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Eintrag 2314
Schlagworte Unwetter; Blitzschlag; Todesopfer
Ortsangaben Maden
Zeitangabe 21.5.1720
Quellenzeitangabe
Originaltext "Ao 1720, den 22. Mai, hatt der Donner den Pfarrer von Vorschütz todt geschlagen auf der matsch Heyd (Mader Heide, der Verf.). Er hatt seine Mutter an der hand geleitet, undt der hatts ganz und gar nichts gethan."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   31.07.2007
Beleg Haarberg, Rudolf: Das Handbuch von Besse. Ein bäuerliches Merkbuch aus dem 18. Jahrhundert, in: ZHG 85 (1975), S. 135-167, hier S. 157.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2358
Schlagworte Schneefall; Neuschnee; Todesopfer
Ortsangaben Holzhausen; Hessen
Zeitangabe 18.4.1847
Quellenzeitangabe
Originaltext "Am 18. April 1847 kamen im Lande fünf Menschen im Schnee ums Leben"
Bemerkungen Eintragungen des Pfarrers Wilhelm Dornseiff
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Gudrun Brose: 750 Jahre Holzhausen am Hünstein. Ein Dorfbuch, Holzhausen am Hünstein, 2., überarb. u. erw. Ausg.. 2004, S. 43.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2363
Schlagworte Schneedecke, geschlossene; Frost; Todesopfer
Ortsangaben Bottenhorn
Zeitangabe 2.1730
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 23. März 1730 ein Sohn privignus Johannis Buchbinder von Nantzenbach außm Dillenburgischen, war von Marburg mit Bücher kommen und bey Bottenhorn im Schnee stecken blieben und erfrohren, wurde nach 6 Wochen erst gefunden, besichtigt und daselbst begraben".
Bemerkungen Kirchenchronik Bottenhorn
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Karl Heinrich Staus und Hannelore Kautzsch: Bottenhorn 1253-2003. Das Dorf auf dem Dach des Hinterlandes, hrsg. vom Verein zur Förderung gemeinnütziger Aufgaben Bottenhorn e.V., Bottenhorn 2003, S. 68.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2469
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmungen; Brücken, zerstörte; Häuser, weggerissene; Todesopfer
Ortsangaben Kassel; Melsungen; Rotenburg; Fulda, Fluss; Marburg; Lahn, Fluss
Zeitangabe 10.1.1552
Quellenzeitangabe
Originaltext 1552: „1552 am 10. Januar (alten Stils), den Sonntag nach Heilig drei Könige, des Abends gegen 9 Uhr, hatte Cassel abermals die Schrecken einer großen Ueberschwemmung zu erleiden; die ganze Unterneustadt stand unter Wasser, sodaß dasselbe in der Kirche über den Altar hinweg ging und bis auf die Kanzel (Predigerstuhl) stieg. Die Fluthen hatten eine bis dahin in Cassel noch nicht erlebte Höhe erreicht. […] Auch außerhalb hatten die Fluthen großen Schaden angerichtet; zu Melsungen und Rotenburg zerbrachen die Brücken, desgleichen wurde zu Marburg nicht nur die Weidenhäuser Brücke zertrümmert, wobei 24 Menschen umkamen, sondern auch Häuser hinweggerissen, wobei viele Menschen etc. das Leben verloren. Zwei Tage später, am 12. Januar, wüthete ein furchtbarer Orkan zwischen 12 und 1 Uhr, von einem sehr starken Gewitter begleitet, während welchem einzelne Erdstöße verspürt wurden, sodaß an manchen Orten die Mauern borsten und auf den Todtenhöfen die Leichensteine tief einsanken.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.02.2008
Beleg Die Ueberschwemmungen in früheren Zeiten zu Cassel, in: Casseler Tagespost, Nr. 1093 vom 12. April 1865, S. 1-3, hier S. 2.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2493
Schlagworte Tauwetter; Eisgang; Hochwasser; Überschwemmung; Todesopfer
Ortsangaben Kassel; Fulda, Fluss
Zeitangabe 16.11.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext „Ohne vorhergegangenen bedeutenden Schneefall oder starke Regengüsse fand dem ungeachtet am 16. November 1824 beim Aufgang des Fulda-Eises eine Ueberschwemmung dahier statt, welche die Höhe von 10 Fuß über den gewöhnlichen Wasserstand erreichte. Am Morgen dieses Tages, wo die Passage für Fußgänger nach dem Siechenhofe hin schon gehemmt und nur mit Schiffen bewirkt werden konnte, schlug durch die Gewalt des Stromes ein mit 20 Personen besetztes Schiff um. Die Personen wurden jedoch durch schnell herbeigeeilte größere Schiffe wieder aufgefischt, mit Ausnahme eines reisenden Schmiedegesellen, welchen der Strom mit hinweggerissen, und der, obgleich er einen Baum erreicht und sich an denselben festgeklammert hatte, sein Leben einbüßen mußte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.02.2008
Beleg Die Ueberschwemmungen in früheren Zeiten zu Cassel (Schluß), in: Casseler Tagespost, Nr. 1094 vom 13. April 1865, S. 1-2, hier S. 2.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2501
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Brücken, zerstörte; Gebäudeschäden; Todesopfer
Ortsangaben Marburg; Lahn, Fluss
Zeitangabe 9.1.1552
Quellenzeitangabe
Originaltext „Es existirt ... von einem Henrich Engel ... folgendes Reimwerk:
Eyn gantz grawsamlich und erschrecklich geschicht,
einer grossen Wasserflut, mit vmbreissung der
Brücken vnn Heuser, vnd ertrenckung etlicher leut.
Geschehen zu Marpurg der Hauptstadt im Hessenlandt,
an dem wasser die Löne genandt, im jhar MDLII.
Vier Blätter in Quart, ganz in der Form der damals üblichen „neuen Zeitungen“; es enthält die Reimerei eine detaillirte, und in so fern für das Lokalinteresse nicht unerhebliche Beschreibung der aus Abraham Saur, Hondorf, Dilich u. a. bekannten Marburger Wasserfluth vom 9. Januar 1552.
Der Verfasser nennt sich in den Schlußzeilen:
Gott geb hinfort ein besser jar,
Wündscht Henrich Engel, vnd werd war.“
Bemerkungen Henrich Engel war der Vater des Darmstädter Superintendenten Johannes Angelus.
Bearbeitungsstand   13.03.2008
Beleg August Friedrich Christian Vilmar: Kleine Nachträge zu Strieder's hessischer Gelehrten- und Schriftstellergeschichte, in: Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlagen zu einer Hessischen Gelehrten und Schriftsteller Geschichte, Bd. 19, Nachdruck Kassel 1842, S.
Bearbeiter Holger Hamecher
   
Eintrag 2520
Schlagworte Blitz; Todesopfer
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 29.7.1625
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 29. Juli [1625] erschlägt der Blitz Ruppert Burckhoffs Tochter und Bernhard Nix, die beide auf dem Felde waren …“.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.07.2008
Beleg Wilhelm Neuhaus: Das älteste Kirchenbuch der Stadtkirche zu Hersfeld, in: Wilhelm Neuhaus, Geschichten von Hersfeld. Hersfelder Geschichtsblätter, Band 3/2007, S. 77-82, hier S. 79.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3258
Schlagworte Hochwasser; Brücke, zerstörte; Todesopfer
Ortsangaben Altenbreitungen; Werra, Fluss
Zeitangabe 1.1682
Quellenzeitangabe
Originaltext „Das Hochwasser ist der Altenbreitunger Brücke auch oft zum Verhängnis geworden. Im Januar 1682 stürzte sie durch großes Wasser ächzend zusammen. Das Unglück wollte es, daß sie den Landsknecht (Gemeindediener) Andreas Wüst, der sich gerade auf einem Dienstwege befand, in den Strudel mitriß. Er „ersäufte“ und wurde erst nach 8 Wochen gefunden.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.11.2009
Beleg Robert Abe: Die Brücken zwischen den drei Breitungen, in: Breitunger Heimatbuch Alten-, Frauen- und Herrenbreitungen in Wort und Bild 933-1933, 1933 Breitungen/Werra, 2. Auflage 1993, S. 101-106, hier S. 105.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3434
Schlagworte Glatteis; Unglücksfall; Todesopfer
Ortsangaben Süß
Zeitangabe 18.12.1888
Quellenzeitangabe
Originaltext „1888 am 18. Dezember verunglückte auf dem Pumpenschacht der Haspelzieher Heinrich Justus Heyer, Sohn des verstorbenen Bergmanns Johannes Heyer und dessen Witwe Katharina geb. Pforr, indem er auf dem glatten Eis in dn Schacht hinunterstürzte und sofort tot war.“ Pfarrchronik Süß
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Süß – das Dorf und seine Menschen. Beiträge zur Geschichte unsers Dorfes, zusammengetragen von Anneliese Krauß-Neumann, hg. v. Gemeindevorstand der Gemeinde Nentershausen, Bad Hersfeld 2005, S. 193.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3435
Schlagworte Kälte; Todesopfer
Ortsangaben Süß
Zeitangabe 23.7.1640
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges 1618 bis 1648: … Die Einwohner von Süß suchten sehr oft in dieser Zeit in den nahen Wäldern, Am Sandberg, in der braunen Hard und in der Röd Schutz. Sogar die Kranken mußten mitgenommen werden. … Im Kirchenbuch von Süß lesen wir folgendes: „Anno 1640 den 23. Juli Heinrich Spörer ist wegen Kälte und Hunger im Holz gestorben.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Süß – das Dorf und seine Menschen. Beiträge zur Geschichte unsers Dorfes, zusammengetragen von Anneliese Krauß-Neumann, hg. v. Gemeindevorstand der Gemeinde Nentershausen, Bad Hersfeld 2005, S. 211.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3472
Schlagworte Regen, anhaltender; Erosion; Hänge weggerissen; Unterspülungen; Gebäudeschäden; Todesopfer; Hauseinstürze
Ortsangaben Hersfeld; Kurhessen; Schmalkalden
Zeitangabe 24.11.1890 - 25.11.1890
Quellenzeitangabe
Originaltext „25. November [1890]: Gestern und heute großes Wasser in Folge anhaltenden Regens. An der Geis sind eine Anzahl Übergänge fortgerissen oder beschädigt, die Ufer und Wege verwühlt. Die hinterste Steinbrücke am Weg vom Peterstor nach dem Bahnhof hin ist in gefahrbringender Weise unterspült, an der vordersten hat die Stirnmauer Schaden gelitten. Die Wasserfluten erstrecken sich über ganz Mitteldeutschland. Größere Verwüstungen, Häusereinstürze, Verluste an Menschenleben und dergl. werden aus verschiedenen Orten unserer Provinz, besonders aus Schmalkalden, gemeldet.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 189f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3478
Schlagworte Himmelszeichen; Krankheit, allgemeine; Todesopfer
Ortsangaben Hessen
Zeitangabe 10.11.1580
Quellenzeitangabe
Originaltext „1580. In folgendem 80 jahr ist den 10 novembris ein erschrecklich Chasma und feuerzeichen gesehen worden / darauf als baldt ein geschwinde allgemeine Kranckheit und seuche / welche die Medici febri malignam cum catarrho sev catarrhosam genennt / eingerissen / so das Land in großer eil durchflogen / und schier keinen menschen unbetretten und unangefochten gelassen. Es kam aber die leut mit einer hitze an / worden heischer / also dass sie kaum lallen konnten / und wurden umb die Brust und herz hart bedrenget / werete aber nicht viel über drey tage / nach welchem sich dann die Krankheit mit einem husten geendet: doch sindt hieran wenig leute gestorben.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Wilhelm Dilich: Hessische Chronica, Cassel 1605, p. 336.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3479
Schlagworte Schneesturm; Todesopfer
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 19.1.1839
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 19. Januar 1839 kam Samuel Ruhl in einem heftigen Schneesturm, nur 12 Minuten von der Stadt entfernt, um. Die Inschrift des Gedenksteines nahe der Bundesstraße 275, auf dem Wege nach Lauterbach, lautet:

„Achtzehnhundert neun und dreißig ging Samuel Ruhl sehr früh und fleißig
um Garn zu kaufen aus, kam aber nicht nach Haus.
Auf seinem Weg nach Hause, wo Sturm und Schnee sehr brauste,
mußt’ er nach langem Streben dem Sturm sein Garn hingeben.
Er kämpft im Schneesturm weiter fort bis hier an seinen letzten Ort.
Hier kurz vor seiner Vaterstadt, wo Sturm und Schnee gewütet hat;
ermüth’ ermatt an allen Gliedern sank er hier zur Erde nieder
und haucht sein Geist hier aus. Ach Gott, das ist ein Graus.“

Auf der Rückseite lesen wir weiter:

„Alt zweiundzwanzig ein halb Jahr mußt sein Geist zum Schöpfer fahren.
Ach, ihr Menschen all, bedauert diesen Fall.
Vom Schneesturm hergetrieben, ist er hier totgeblieben.
Ihr Jüngling und Jungfrauen, tut diesen Stein beschauen.
Er mußt sein junges Leben an diesem Ort aufgeben.
Ach, möchten doch nun alle, die an den Stein hier wallen,
für seine armen Seelen ein kurz Gebet erwählen.
Mutter und Geschwister, gute Nacht, ich will sehen, was mein Jesus macht.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg H. Narz: Unglücksfälle und Freveltaten, in: Bald u. a.: 700 Jahre Stadtrecht Herbstein – Geschichte und Entwicklung einer Stadt, Lauterbach/Hessen 1962, S. 124–125.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3507
Schlagworte Witterung, stürmische; Regen, viel; Gewitter; Sturm; Schneegestöber; Hagel; Masern; Todesopfer
Ortsangaben Hersfeld; Hessen; Kassel
Zeitangabe 6.1.1892 - 7.1.1892
Quellenzeitangabe
Originaltext „7. Januar [1892]: Bei im Ganzen gelinder, sehr stürmischer Witterung hatten wir bis jetzt viel Regen und oft Gewittererscheinungen. So herrschte z.B. gestern Nacht in Stadt und Land ein ungewöhnlich starker Sturm mit Schneegestöber, der nach den vorliegenden Meldungen über ganz Hessen, Süd-Hannover, Thüringen, Westfalen bis nach Bayern hinein sich erstreckt und namentlich in der Gegend von Kassel arg gewütet hat. Am Nachmittag trat dann plötzlich ein heftiges Gewitter auf, verbunden mit starkem Schneesturm und Hagel.
Seit einigen Wochen grassieren die Masern. Aus der Stadtschule wurden bis heute 315 Krankheitsfälle gemeldet. Anfänglich gutartig verlaufend fordert die Seuche jetzt zahlreiche Opfer, namentlich unter den kleinen Kindern.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 205f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3627
Schlagworte Sturm; Schneetreiben; Frost; Todesopfer
Ortsangaben Willmars; Oberelsbach; Hohe Rhön
Zeitangabe 25.2.1803
Quellenzeitangabe
Originaltext „Auf dem Weg von Oberelsbach zum Steinernen Haus stößt der Wanderer in der Flurabteilung Birkete auf die Naturparkeinrichtung „Gänsbrunnen“. Hier stand einst ein Steinkreuz …(es wurde 1923 und 1948 jeweils versetzt) … Dieses Kreuz, … erinnert an eine tragische Winternacht im Februar 1803. Pfarrer Kellermann aus Willmars hat dazu im Pfarrmatrikel ein herzzerreißenden Bericht hinterlassen:
Am 25. Februar 1803 ging der Tagelöhner Matthäus Rottmann mit seiner fünfzehnjährigen Tochter Maria Katharina aus seinem Wohnorte Willmars in Franken, um bei einem früheren und barmherzigen Dienstherrn auf dem Rhöngebirge karg bezahlte Arbeit zu erbetteln. Ein wilder Winter hatte seine Armut in höllisches Elend verkehrt. Mit Weib und Kindern hauste er in einem dunklen Stall, vor dem sich ein Tier grausen mochte. Ihnen fehlte das trockene Brot, und die abgezählten Saatkartoffeln – letzte Quelle ihrer Hoffnung – waren erfroren. So zog er aus mit seinem Töchterlein.
Den Tod schleppte er mit sich in der Brust. Und als sie eine halbe Stunde vom Steinernen Haus bei Oberelsbach ankamen, warf ihn der Schlagfluss dahin. Ein nachtlanger Froststurm mit Schneetreiben stürzte über die beiden Menschen. An dritten Tag in der grauen Frühe fand man sie. Und wer sie sah – und mochte sein Herz steinern sein – dem brannten die Augen von Tränen. Da lag das Kind, im grauen Hemdchen und zerlöcherten Strümpfen. Sein Kittelchen hatte es unter das Haupt des lieben Vaters geschoben, mit dem Kleidchen hatte es seinen Leib bedeckt und um seine Füße die wollene Mütze gedreht. Und als das treue Töchterlein ihn nicht mehr erwärmen mochte, hatte es sich mit seinem jungen Leib über ihn hingestreckt, sein Gesicht in ihre Hände gebettet, ihren Mund auf seine kalten Lippen gepresst. So war auch die Tochter vom eisigen Tode angerührt worden. Himmlischer Friede schien über ihre Stirn hinzuschimmern, und die Tränen auf ihren Wangen waren gefroren.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   03.06.2012
Beleg Kramm, Heribert: Tod am Gänsbrünnchen in der Hohen Rhön. Pfarrer Kellermann aus Willmars berichtet, in: Buchenblätter 83 (2010) 104, Nr. 26, 20.12.2010.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3655
Schlagworte Blitzschlag; Kirchturm, beschädigter; Todesopfer
Ortsangaben Leeheim
Zeitangabe 1702
Quellenzeitangabe
Originaltext "1702 war der Turm schon einmal vom Blitz getroffen worden. Damals kostete es ein Menschenleben: er lief das Glockenseil hinab, als der Glöckner geraden den Abend einläutete.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Adam Weiss und Rudolf Schwartz: Heimatbuch der Gemeinde Leeheim, Griesheim 1966, S. 129.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3661
Schlagworte Winter, langer; Winter, kalter; Kälte, große; Schnee, tiefer; Vieh, erfrorenes; Menschen, erfrorene; Todesopfer
Ortsangaben Rhön; Stetten; Sondheim
Zeitangabe 1572 - 1573
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext „Im Winter von 1572 auf 1573 herrschte in der südöstlichen Rhön ein langer und ein außergewöhnlich kalter Winter, in dem zahlreiche Menschen und auch viel Vieh erfroren sind. Im Sondheimer Kirchenbuch jener Jahre lesen wir darüber: „Ist sehr ein graußamer kalter winder gewest, deßgleichen bey mensch gedencken nicht geschehn, mit großen langwierigen schneh und unseglicher keltt, in welchem sehr viel leutt hin und wider erfrorn gefunden.“ In der starken Kälte dieses Winters kamen z. B. drei Einwohnen aus Stetten um, die zum Nikolausmarkt nach Neustadt gehen wollten, und eine Frau aus Oberelsbach und wurden „von schnehe zugebett“. Dadurch wurden 16 Kinder zu Waisen. Die Erfrorenen mußte man in Sondheim in einem einzigen Grab beisetzen, da wegen des großen Frostes nur ein Grab ausgehoben werden konnte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Gottfried Rehm: Menschen in harten Rhön-Wintern, in: Buchenblätter 83 (2010), Nr. 26, 20.12.2010, S. 102.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3662
Schlagworte Winter, harter; Schneewehen; Schnee, tiefer; Frost; Menschen, erfrorene; Todesopfer
Ortsangaben Hohe Rhön; Frankenheim
Zeitangabe 1877 - 1878
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext Ein langer und harter Winter herrschte auch 1877/78 in der hohen Rhön, unter dem besonders die Einwohner des thüringischen Rhöndorfes Frankenheim zu leiden hatten. Darüber heißt es im Januar 1878 in der Hersfelder Zeitung: „Eines der ärmsten Orte im mittleren und vielleicht im ganzen Deutschland ist das das weimarische Dorf Frankenheim auf der hohen Rhön, dasselbe, in welchem vor wenigen Jahren zahlreiche Familien vom Hungertyphus hinweggerafft worden sind. Die hohe Lage in einem unwirtlichen Gebirge, der fast ¾ Jahre andauernde Winter und der kaum nutzbar zu machenden Boden bedingen eine Existenz, von dem man sich aber schwer einen Begriff zu machen imstande ist: Fleisch ist dort ein gänzlich unbekannter Artikel, so daß Kartoffeln fast das einzige Nahrungsmittel bilden. Der diesjährige Winter hat dort nun eine außerordentliche Notlage geschaffen, indem das ganze Dorf mit seinen Lehmhütten auf längere Zeit gänzlich von Schneewehen verschüttet worden ist, so daß ein Verkehr nur durch die Schornsteine, oder besser gesagt durch die Rauchlöcher möglich gemacht werden konnte. Mehrere Personen sind bereits erfroren. Trotzdem haben die an der Scholle klebenden Bewohner alles Anerbieten der weimarischen Regierung, sich auf Staatskosten anderwärts anzusiedeln, wiederholt abgelehnt.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Gottfried Rehm: Menschen in harten Rhön-Wintern, in: Buchenblätter 83 (2010), Nr. 26, 20.12.2010, S. 102.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3674
Schlagworte Gewitter; Blitzeinschlag in Baum; Todesopfer
Ortsangaben Kassel; Harleshausen
Zeitangabe 5.1604
Quellenzeitangabe
Originaltext „Thaurer (Moritz), aus dem Thüringischen Städtchen Gräfenthal im Fürstenthum Altenburg gebürtig. Er nahm in Hena 1561 die medicinische Doktorwürde an und ging nicht lange nachher als Leibarzt des Landgrafen Philipp des Grosmüthigen nach Cassel. Als er sich eines Tags ohnweit der Stadt auf dem Harleshauser Felde dem Landgrafen Moriz, bey dem er gleiche Würde bekleidete, zur Seite befand, wurde er von einem durch ein Gewitter getroffenen Baum erschlagen, wobey der Fürst selbst noch kaum entspringen und ohne großen Schaden sich retten konnte. Es geschahe dies im J. 1604 und am 16ten May wurde Thaurer in der Stiftskirche zu Cassel beerdigt“.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.06.2012
Beleg Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte. Seit der Reformation bis auf gegenwärtige Zeiten, 16. Band, Marburg 1812, S. 155.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4019
Schlagworte Regenwetter; Regen, anhaltender; Starkregen; Bergsturz; Gebäudeschäden; Todesopfer
Ortsangaben Trubenhausen
Zeitangabe 1682
Quellenzeitangabe
Originaltext Laut Ortsvorbeschreibung des Dorfes Trubenhausen ist es im Jahr 1682 durch lang anhaltenden Regenwetter zu einem Bergsturz gekommen, dem eine Mühle, vier Häuser und elf Menschen zum Opfer fielen.
"Soll in anno 1682 in dieser Dorffschafft ein Stück Berges vom sogenannten Weissenberg, der Mühlrein genannt, worauf dermahlen die Mühle gestanden, durch langweiliges Regenwetter eingeschürret und nebst noch 4 Häusern und darin gewesenen 11 Personen in den Gelsterfluß gespület und ersoffen seyn. Es ist aber durch fleißige Arbeit der Unterthanen dieser Schutt nach und nach wieder aus dem Wege geräumt und der Gelsterfluß in die vorigen Ufer gebracht, ob nun gleich niemand von des Müllers Leuten mit dem Leben außer einer Magd, so die Retirade auf einen dabey gelegenen Quetschen Baum genommen, davonkommen, sofort doch ein ander Müller nahmens Johannes Burhenne von Großallmerode abermahls eine Mühle dahin gebauet, und weilen der Berg abermahls zu rutschen anfangen wollen, hat der Müller unter dem Berge am Wasser her eine Mauer gezogen, daß also seit langer Zeit hier von nichts mehr geäußert."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.06.2014
Beleg HStAM, Kat. I, Trubenhausen B 2; Transkription York-Egbert König.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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