Datensätze

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Eintrag 4057
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Dammbruch; Wasserbruch
Ortsangaben Rhein, Fluss; Astheim
Zeitangabe 1740
Quellenzeitangabe
Originaltext „Aus dem Jahre 1740 erfahren wir: „In diesem Jahre, am 26. April, durchbrach der Rhein nahe Erfelden (Erbelen) den Provinzdamm und hat den ganzen Bezirk Astheim überschwemmt. Das Wasser überflutete sogar die höher gelegenen Stufen des Altares.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   12.10.2013
Beleg Norbert Hämel: Leben mit dem Rhein – Ein stetiger Kampf mit dem Hochwasser, in: Astheim – Geschichte und Geschichten, hg. v. Organisationskomitee 1150 Jahre Astheim, Trebur 1999, S. 313–315, hier S. 314.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4061
Schlagworte Hochwasser; Dammbruch; Wasserbruch; Überschwemmung; Evakuierung; Schäden; Erosionsschäden
Ortsangaben Rhein, Fluss; Astheim; Königstädten; Trebur
Zeitangabe 27.11.1882 - 16.1.1883
Quellenzeitangabe
Originaltext „Georg Roos hielt in seiner Ortschronik „Astheim, vom Bauerndorf zur modernen Wohngemeinde“ aus dem Jahre 1976 über die Jahrtausendkatastrophe fest:
,Nachdem am 27. November 1882 der große Verbindungsdamm gebrochen war, stürzte der Rhein in das Schwarzbachgebiet. Auch der linksseitige Damm konnte der Wucht des Elementes nicht widerstehen; das ganze Ried bis Groß-Gerau wurde einer Überschwemmung ausgesetzt. In Astheim lief das Wasser am 3. Januar 1883 über die Krone des Ortsdammes, glücklicherweise darf man sagen. Wäre nämlich ein Dammbruch hinter der Kirche oder am Pfarrgarten eingetreten, hätten viele Menschen den Tod in den Fluten gefunden. Das Wasser stand bis zum 2. Stock in den Häusern. Noch heute zeigen Wasserstandszeichen an den Häusern den damaligen Stand der Fluten. Zur Rettung und ersten Hilfe waren Pioniere aus Mainz in Pontons herbeigeeilt.
Die Astheimer Einwohner fanden in den benachbarten Dörfern, besonders in Königstädten, Unterkunft. Durch ein Hilfskomitee wurden Nahrungsmittel und Kleidungsstücke aus Mainz für die Geschädigten herbeigebracht. Ein alter Ortsbewohner berichtete, dass sogar die Kühe unter den unmöglichsten Schwierigkeiten in die oberen Stockwerke der Häuser geschafft worden seien.
Der Heimatspiegel des Kreises Groß-Gerau bringt 1883 folgende Kurznachrichten:
1. Januar 1883: Der Hauptdamm zwischen Astheim und Trebur ist gebrochen.
3. Januar 1883: Für Astheim heute Proviant gesammelt. Es soll Hungersnot daselbst geherrscht haben.
3. Januar: Es ist ein erbitterter Zweikampf zwischen Technik und Aufopferung aller Mittel einerseits und dem wuchtigen unerbittlichen Element andererseits.
4. Januar: Von Darmstadt sind Lebensmittel für Astheim und Trebur eingetroffen. Ein Ponton kam mit Kreisingenieur von Rieffel nach Astheim.
Soeben, 16:00 Uhr landete hier ein Schiff mit 110 halb verhungerten und aller Habe beraubten Astheimer. Sie erhalten sofort Verpflegung und Unterkunft.
6. Januar: Gestern Nachmittag traf abermals ein Schiff mit 50 Astheimer Überschwemmten hier ein.
11. Januar: Im Astheim steht das Wasser am Rathaus etwa einen Meter hoch. Es sind daselbst noch 25 Stück Groß- und eine Anzahl Kleinvieh.
16. Januar: Hier stehen die Gebäude noch 5 bis 15 Fuß unter Wasser. Es ist kaum zu glauben, dass Astheim vor gründlichem Austrocknen und Desinfizieren wieder bewohnt werden kann.
… Neben Geinsheim war Astheim das am schwersten betroffene Dorf. Die Gesamtfläche der Gemarkung mit 775 Hektar war restlos überschwemmt. Der Schaden, der auf den Kreis Groß-Gerau fiel, betrug 375.000 Mark. Aus dem ganzen Deutschen Reich gingen Spenden ein, um die Not zu lindern.‘
… Die alten Hochwassermarken an Haus Ecke Alt-Astheim/Pfarrgasse, die Fluthöhe und Jahr markieren, mahnen uns zur Wachsamkeit. Die Hammerkaut, ein ausgestrudelter Kolk, ist ebenfalls Zeuge der Hochwasserkatastrophe von 1883.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   12.10.2013
Beleg Norbert Hämel: Leben mit dem Rhein – Ein stetiger Kampf mit dem Hochwasser, in: Astheim – Geschichte und Geschichten, hg. v. Organisationskomitee 1150 Jahre Astheim, Trebur 1999, S. 313–315, hier S. 314–315.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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