Datensätze

Seite: 1

Eintrag 236
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Vieh, ertrunkenes; Sachschaden
Ortsangaben Werra, Fluss; Wanfried
Zeitangabe 28.2.1730
Quellenzeitangabe
Originaltext "Am 28. Februar sehr großes Wasser. Die Bewohner der unteren Stadt gerieten in Lebensgefahr und konnten nur mit großer Mühe gerettet werden. Dieselben verloren ihre meisten Habseligkeiten und fast sämtliches Vieh."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.03.2011
Beleg Reinhold Strauss: Chronik der Stadt Wanfried, Wanfried 1908, S. 113.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1171
Schlagworte Gewitter; Platzregen; Erosionsschäden; Vieh, ertrunkenes
Ortsangaben Besse; Holzhausen; Stockhausen
Zeitangabe 25.5.1650
Quellenzeitangabe
Originaltext "Anno 1650 ufm Sonnabent von den 25.Maji waschen wir die Gehöfte, kompt umb ungefehr 3 Uhr ein Donnerwetter und fällt umb den Langenberg ein ungeheuer schlimiger Platzregen welcher Steige und Brücken zerbrach und mit nahm und kam daß geweßen gantz Trübe bey Holtzhausen unß entgegen alß wenn Fulda und Eder daher geschoßen kehmen, daß wir naher Stockhaußen her uf wehren verfihl balt wieder, hatt etliche Mist stätten mit genommen, die eiserne Pfanne im Brauhauße außgehoben etliche Schweine ersäuft im Felde vihl Landt und Saamen verschlemmet und verfloßet, dergleichen dieses Ortes bey Menschen gedencken nicht geschehen. Ist ohn daß der vergangene Herbst, Winter und Lentz allezeit naß geweßen. Doch mehren theilß warmen regen. Nur daß man nit fahren nichts bestellen können, alles Land sich ungeschiet ... und geschmiret, welches nit mehr erlebet worden."
Bemerkungen Die Angaben stammen aus den Kirchenbüchern von Besse 1575-1720.
Bearbeitungsstand   22.08.2005
Beleg Willfried Dippel: Das Dorf Besse in der \"guten alten Zeit\", Kassel 1993 (Forschungen zur hessischen Familien- und Heimatkunde; Bd. 83), S. 13.
Bearbeiter Mario Arend
   
Eintrag 1339
Schlagworte Regen, starker; Hochwasser; Menschen, ertrunkene; Vieh, ertrunkenes
Ortsangaben Hessen
Zeitangabe 24.6.1579 - 25.6.1579
Quellenzeitangabe
Originaltext „in Junio 24. und 25. ist ein solcher Regen und Fluth in Hessen entstanden, daß durch den Anlauf der Flüsse und Gewässer viel Vieh und Menschen ertrunken“
Bemerkungen Kirchenbuch Kirchlotheim
Bearbeitungsstand   15.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 6.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1424
Schlagworte Wolkenbruch; Tote; Vieh, ertrunkenes
Ortsangaben Berneburg
Zeitangabe 14.6.1864
Quellenzeitangabe
Originaltext „Wolkenbruch von Berneburg ... dem 8 Menschen, 100 Rinder, 2600 Schafe und Schweine zum Opfer fielen“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   06.10.2005
Beleg Philipp Losch: Geschichte des Kurfürstentums Hessen 1803-1866, Marburg 1922, ND 1972, S. 328, Anm. 1.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2361
Schlagworte Unwetter; Gewitter; Wolkenbruch; Starkregen; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Vieh, ertrunkenes
Ortsangaben Bottenhorn; Wallenfels; Endbach; Schlierbach
Zeitangabe 27.5.1826 - 28.5.1826
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1826 am 27./28. Mai fand hier eine Überschwemmung durch Wolkenbruch statt. Drei Gewitter zogen zusammen. Eines von morgen und (eines) von mittag, das dritte vom Westerwald. Sie entluden sich über der Struth. 3 Uhr sonntags nachmittags. Des anderen Tages geschah dasselbe zur selben Stunde. Die benachbarten Orte Wallenfels, Endbach, Schlierbach wurden davon hart mitgenommen. Die 3 Stege in unserem Ort wurden mit fortgerissen. Feuerleitern mußten gelegt werden. Das ganze Dorf wurde mit Wasser überzogen. Das Vieh(,) das von der Weide heim wollte, wurde an den Freiberg nach Gönnern zu, der hochgelegen (,) getrieben ... Die ganze Nacht wurde es daselbst bewacht. 7 Stück Vieh aber ersoffen".
Bemerkungen Kirchenchronik Bottenhorn
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Karl Heinrich Staus und Hannelore Kautzsch: Bottenhorn 1253-2003. Das Dorf auf dem Dach des Hinterlandes, hrsg. vom Verein zur Förderung gemeinnütziger Aufgaben Bottenhorn e.V., Bottenhorn 2003, S. 68.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2377
Schlagworte Unwetter; Gewitter; Starkregen; Hagel; Überschwemmung; Erosionserscheinungen; Vieh, ertrunkenes; Schäden an Feldern und Wiesen
Ortsangaben Schlierbach
Zeitangabe 28.5.1826
Quellenzeitangabe
Originaltext Von einem der größten Unwetter, die wohl je über die hiesige Gegend niedergegangen sind, berichtet der damalige Bürgermeister Rink von Schlierbach in seinen chronikalischen Aufzeichnungen (im Besitz der Gemeinde Schlierbach). die Spuren dieses Unwetters sind heute noch an den Bodeneinschnitten oberhalb des Dorfs, die durch das weggeschwemmte Erdreich entstanden sind, zu erkennen. "Schlierbach, den 2 ten Juny 1826. Ich unterzeichneter ortsvorstand will hiermit nachstehendes in das gemeinde verordnungs Buch: Sämtliche gemeinde nach Kömliche zur wissenschaft und erkundlich zu jedermans Einsicht hierdurch Ertheilen, wegen des Im Jahr 1826 d. 28 ten May, Sonntags nachmittags von 3 Biss 6 uhr, Gottes allmacht und wunderthaten, welche In unserer Gegend, wahrscheinlich zeit diese welt gestanden nochnirgends von Gott dem allmächtigen geschehen und offenbahrt, um zu daraus zu ersehen, was der Mensch hier auf Erde gegen die allmacht Gottes sey. 1.) Liess sich Gott durch ein gewitter hören, und die Blitze häufig Strahlten, nachdem Es um 3 uhr hat angefangen zu Kieseln, dass dieselbe so dick wie tauben Eyer gefallen sind, Dass der Erd Boden damit Ettliche Schuh hoch Bedeckt war, dabey hat sich der Himmel aufgethan, und 3 Stunden lang geregnet, und das wasser Kam mit So großen Strömen, dass die Einwohner mehrentheils Ihr Vieh in die Stuben und sonst auf anhöhen mit gefahr Ihres Lebens Schleppen müssen, und auch mehrere Stück Rind Vieh und Schweine auf dem wasser geschwommen Kamen, wo jedoch Ettliches gerettet wurde, und 5 Kleine Schweine und Ein Rind sind durch Wasser umgekommen.
2.) Zum näheren Beweiss hat sich in dem sogenannte henness garte in der seite der graben gebildet, war 2 Schu weit und hoch und haben Ferner auf den höffen der orts Bürger Joh. Jac. Debus und Adam Debus, Johans, und Jacob Müller die Steine hauffen ein Stockwerck hoch durchs Wasser hin geschwemmt gelegen und zum Beyspiel der grösse mit der Runte wie ein Sitt Kessel.
3.) Ist die Erde von den Bergen des ackers in die Wiesenthäler herunter geschossen, dass es auf vielen Plätzen graben in die äcker und zwar auch Steibfelsen gerissen, dass der größte man hinein Stehen konte und derselbe nicht die Erde gleich hervor gieng. Zum Fernern angedencken will ich Bemerken, dass wegen des grossen Einreissens des Wassers zwischen dem Backhaus und wirth Georg Stoll hauss die Schaafe gewaschen worden sind, noch zum angedenken, hat das Sämtliche Gebäude der gemeinde Schlierbach, welche in 22 hauss bestehet, in wasser gestanden, dass niemand aus den Obertheilen des hausses im Stande war, Etwas zu erretten. Es sind höltzer mit geflossen, wie ein Paar ochen von der Besten art nicht im Stande sind, dasselbige anzuziehen. Ferner haben von dem Ereignis des gewitters, nemlich vom 28. ten May Biss den 20. ten Juni die Kieseln hauffen weiss auf mehrere Plätzer gelegen. Was nun die Ernte anbelangt, So ist Kaum 1/3 theil derselben mit Sämtlicher Frucht und Häu zu erwarten. Weil nun wir Bey unserer Lebzeiten nicht die Enstandene graben in früheren Stand und ordnung und wegschaffung im Stande sind. Desswegen den nach Kömmliche dieses vorige Ereignis Ertheilt wird. Ich will nun hier Bey stehen Bleiben und der weiteren verhältnisse und furcht der menschen nicht anführen. Wir haben es Sämtliche Gott zu danken, dass doch Kein Mensch hierbey umgekommen sey, wenn es aber Bey nacht geschehen wäre, So wäre allerdings viele menschen und vieh umgekommen: Joh. Jakob Rink."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Chronikalischen Aufzeihnungen des Schlierbacher Bürgermeisters Johann Jakob Rink
Bearbeiter Alexander Ceres
   
Eintrag 3203
Schlagworte Hitze; Gewitter; Blitz; Donner; Wolkenbruch; Starkregen; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Menschen, ertrunkene; Tote; Brücken, eingestürzte; Vieh, ertrunkenes; Erosionserscheinungen; Wiesen, weggespülte
Ortsangaben Eschenrod; Ober-Schmitten; Eicheltal; Wingershausen; Eichelsachsen; Eichelsdorf; Unter-Schnitten; Nidda
Zeitangabe 3.6.1826
Quellenzeitangabe Pfingstsamstag
Originaltext "Das Eicheltal wird von einer Wasserflut schwer heimgesucht. Ich will dazu einen Bericht über das Unwetter aus dem Kreisanzeiger zitieren, der es treffend beschreibt:
Ein denkwürdiger Tag für Eschenrod:
Verheerendes Wasser vor 150 Jahren Männer, Frauen und Kinder wurden ein Opfer der rasenden Fluten.
Die Chronik berichtet, dass es am Morgen des 3. Juni 1826 sehr heiß gewesen war. Gegen Mittag entstanden Gewitter, die sich unter fürchterlichem Donner und Blitzen des Nachmittags um vier Uhr nach dem Bilstein zogen und dort eine Zeit lang hängen blieben, bis sie, den Tag zur düsteren Nacht verwandelnd, in einem Wolkenbruch sich entluden. Da dieses am Fuße des Bilsteines stattfand, so schossen die Wassermassen rasch ins enge Tal herab nach Weidmühle zu und bildeten bald einen mehr denn fünfzehn Fuß tiefen Strom, der alles Gestein und Gehölz, das er unterwegs antraf samt der Scheune des Weidmüllers Johs. Buß mit unwiderstehlicher Gewalt mit sich fortriss. Wäre nun das Bett des Baches durch Eschenrod weiter und tiefer gewesen, so hätten die Wassermassen leichter abfließen können allein, dasselbe war leider nur ein schmaler Graben, gar noch mit Steinen hier und dort versperrt, berichtet die Chronik weiter.
Die mehr denn 20 Fuß Höhe angeschwollene Flut warf sich auf die unter der Brücke am Eingang ins Dorf stehende Scheuer des Johs. Böcher, welche in den engen Bachlauf stützte. Da teilte sich der Strom. Er trat zur Hälfte in die Obergasse ein und nahm zuerst das Zöllersche Haus mit. Das in den Strom stürzende Haus gab den wütenden Wassern die Richtung nach dem unter dem Wege jenseits des Baches stehenden Hauses des Johann Heinrich Heun, das alsbald zusammenbrach und den Eigentümer nebst seiner Frau, vier Kindern und einer Pflegetochter unter seinen Trümmern begrub. Da dieses Haus rasch von den Fluten in das Bett des Baches gerissen wurde, so ging die größere Flut die Strasse herab und stürzte sich auf die unterhalb des Schulhauses quer stehende Wohnung des Johann Heinrich Hermann. Auch dieses Haus stürzte bald zusammen und es fand darunter die hochschwangere Ehefrau des Hermann, seine drei Kin­der, sein Knecht und der Sohn eines Nachbarn den Tod. Hermann selbst war abwesend im Feld.
Das Pfarrhaus schien nun die nächste Beute des furchtbaren Elementes werden zu sollen. Allein Gottes gnädige Hand, so berichtet der Pfarrer, führte die Wasser von demselben ab und rettete den alten Pfarrer, seine Frau, Schwiegermutter und Magd, die sich einander die Hände reichend, betend, dem Willen Gottes befahlen. Schon wankte nämlich das Haus, da ward vorn Strome die Gartenmauer hinweggerissen und das entfesselte Element prallte wider das unter dem Pfarrgarten stehende Haus des Johann Georg Buß. Pfarrer Köhler und die Seinigen sahen die in die obere Stube und auf den Boden geflüchteten Nachbarsleute die Hände flehend ausstrecken, das Haus unter furchtbaren Krachen zusam­menbrechen, eine Staubwolke aufsteigen und dann das Haus von den Wellen fortreißen. Buß selbst, seine Frau und vier Kinder fanden in den Fluten den Tod. Die dem Bußschen Haus gegenüber stehende Kirche schützte die vor ihr stehende dicke Linde, an welcher sich Bauholz und Steine festsetzten, die die Wellen abwendeten.
Am Ende des Dorfes nahm der Strom noch das fast am Bache stehende Haus des Georg Weigand mit, in welchem sich des Eigentümers Gattin und einzige 20 jährige Tochter befanden. Alle kamen um,
Außerdem waren noch 30 Gebäude in Eschenrod mehr oder weniger beschädigt, drei Backhäuser und zwei Brücken völlig weggerissen. Und alles dieses war in weniger als einer halben Stunde geschehen.
Ein schreckliches Bild bot sich den Eschenrödern dar, als sie anfingen, sich von ihrem Schrecken zu erholen. Man eilte zur Rettung, sobald das Gewässer zu sinken begann. Allein von den unter den eingestürzten Häusern Begrabenen war niemand mehr zu retten. Die Wellen hatten sie mit sich fortgerissen oder sie lagen dort unter Balken und Steinen. Die Ehefrau des Johann Heinrich Heun hing 18 Fuß hoch tot in den Ästen des hinter dem Pfarrhaus am Stege stehenden Nußbaumes. Der größere Teil der Verunglückten war bis Eichelsachsen, einige sogar bis Eichelsdorf und Ober- Schmitten geflossen, wo sie auch beerdigt wurden. Im Wiesengrund und Wingershausen lag ertrunkenes Vieh, das nicht von den Ketten hatte loskommen können, noch an den Futterkrippen hängend. Haus und Küchengeräte, Werkzeug und Kleidungsstücke, Laibe Brot, Stücke von geräucherten Schweinefleisch, Wagen, Pflüge und so weiter lagen verstreut im Grund bis Eichelsachsen und selbst in Eichelsdorf. Felder und Wiesen waren vom Wasser zerrissen und die Ortsgasse in Eschenrod in einen tiefen und weiten Bach verwandelt, während das frühere Bett des Baches gänzlich verschüttet und teilweise mit Steinen gefüllt war.
Zu diesem Bericht braucht es wohl keinen Kommentar, ich will ihn aber trotzdem noch erweitern mit Teilen eines Berichtes über das übrige Eicheltal, verfasst von Jean Diehl, Ober-Schmitten: Die Schaf- und Viehherden vom Gebiet des Bilstein heimkehrend fanden den Dorfeingang von Busenborn durch eine wogende Wasserfläche versperrt. Auf weitem Umweg über Breungeshain kamen sie später heim in die Ställe. Übergehen wir jetzt Eschenrod. In Wingershausen, das sich mehr an den Hang anlehnt, fordert die Flut nur ein Todesopfer. Frau Johanna Eliesabetha Löwener, die wertvolle Habe retten will aus dem Haus, wird vor den Augen ihres Mannes niedergerissen und fortgespühlt. 4 Ställe und 1 Scheune verschwinden spurlos. 6 Gebäude werden mehr oder weniger stark beschädigt. Eichelsachsen beklagt 5 Tote. Das Wohnhaus der Wwe. Johanna Eliesabetha Rau weicht den Fluten, die Frau mit ihren 4 Kindern findet in den Wellen ihr Grab. Die Zehntscheuer wird z.T. von den Fluten weggerissen. In den talwärts gelegenen Gemeinden mit breitem Talgrund vermögen die Wassermassen, die erheblich an Gefälle eingebüßt haben, nicht so großen Schaden anzurichten. Menschenleben sind dort nicht mehr zu beklagen. Wohl steht in Eichelsdorf die gurgelnde Wasserflut mannshoch über der Straße, reißt das Gemeindebrau- und Backhaus fort, aber ihre mörderische Gewalt ist gebrochen. Das Wasser überschwemmt die weiten Wiesengründe westlich des Dorfes, dringt in die tief gelegenen Teile Ober- und Unter-Schnitten ein, auch in Nidda, ohne beträchtlichen Schaden anzurichten. Gegen 7 Uhr abends hellt der Himmel auf, das Wasser fällt. Die Nacht breitet ihren Schleier über ein Trümmer- und Leichenfeld. Es ist Pfingstsamstag, alles hatte sich auf das Fest vorbereitet, aber das Schicksal wollte es anders.
Pfingstsonntag 1826: Die Wasser haben sich verlaufen. Das überschwemmte Gebiet bietet einen Anblick des Entsetzens und Grauens. In Eschenrod sind 26 Gebäude vernichtet, 29 mehr oder weniger beschädigt. Klaftertief ist der Boden ausgerissen. Die chaussierte Dorfstraße ist unpassierbar, das Wasser hat breite Spalten in ihren Leib gerissen. Die Leiche der Mutter Heun hängt fast 7 m. hoch in den Ästen eines Nußbaumes. Eine ihrer Töchter ist in den Georg Theisschen Hausflur in Wingershausen geschwemmt, eine nach Eichelsachsen und die Pflegetochter bis nach Eichelsdorf geschwemmt. Verängstigte Bewohner aus dem schwer heimgesuchten Gebiet, noch ganz im Banne des Schreckens, durcheilen den verwüsteten Wiesengrund, entführte Habe zu suchen. Schutt, Steine, Geröll, Bau- und Brennholz, Kleider, Acker-, Küchen- und Hausgerät, Pfosten, Balkenwerk, aufgetriebene Tierleichen und entstellte Menschenleiber sperren den Weg. 26 Tote werden am Pfingstsonntag geborgen, am Pfingstmontag der Erde übergeben. Die Eichelsächser begraben 12, die Eichelsdorfer 8 auf eigenem Friedhof. Nach der 27. Leiche sucht man vergebens, erst nach Wochen entdeckt man sie im Talgrund von Eichelsachsen von Schutt und Geröll verdeckt. So ist das Leben, nur 2 Stunden hat der Spuk gedauert, aber unsägliches Leid und Schaden angerichtet. Was Generationen aufgebaut, ein böser Hauch, Minuten und alles ist dahin. "
Bemerkungen Text von Oliver Lein unter Verwendung von: 800 Jahre Eichelsdorf 1187-1987, zusammengestellt von Hans- Werner Knaus und Bruno Plitzkow auf Basis der Sammlung des Heimatforschers Wilhelm Würz.
Bearbeitungsstand   22.07.2009
Beleg http://www.nidda-eichelsdorf.de/eichelsdorf.html [22.07.2009]
Bearbeiter Dieter Wunder
   
Eintrag 3251
Schlagworte Wolkenbruch; Bäume, entwurzelte; Erosionsschäden; Wiesen, verwüstete; Felder, verwüstete; Vieh, ertrunkenes; Gebäudeschäden; Gebäude, zerstörte; Brücken, zerstörte
Ortsangaben Schlüchtern; Elmbach, Fluss; Hutten; Elm
Zeitangabe 19.7.1769
Quellenzeitangabe gegen Abend sechs Uhr
Originaltext „Anno 1769 den 19. Juli gegen Abend sechs Uhr ist oberhalb Hutten ein unsere Gegend noch nie betroffener und fürchterlicher Wolkenbruch (niedergegangen), und ohnerachtet sich das Wasser teilete, sodass es zur Hälfte nach der fuldischen Grenze zulief, so nahm die übrig Hälfte jedennoch zwischen Elm und Hutten mit einer erschrecklichen Wut viele Bäume und Felsen weg, verwüstete viele Wiesen und Felder. Das Dorf Elm war dieser Wut bloßgestellt, Menschen und Vieh waren ihrem Untergange nah. Von letzterem musste vieles ein Raub des Wassers werden und wurde mit einigen Gebäuden durch die Wellen … Viele sonderheitlich von kleinem Vieh fand seinen Tod im Wasser. Dasjenige, sonderheitlich Öl und Wein und andere Getränke und was sonsten in den Kellern verwahrt, ging bei diesem fürchterlichen Anblicke zu Grunde. Die Tore mit ihren Wachthäusern samt einigen bürgerlichen Häusern stürzten mit einem entsetzlichen Krachen ein. Die Brücken wurden niedergerissen, die Stege weggespült, unter vielen Häusern die Fundamente abgetrieben und die in der Krämer- und Wassergasse wohnenden Bürger verloren nebst anderen Sachen auch insgesamt ihre Treppen. Kurz dieses Unglück, so uns allen den Untergang zu drohen schien, ist kaum zu beschreiben und hat nach dem vorhergegangenen Krieg, der in 1762 hier gewesenen Viehseuche, den in 1768 erlittenen Hagelschlag die hiesigen Einwohner in solche betrübte und wehmutsvolle Umstände versetzt, dass sie wie billig, die züchtigende Hand Gottes erkennen werden, dieser helfe doch ins künftige einem jeden …“. Schwer betroffen wurde bei diesem Einsturz des Krämertores der sein Wachthaus bewohnende Feldschütz Jost Jöckel, der mit seiner Familie nur das nackte Leben retten konnte und seine ganze Habe verlor. Nach dem Siebenjährigen Krieg fehlte das Geld, das Tor wieder aufzubauen, und in einem Verzeichnis des städtischen Gebäude von 1791 wird das Krämertor gar nicht mehr genannt.“
„Das Untertor, danach nur notdürftig zusammengeflickt, blieb in einem solchen Zustand, „so dass sein gänzlicher Umsturz und wegen der sehr starken Passage das größte Unglück befürchtet werden musste.“ Endlich im November 1784 war es wieder hergestellt.“
Bemerkungen Der Autor zitierte aus einem zeitgenössischen Bericht, der nicht näher bezeichnet wurde.
Bearbeitungsstand   13.10.2013
Beleg Bernd Ullrich: Die Tore von Kloster und Stadt Schlüchtern, in: Unsere Heimat, Mitteilungen des Heimat- und Geschichtsvereins Bergwinkel e.V. Schlüchtern 24(2007), S. 105-116, hier S. 111 ff.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3413
Schlagworte Wind, starcker; Regen, starker; Hochwasser; Überschwemmung; Schäden, große; Vieh, ertrunkenes; Wetterleuchten; Gewitter
Ortsangaben Fulda, Stadt; Fulda, Gegend; Fulda, Fluss; Großenlüder
Zeitangabe 6.1.1628
Quellenzeitangabe
Originaltext "Anno 1628 ist viell grosser windt undt regens im landt undt zu Fulda gewessen, auch auf heilige 3 konigtag ist hir zu Fulda so ein grosser windt und regen gewest, dass in Fuld keinem man gedenckt; ist den leutten zu Fuld in die heusser undt keller gangen, auch uff der Langenbrücken weidt uber die schrifft gangen; dass wasser den abent zwischen 4 undt 5 uher in möllen undt in der Weyssmühl, die benck in der stuben geschwomben, undt der regen grossen schaden gethan; zu Grossenluder viel schaff ertruncken, undt den
abent umb 4 uher hir zu Fulda gewetterleucht undt gedonner auf heilige 3 königtag den 6. januarius dieses 1628. jahr."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Die chronikalischen Aufzeichnungen des Fuldaer Bürgers Gangolf Hartung (1607–1666), in: Fuldaer Geschichtsblätter 9 (1910), S. 85.
Bearbeiter U. Volz
   
Eintrag 3549
Schlagworte Wolkenbruch; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Vieh, ertrunkenes; Erosion; Früchte, Schäden an; Wehr, weggespültes
Ortsangaben Wanfried
Zeitangabe 23.6.1841
Quellenzeitangabe
Originaltext 1841, Wanfried: "23. Juni. Niedergang eines Wolkenbruchs östlich der Stadt. Viele Häuser standen Fußhoch unter Wasser. Eine Scheune stürzte ein und eine größere Anzahl Gebäude erlitten erhebliche Beschädigungen. Zahlreiches Vieh fand seinen Tod in den Fluten. Groß war der Schaden an Früchten, Wegen und Gräben. Am härtesten wurde der Gattermüller Schweitzer betroffen. Das Wehr des Mühlbaches war weg- und an seiner Stelle ein 20 Fuß tiefes Loch gerissen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.03.2011
Beleg Reinhold Strauss: Chronik der Stadt Wanfried, Wanfried 1908, S. 171f.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4386
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Brücken, zerstörte; Häuser, zerstörte; Menschen, ertrunkene; Vieh, ertrunkenes; Unwetter; Sturm; Donner; Blitzeinschläge; Türme, zerstörte; Häuser, entzündete
Ortsangaben Kassel; Filda, Fluss; Hessen
Zeitangabe 10.1.1552 - 11.1.1552
Quellenzeitangabe
Originaltext "An der Neustädter Kirche zu Kassel findet sich auf einer Tafel, die so hoch stehet, als damals das Wasser gegangen, folgender Bericht:
Anno domini 1552 den 10. Jan. ist in der Nacht
ein Groß unversehen Gewäßer kommen, und so hoch
aufgelaufen, daß es unten Haus hoch in den Predigt-
stuhl gegangen, und ist jetzt 5/4 einer Elln höher
gewesen als vor 210 Jahren (im J. 1342). Diese
Fluth hat an vielen Brücken und Häusern die Fulda
herab schaden gethan, auch an vielen Orten Lethe
und Vieh ersäuft. Die andere Nacht ist ein großer
Ungestumer wind, mit Donnerwetter kommen, an vie-
len abgelegenen Orten in Thüren und Ställe geschla-
gen, die Thürne verbrannt und Häuser angesteckt. Der
Allmächtige verleyhe Bußfertig Leben und Beße-
rung
–"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   21.01.2016
Beleg Karl Wilhelm Justi: Große Wasserfluthen in Hessen im 14. 16. u. 17. Jahrhunderte, in: Die Vorzeit. Ein Taschenbuch für das Jahr 1838, Marburg 1823, S. 387–388, hier S. 387.
Bearbeiter Holger Hamecher
   

Seite: 1