Datensätze

Seite: 1

Eintrag 2924
Schlagworte Schneesturm
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 19.1.1839
Quellenzeitangabe
Originaltext Der 19. Januar 1839 in der Geschichte der Stadt Herbstein

Kommt man auf der Bundesstraße 275 von Lauterbach in die Nähe von Herbstein, so sieht man links der Straße gegenüber einem Bauernhof, der ehemaligen Ziegelei, vor dem sogenannten Eichholzwasser auf einer Wiese nahe einem Weg einen Gedenkstein stehen. Man entziffert:

Achtzehnhundert neun und dreißig ging Samuel Ruhl sehr früh und fleißig um Garn zu kaufen aus, kam aber nicht nach Haus.

Auf seinem Weg nach Hause, wo Sturm und Schnee sehr brauste,
muß’t er nach langem Streben dem Sturm sein Garn hingeben.
Er kämpft im Schneesturm weiter fort bis hier an seinen letzten Ort.
Hier kurz vor seiner Vaterstadt, wo Sturm und Schnee gewütet hat;
ermüth´ ermatt an allen Gliedern sank er hier zur Erde nieder
und haucht sein Geist hier aus. Ach Gott, das ist ein Graus“.

Auf der Rückseite liest man weiter:

Als zweiundzwanzig ein halb Jahr mußt sein Geist zum Schöpfer fahren.
Ach, ihr Menschen all, bedauert diesen Fall.
Vom Schneesturm hergetrieben, ist er hier totgeblieben.
Ihr Jüngling und Jungfrauen, tut diesen Stein beschauen.
Er mußt sein junges Leben an diesem Orte aufgeben.
Ach, möchten doch nun alle, die an den Stein hier wallen,
für seine armen Seelen ein kurz Gebet erwählen.
Mutter und Geschwister, gute Nacht, ich will sehen, was mein Jesus macht“.

Bei Aufräumarbeiten auf dem Speicher eines Hauses in der Lindenstraße im Jahre 1965 wurde zu diesem Tage und traurigen Falle folgende Aufzeichnung des Leinenwarenhändlers Heinrich Leinberger aus dem Jahre 1839 gefunden:

„Samstag den 19. Januar reiste Mades Greb nach Lauterbach, er war ein Schneider, sein Handwerk, war 63 ½ Jahr. Es erhob sich ein „Schnöstorm“ dergleichen noch nicht gewesen ist seit Menschengetechnis. Mates Greb und Bonaventur Schneider, beide kamen next an die Herbsteiner „krenz“. Der Schnöstorm machte den Mates Greb fertig, sie brachten ihn nach „riecksfeld“, er lebte noch eine Stunde und starb in riecksfeld 1839.
Samstag den 19. Januar 1839 reisten beite nach Hosenfelt Wilhelm Schneider und Samuel Ruhl um garn zu kaufen, des abends gegen 4 Uhr kamen beite next an die Herbsteiner grenz an der felsbach hat der schnöstorm beide an keiler berg (Zwei Flurnamen) getrieben. Da lag ihr garn. Wilhelm Schneider nicht weit davon, war 38 Jahre 6 Monate. Samuel Ruhl lag etwas weiter davon, war 22 ½ Jahr 1839.
Die letzten beiden waren Leinenweber. Der Schnöstorm hat mehr als 30-40 Menschen um das Leben gebracht“.

Nach diesen Aufzeichnungen eines Herbsteiner Zeitgenossen haben also am 19. Januar 1839 drei Bürger der Stadt den Schneetod gefunden, nachdem sie – sozusagen vor den Toren ihrer Vaterstadt – von einem Sturm überrascht worden waren. Nach diesem traurigen Ereignis wurde zwischen der Stadt Herbstein und der katholischen Kirchengemeinde vereinbart, daß von November bis März allabendlich mit der sogenannten 8 Uhr Glocke am 20 Uhr geläutet wurde (Schneeläuten), damit Verirrte, des Weges unkundige dem Schalle nachgehen könnten. Dieser Brauch bestand bis 1939, da er abgeschafft wurde. Übrigens ist die Stelle, wo Schneider und Ruhl 1839 die Orientierung verloren, nicht weit von dort entfernt, wo am 1. Dezember 1965 ein Triebwagen zwischen Herbstein und Rixfeld im Schnee stecken blieb bzw. aus dem Geleise sprang.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Hermann Narz: Beiträge zur Geschichte der Stadt Herbstein. Lauterbacher Sammlungen, Heft 45. Lauterbach 1966, S. 63f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2950
Schlagworte Schneesturm
Ortsangaben Hohensolms
Zeitangabe 8.2.1889
Quellenzeitangabe
Originaltext Am 8. Februar 1889 tobte ein Schneesturm. Der Hut des Pfarrers, der sich auf dem Heimweg von Altenstädten nach Hohensolms befand, wurde vom Wind erfaßt und bis zum Hollerberg mitgerissen. Zuhause angekommen, sah der Pfarrer, daß die Wände seines Hauses unter der Wucht des Orkans bebten. Am nächsten Tag setzte sich der Sturm fort. Es wird berichtet, daß der Schnee vor der Gastwirtschaft Sänger so hoch lag, daß ein großer Mann nicht mehr aufrecht darin habe stehen können. Postverbindung mit der Kreisstadt zu bekommen, war unmöglich.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Timo Zimmermann: Hohensolms. Tal, Stadt, Gemeinde und Ortsteil. Ein mittelhessisches Dorf im Wandel der Jahrhunderte. Hohensolms 2000, S. 195.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3054
Schlagworte Schneefall; Schneesturm; Kälte; Nässe
Ortsangaben Engelrod; Schotten
Zeitangabe 12.1886 - 5.1887
Quellenzeitangabe
Originaltext „Der strenge Winter 1887 begann ziemlich zeitig im Dezember des Vorjahres mit heftiger Kälte und einem solchen mächtigen Schneefall und heftigen Schneestürmen, wie es selbst in unserem rauhen Klima selten ist. Um die Weihnachtszeit war wochenlang weit und breit aller Verkehr aufgehoben.
Die Zeitungen haben zahlreiche Berichte von erschütternden Unglücksfällen gebracht, welche dieses Unwetter leider im Gefolge hatte. So kamen in Schotten allein in wenigen Tagen an dreißig Menschen, die unterwegs waren, ums Leben, teils vor Kälte, teils vor Erschöpfung, teils vom Schnee verschüttet. Der Winter regierte in dieser Strenge bis weit in den April. Ihm folgte ein schönes Frühjahr, ein kalter, nasser Mai, aber ein warmer, trockener Sommer. Infolge der großen Dürre war die Ernte nur eine geringe; die Kartoffeln alleine lieferten einen guten Ertrag.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.06.2009
Beleg Fotoclub Lauterbach (Hrsg.): Lautertal in alten Aufnahmen. Materialien zur Geschichte der Orte Dirlammen, Eichelhain, Eichenrod, Engelrod, Hörgenau, Hopfmannsfeld und Meiches. Lauterbach 1987, S. 46.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3186
Schlagworte Schneesturm
Ortsangaben Todenhausen
Zeitangabe 1.1897
Quellenzeitangabe
Originaltext ... brachte Ende Januar über 7 Tage hin Schneestürme, an solchen „Riesenschnee“ konnten sich die ältesten Einwohner nicht erinnern. Die Eisenbahn blieb stecken.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.06.2009
Beleg Karl Schäfer: Waldenserkolonie Todenhausen 1720-1970. Ein Überblick über die Geschichte von Colonie und Deutsch Todenhausen. Todenhausen 1970, S. 139.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3210
Schlagworte Schneesturm; Personenopfer; Gedenkstein; Schneeglocke
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 1839
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext „Bei Herbstein steht in den Wiesen gegenüber der Einfahrt zum Thermalbad der Samuel-Ruhlstein, ein Denkmal, das an den frühen Tod des erst 22-jährigen Samuel Ruhl erinnert, der in einem Schneesturm im Winter 1839 von Lauterbach kommend kurz vor seinem Heimatort zu Tode kam. Der tragische Unfalltod rührte die Bürger der kleinen Stadt so sehr, dass in den Jahren zwischen 1839 und 1923 in den Abendstunden die so genannte „Schneeglocke“ läutete, um den Verirrten den Weg nach Hause zu weisen.“
„Die Inschrift am Stein (der im Rahmen des Ausbaus der B 275 von seinem ursprünglichen Ort versetzt werden mußte) lautet: Achtzehnhundert neun und dreißig ging Samuel Ruhl sehr früh und froh um Garn zu kaufen aus, und kam nicht nach Haus. Auf seinem Weg nach Hause, wo Sturm und Schnee sehr brauste, musst er nach langem Streben dem Sturm sein Garn hingeben. Er kämpft im Schneesturm weiter fort bis hier an seinen letzten Ort. Hier kurz vor seiner Vaterstadt, wo Sturm und Schnee gewütet hat, ermüth ermatt an allen Gliedern sank er hier zur Erde nieder und haucht sein Geist hier aus. Ach Gott, das ist ein Graus.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Anton Ruhl: Der Ruhlstein bei Herbstein, in: Buchenblätter, Beilage der Fuldaer Zeitung für Heimatfreunde 82 (2009), Nr. 13, S. 52.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3479
Schlagworte Schneesturm; Todesopfer
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 19.1.1839
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 19. Januar 1839 kam Samuel Ruhl in einem heftigen Schneesturm, nur 12 Minuten von der Stadt entfernt, um. Die Inschrift des Gedenksteines nahe der Bundesstraße 275, auf dem Wege nach Lauterbach, lautet:

„Achtzehnhundert neun und dreißig ging Samuel Ruhl sehr früh und fleißig
um Garn zu kaufen aus, kam aber nicht nach Haus.
Auf seinem Weg nach Hause, wo Sturm und Schnee sehr brauste,
mußt’ er nach langem Streben dem Sturm sein Garn hingeben.
Er kämpft im Schneesturm weiter fort bis hier an seinen letzten Ort.
Hier kurz vor seiner Vaterstadt, wo Sturm und Schnee gewütet hat;
ermüth’ ermatt an allen Gliedern sank er hier zur Erde nieder
und haucht sein Geist hier aus. Ach Gott, das ist ein Graus.“

Auf der Rückseite lesen wir weiter:

„Alt zweiundzwanzig ein halb Jahr mußt sein Geist zum Schöpfer fahren.
Ach, ihr Menschen all, bedauert diesen Fall.
Vom Schneesturm hergetrieben, ist er hier totgeblieben.
Ihr Jüngling und Jungfrauen, tut diesen Stein beschauen.
Er mußt sein junges Leben an diesem Ort aufgeben.
Ach, möchten doch nun alle, die an den Stein hier wallen,
für seine armen Seelen ein kurz Gebet erwählen.
Mutter und Geschwister, gute Nacht, ich will sehen, was mein Jesus macht.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg H. Narz: Unglücksfälle und Freveltaten, in: Bald u. a.: 700 Jahre Stadtrecht Herbstein – Geschichte und Entwicklung einer Stadt, Lauterbach/Hessen 1962, S. 124–125.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3654
Schlagworte Schneesturm; Blitzschlag; Kugelblitz; Kirchturm, beschädigter
Ortsangaben Leeheim
Zeitangabe 2.1877
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Februar 1877, abends 6 Uhr, ereignete sich jener Blitzschlag in den Kirchturm, von dem hier noch erzählt wird. Ein Schneesturm bei verhältnismäßig mildem Wetter war aufgekommen, ein einziger Blitz – der Beschreibung nach ein Kugelblitz – wurde beobachtet. Der herbeigerufene Glöckner, begleitet von zwei jungen Männern, nahm im Glockenturm Schwefelgeruch wahr, und als die drei die Treppe hinaufeilten, entdeckten sie oben im Turm Feuer. Einige Eimer Wasser reichten aus, um die Gefahr vorläufig zu bannen. Auf das Sturmgeläute hin kam rasch Hilfe, so daß der kleine Brand endgültig gelöscht werden konnte. Der Schaden war nicht beträchtlich. Bei der anschließenden Kontrolle gewahrte man im Kirchenspeicher Rauch. Alles Nachforschen nach der Ursache blieb erfolglos. Auch am Turm trat wieder schwacher Rauch auf, der sich 5 Tage lang zeigte. Ein Brandherd war jedoch nicht zu entdecken. Den Grund fand man erst 1885 beim Anbringen eines neuen Verputzes: Einer der eingemauerten Balken war nach und nach verkohlt.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Adam Weiss und Rudolf Schwartz: Heimatbuch der Gemeinde Leeheim, Griesheim 1966, S. 129.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

Seite: 1