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Eintrag 2400
Schlagworte Frühjahr, anhaltend feuchte Witterung im; Sommer, anhaltend feuchte Witterung im; Ergotismus-Epidemie; Todesfälle
Ortsangaben Oberhessen; Marburg, Kreis; Frankenberg, Kreis
Zeitangabe 3.1855 - 3.1856
Quellenzeitangabe
Originaltext „Seit Ende des 18. Jahrhunderts ist eine merkliche Abnahme des Ergotismus convulsivus in Deutschland zu beobachten, was vor allem auf die Verbesserung der kulturellen und hygienischen Lage, namentlich auf eine rationellere Bearbeitung des Bodens zurückzuführen ist. Ganz verschwand die Kriebelkrankheit freilich auch im 19. Jahrhundert noch nicht. So kam er im Winter 1855/56 in Oberhessen, im nördlichen Kreis Marburg und in einigen Dörfern des Kreises Frankenberg, sowie im angrenzenden Waldeck zu einer nicht unbedeutenden Epidemie, über deren Folgen wir durch die Schrift von HEUSINGER umfassend unterrichtet sind. Von den 102 dokumentierten Fällen starben 12, 11 Kinder und ein Erwachsener … Die Gegend an und für sich ist arm, Vorräte aus früheren Jahren hatten nur wenige und so waren die Leute gezwungen, um nicht vor Hunger zu sterben selbst das schlechteste und unreinste Getreide zu verbrauchen. … Fast alle Erkrankten gehören der ärmeren Volksklasse an, die wenigsten hatten das verbrauchte Getreide alle selbst gezogen, viele mußten das Brod von ihren Nachbarn und Dienstherren kaufen oder als Lohn annehmen, und daß ihnen nicht das beste gegeben wurde, ist eine leicht erklärliche Tatsache.“
Frühjahr und Sommer 1855 müssen in besagter Region bis zur Roggenernte im August anhaltend feucht gewesen sein
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.01.2008
Beleg Horst Hecker: Die Ergotismus-Epidemie im Kreis Frankberg 1879/80, in: ZHG Bd. 106 (2001) S. 209-228, hier S. 216-217.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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