diesem Jahr spielte noch ein besonderes Ereignis mit. Einer der beiden Christbäume, der mit Watte belegt war, fing plötzlich an zu brennen. Beim ersten Auflodern der Flammen griff mein Vater sofort fest zu. In Windeseile brachte er den brennenden Baum die Treppe hinunter zur Haustür hinaus und warf ihn auf den Schnee. So war dies gefährliche Zwischenspiel überwunden, und die Feier begann.“ (Aus: Gussi Volkmar: Bürgerliche Weihnachtsfeier im alten Schlüchtern, in: Bergwinkel-Bote 1974, S. 85ff.)
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Zitiert nach: Ilse Werder und Susanne Gries-Engel: Frauen in Schlüchtern. Damals – heute. Ein Buch zur 1000jährigen Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung der Bergwinkelstadt, hrsg. vom Archiv Frauenleben im Main-Kinzig-Kreis e.V., Gelnhausen, 1993, S. 49.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3483
Schlagworte Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Dipperz
Zeitangabe 5.1883
Quellenzeitangabe
Originaltext „In der Chronik wird sehr genau Buch geführt über Witterungsverhältnisse, Ernteerträge und ungewohnte Wetterverhältnisse. Daher wissen wir z.B., daß im Jahre 1883 im Mai tatsächlich Schnee lag.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Gerhard Reisinger: Der Lehrer und sein Dorf. Orts-, Kirchen- und Schulgeschichte aus der Chronik der Schule Dipperz, Hofbieber-Wiesen, nach 1984, S. 34.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4064
Schlagworte Frost; Schneedecke, geschlossene; Sturm; Nordluft, eisige
Ortsangaben Rhön; Arnsberg
Zeitangabe 25.3.1852
Quellenzeitangabe
Originaltext „Als es mich zur Zeit der schweren Not des Nachwinters von 1852 hinaus auf die Rhön getrieben hatte zu den armen Leuten, lag eine dunkle Wolke auf den Bergen, und wo der Sturm das Gewölk zuzeiten zerriss, schaute ich von meiner schnee- und eisbedeckten Warte auf beschneite Bergkuppen hinab und in winterstarre Talgründe, in denen die Hütten der Dörfer ausgestreut lagen, grau und formlos, gleich den Basaltblöcken ringsumher, dass das Auge die einen von den andern nicht zu unterscheiden vermochte. Ich stand auf dem Arnsberge, einem steilen Basaltkegel der Rhön, der mitten inne liegt zwischen zwei der ärmsten Striche des Gebirges, dem Dammersfeld und der Kreuzberggruppe, gleich einem Wartturme vor den Toren dieser Hofburg der Armut und des Elendes. Es war am 25. März dieses Jahres, am Tage Maria Verkündigung, und drunten im Maigrunde war heute ein lauer, sonniger Frühlingstag. Heitere Menschen werden ins Freie geströmt sein, um sich an dem ersten Gezwitscher der Vögel, an den ersten Veilchen und dem blauen Himmel zu erfreuen, und nur im Hintergrund erblickten sie einen dämmernden, wogenden Nebel, der das Gebirge verdüsterte. Das ist der große düstere Vorhang, der sich in jedem Frühjahr an warmen, klaren Märztagen vor der weitgedehnten Basaltkette der Rhön niedersenkt, und die wenigsten Talbewohner wissen, wieviel Eis und Schnee, Hunger und Kummer, Seufzer und Tränen dieser Vorhang jahraus, jahrein verbergen muss.
Hier trifft der Nordsturm den armen Kartoffelbauern dreifach, damit der rheinische Weinbauer die Rebe während des kältesten Winters frei am Pfahl kann stehen lassen …(sic!) und mit dem Winterbett einer Erdscholle zu decken braucht; hier werden im Sommer die übermächtigen Regenmassen zurückgehalten, damit sie den Wein auf den südlichen Rebenhängen nicht in Wasser verwandeln; es sind diese Bergketten zwei Drittel des Jahres mit dem Fluch eines hochnordischen Klimas beladen, damit uns der Rhein- und Maingrund ein Italien in Deutschland vordichten könne … (sic!) Frühling und Winter lagen hier so eng zusammen gedrückt, wie man es außerdem nur auf den Alpengebirgen des Südens finden wird. Vor drei Stunden noch hatte ich unten im Brendtale geglüht vor Sonnenhitze, dass ich kaum den Mantel ertragen konnte, während bei dem Dorf Oberweißenbrunn am Fuß des Arnsberges mein Bart bereits bereift und fest gefroren war, und hier oben auf dem Gipfel bei der eisigen Nordluft und dem fußtiefen Schnee eine plötzliche Ermattung mir trotz dem Mantel den sichern Tod des Erfrierens gebracht hätte. Der bayerische Topograph Walther erzählt von einem russischen Soldaten, der im Wonnemond erfroren ist auf diesen Bergen, die im Durchschnitt nicht viel höher liegen als die Stadt München.
Wie die Gegensätze des Klimas, so sind auch die Gegensätze von Arm und Reich auf der Rhön eng zusammengerückt, denn die Bevölkerung des ganzen Gebirges ist keineswegs arm. Die Armut tritt weniger überallhin verstreut auf, wie in den meisten mitteldeutschen Gegenden, als nach Berggruppen und Talzügen ziemlich bestimmt abgesondert. Diese historische, unausrottbare Armut haftet an einzelnen Strichen, an denen auch das nordische Klima haftet. Diese sind namentlich: das Dammersfeld, die Kreuzberggruppe und die Lange Rhön. Die Armut dieser ödesten Winkel unserer feuchten und kalten Basaltgebirge will mit ganz anderem Maßstabe gemessen sein als die andauernde oder vorübergehende Verarmung der glücklicheren Gegenden. Sie ist hier ein uraltes Erbstück des Volkes, der der Hunger ist nicht bloß heuer, sondern in jedem Frühjahr der treueste Hausfreund. Es geht diesen Leuten wie dem Wild, wie den Vögeln, die auch im Sommer fette, im Winter magere Zeiten haben. Und sie wissen’s nicht besser.
Sonst ist der Begriff der Armut schwer zu bestimmen; hier ganz leicht. Diese Naturkinder sind arm, weil sie mit ihrem Kartoffelvorrat bis zum Junius hätten reichen sollen, und haben nur bis zum Februar ausgereicht. Sie sind arm, nicht weil die Summe ihrer Bedürfnisse im Missverhältnis stünden zu der Summe ihrer Arbeitskraft, sondern nur zu der Summe des schlechten Wetters vom vorigen Jahr. Der Himmel hat ihren Hunger größer werden lassen als ihre Kartoffeln. Dies ist die einfachste und ursprünglichste Form der Armut.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.10.2013
Beleg Bert Horas: W. Heinrich Riehl durchwandert 1852 die Rhön und prägt den Begriff „Land der armen Leute“. Auszüge aus seiner Schrift „Vom deutschen Land und Volke“, in: Buchenblätter, Beilage der Fuldaer Zeitung für Heimatfreunde, 86/4 (2013), S. 13–15, hier S. 13–14.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4124
Schlagworte Neuschnee; Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Meißner
Zeitangabe 18.4.1847 - 19.4.1847
Quellenzeitangabe
Originaltext "18.–19. April 1847 = Fußhoher Schnee"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   28.10.2014
Beleg Manfred Lückert (2011). Der Meißner. Ein Leben mit dem Berg. Historisches zwischen Höllenthal, Werratal und Gelstertal. Bad Langensalza, Verlag Rockstuhl, S. 216
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4126
Schlagworte Neuschnee; Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Meißner
Zeitangabe 23.5.1867
Quellenzeitangabe
Originaltext "23. Mai 1867 = 1 Fuß hoher Schnee auf dem Meißner"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   28.10.2014
Beleg Manfred Lückert (2011). Der Meißner. Ein Leben mit dem Berg. Historisches zwischen Höllenthal, Werratal und Gelstertal. Bad Langensalza, Verlag Rockstuhl, S. 216
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4129
Schlagworte Neuschnee; Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Meißner
Zeitangabe 23.2.1898
Quellenzeitangabe
Originaltext "Meißner, 23.2.1898: Ein reger Verkehr herrscht hier seit einigen Tagen wieder und zwar sind es Schneeschipper. Der milde Winter hat den Brauereien nicht den gewünschten Eisvorrath zukommen lassen, weshalb dieselben gezwungen sind, ihre Keller mit Schnee anfüllen zu lassen. Unaufhörlich schwanken schwerbeladene Wagen nach Eschwege. So thut denn dieser alte, schöne Berg auch im Winter seine Schuldigkeit."
Bemerkungen Meldung im "Werra-Bote"
Bearbeitungsstand   28.10.2014
Beleg Manfred Lückert (2011). Der Meißner. Ein Leben mit dem Berg. Historisches zwischen Höllenthal, Werratal und Gelstertal. Bad Langensalza, Verlag Rockstuhl, S. 216
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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