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Eintrag 1194
Schlagworte Trockenheit; Wassermangel
Ortsangaben Reichensachsen
Zeitangabe 29.9.1766 - 10.1766
Quellenzeitangabe von Michaelis an
Originaltext "Von Michaeli an entstund ein großer Wasser Mangell."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.09.2005
Beleg Reichensachsen. Ein Heimatbuch, hrsg. zur 750-Jahr-Feier 1253-2003, Reichensachsen 2003, S. 562.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1249
Schlagworte Dürre; Wassermangel; Pegelstände, niedrige; Futtermangel; Viehpreise, fallende; Fleischpreise, fallende
Ortsangaben Wallau; Lahn, Fluss
Zeitangabe 1893
Quellenzeitangabe
Originaltext „[1893] war entsetzliche Dürre; kein Regen, immer Sonnenschein. Die Lahn war völlig ausgetrocknet. Der Wald war rot, die Wiesen gelb gebrannt von den glühenden Sonnenstrahlen. Es herrschte Futtermangel; gepreßtes Heu wurde eingeführt. Der Leiterwagen voll Heu und etwas darüber kostete 75 Mark. Die Viehbesitzer gingen in den Wald, strippten Laubmai und rupften das dürftige Waldgras. Trotzdem mußte vieles Vieh für einen Spottpreis verkauft werden. Man sagt, die Sonne scheint keinem Bauern aus dem Lande, aber manche Kuh mußte für 35 bis 40 Mark losgeschlagen werden. Das Fleisch kostete 30 bis 40 Pf.; ein ganzes Schaf 3 Mark.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   05.09.2005
Beleg Adolf Menges: Geschichte und Kulturkunde des Dorfes Wallau an der Lahn, Wallau 1936, S. 266.
Bearbeiter Horst Heck
   
Eintrag 1320
Schlagworte Trockenheit; Wassermangel; Beschränkung des Wasserverbrauchs
Ortsangaben Rotenburg, Region
Zeitangabe 8.7.1858
Quellenzeitangabe
Originaltext „Den größern Viehbesitzern und namentlich den sämtlichen Ökonomen dahier wird in Folge des großen Mangels an genießbarem Wasser hierdurch bis auf weiteres der Gebrauch der öffentlichen Brunnen und beziehungsweise des Wassers aus solchen zu anderen Zwecken als zum Kochen und Trinken für Menschen bei Strafe untersagt und werden dieselben vielmehr angewiesen, den Bedarf an Wasser zu anderen Zwecken beim etwaigen Mangel anderer Gelegenheit aus der Fulda zu beschaffen.“
Bemerkungen Zeitungsnotiz, Kreisblatt Nr. 53 vom 10.07.1858.
Bearbeitungsstand   14.09.2005
Beleg Chronik der Stadt Rotenburg an der Fulda von 1700 bis 1972, bearbeitet von Hans-Günter Kittelmann, Kassel 1998 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde; Bd. 30), S. 90.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2319
Schlagworte Hitze, große; Dürre; Mißernte Obst; Mißernte Sommergetreide; Mißernte Brachfrüchte; Wassermangel; Einstellung des Mühlbetriebs
Ortsangaben Hartenrod
Zeitangabe 1719
Quellenzeitangabe
Originaltext 1719 „…war eine große Hitze und Dürre, dass nicht nur kein Obst gewachsen, sondern auch die Sommerfrüchte verdarben, Kraut und Rüben gar nicht aufkamen. Alle Mühlen standen still wegen Wassermangel.“
Bemerkungen Hartenröder Pfarrchronik
Bearbeitungsstand   13.08.2007
Beleg Horst W. Müller (Bearb.): Wommelshausen. 1336-1986. Ein Dorfbuch, hrsg. vom Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e.V, Marburg, 2., überarb. und erg. Aufl. 1995, S. 58.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2337
Schlagworte Hitze, große; Trockenheit; Futtermangel; Mißernte bei Getreide; Teuerung; Wassermangel; Wasserzuteilung
Ortsangaben Wommelshausen
Zeitangabe 1858
Quellenzeitangabe
Originaltext "Wieder sehr heiß und trocken. Kein Futter und Getreide stand im Feld. Sehr große Teuerung. Ein Morgen Heugras kostet 70-80 Gulden; ein Zentner 7-8 Gulden! In diesem Jahr versiegten die Brunnen vollkommen. In manchen Orten standen die Bauern, die noch Wasser hatten, nachts Wache. Das Wasser wurde vielfach in Portionen verteilt. Zu alldem stellten sich auch die Blattern wieder ein.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.08.2007
Beleg Horst W. Müller (Bearb.): Wommelshausen. 1336-1986. Ein Dorfbuch, hrsg. vom Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e.V, Marburg, 2., überarb. und erg. Aufl. 1995, S. 69.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2344
Schlagworte Dürrejahr; Hitze, große; Trockenheit; Wassermangel; Wiesen, verbrannte; Futtermangel; Verfütterung von Laub
Ortsangaben Wommelshausen
Zeitangabe 1893
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die Plage ist groß. 12 Wochen lang fiel kein Regen, die Sonne brannte, Felder und Wiesen sahen braun und grau aus. Die Bewohner liefen den ganzen Tag stundeweit durch den Schelderwald, um grünes Laub oder Futter zu holen. Schafe lagen verendet in der Gemarkung. ... Das Heu musste von auswärts gekauft werden und war fast nicht zu bezahlen. Die Kleie war rar und fast nicht zu bezahlen.“
Bemerkungen Aufzeichnungen des Pfarrers Erwin Groß
Bearbeitungsstand   13.08.2007
Beleg Horst W. Müller (Bearb.): Wommelshausen. 1336-1986. Ein Dorfbuch, hrsg. vom Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e.V, Marburg, 2., überarb. und erg. Aufl. 1995, S. 76.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2367
Schlagworte Trockenheit; Dürre; Hitze, große; Missernte, Obst; Missernte, Sommerfrüchte; Missernte, Brachfrüchte; Wassermangel; Mühlbetrieb, Einstellung
Ortsangaben Hartenrod
Zeitangabe 1719
Quellenzeitangabe
Originaltext 1719: Große Hitze und Dürre, "das nicht nur kein Obst gewachsen, sondern auch die Sommer Früchte ziemlich verdorben, kraut und Rüben aber gar außer geblieben." Alle Mühlen der Umgegend standen still wegen Wassermangels.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Pfarrchronik Hartenrod
Bearbeiter Alexander Ceres
   
Eintrag 2542
Schlagworte Hitze, wochenlange; Trockenheit; Wassermangel; Feuer; Stadtbrand
Ortsangaben Naumburg
Zeitangabe 1684 - 9.7.1684
Quellenzeitangabe
Originaltext „Der 9. Juli, der 6. Sonntag nach Dreifaltigkeit, hatte alle Einwohner in der Kirche des Hl. Crescenz versammelt, um dort der Nachmittagsandacht beizuwohnen. Da ertönte plötzlich der Ruf Feuer. Alle Kirchenbesucher stürzten aus dem Gotteshaus und sahen sich einem ungeheuren Flammenmeer gegenüber. Innerhalb weniger Stunden wurde die Stadt in Schutt und Asche gelegt. Es fehlte an Wasser und Löschgeräten. … Alle Lösch- und Rettungsversuche waren vergeblich, denn in der enggebauten Stadt hatte das Feuer schon um 3 Uhr nachmittags alle Ortsteile ergriffen und fand nach der wochenlangen Hitze und Trockenheit vorher an den ausgetrockneten mittelalterlichen Bauten reiche Nahrung.“
Bemerkungen Zitiert nach: Volker Knöppel: Brand und Wiederaufbau der katholischen Stadtpfarrkirche in Naumburg, in: ZHG 96 (1991), S. 173-190, hier S. 178.
Bearbeitungsstand   05.11.2008
Beleg Karl J. Thiele: Naumburg. Bilder aus der Geschichte einer alten Stadt, 1950, S. 62.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2571
Schlagworte Trockenheit, anhaltende; Wassermangel
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 7.1761 - 8.1761
Quellenzeitangabe
Originaltext Am 19.2.1761 zündete die französische Armee unter Marschall Broglio die Hersfelder Stiftskirche an, die bis dahin der französischen Armee als Fruchtmagazin gedient hatte und der näher rückenden alliierten Armee in die Hände zu fallen drohte. „Als der letzte Franzose die Stadt verlassen hatte, da war die ganze Stiftskirche ein Flammenmeer, das allen Löschversuchen Hohn sprach. … Wohl konnte man am folgenden Tage noch erhebliche Vorräte den Flammen entreißen, aber das Feuer war nicht zu ersticken. Noch am 8. August berichtete Hartert (der damalige Bürgermeister von Hersfeld), daß es sowohl in der Stiftskirche wie im Marstall stark gedampft, und als man etwas aufgeräumt habe, die hellen Flamme aufgeschlagen sei. Sogar am 30. Oktober brannte es noch im Stift. Auch in der Stadt hatten die Franzosen übel gehaust, alle Wasserkümpfe, der Weiher und der Brunnen vor dem Rathaus waren voll Mehl geschüttet. Noch im Juli war letzterer trotz wiederholter Aufräumung nicht wieder benutzbar. Im August reinigte man ihn zum drittenmal und doch wollte sein Wasser noch immer nicht klar werden. Dabei herrschte Wassermangel infolge anhaltender Trockenheit.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.01.2009
Beleg Wilhelm Neuhaus: Die Zerstörung der Hersfelder Stiftskirche am 19. Februar 1761, in: Wilhelm Neuhaus, Geschichten von Hersfeld, Gesammelte Aufsätze aus „Mein Heimatland“, ausgewählt, bearbeitet und mit Anmerkungen versehen von Michael Fleck, Hersfelder Ge
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3010
Schlagworte Hitze; Dürre; Wassermangel
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 1858
Quellenzeitangabe
Originaltext „Das Jahr war ein sonniges, heißes und dürres, so daß Wassermangel und Futtermangel sich einstellte und die Viehpreise bedeutend weichen mußte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 173.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3104
Schlagworte Trockenheit; Wassermangel
Ortsangaben Rauschenberg
Zeitangabe 1857
Quellenzeitangabe
Originaltext Das sind alles sehr nützliche Mitteilungen, wenn er z. B. für 1857 berichtet, daß infolge allzu großer Trockenheit alle Brunnen versiegt wären und die Leute sich ihr Wasser von weither, von der Wohra hätten holen müssen, ...
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   22.06.2009
Beleg Friedrich Prüser: Rauschenberg. Die Geschichte einer kleinen hessischen Stadt. Zur Siebenhundertjahrfeier seiner Stadtwerdung. Rauschenberg 1966, S. 265.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3397
Schlagworte Trockenheit; Dürre; Wassermangel; Brunnen, vertrocknete
Ortsangaben Fulda, Stadt; Fulda, Gegend
Zeitangabe 1616
Quellenzeitangabe
Originaltext "Anno 1616 ist im Stiff Fulda ein gross dürrung gewessen, hatt man hin undt witter kein wasser kundt bekommen, undt sindt die bron vertrockenet."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Die chronikalischen Aufzeichnungen des Fuldaer Bürgers Gangolf Hartung (1607–1666), in: Fuldaer Geschichtsblätter 9 (1910), S. 51.
Bearbeiter U. Volz
   
Eintrag 3432
Schlagworte Jahr, trockenes; Winter, kalter; Brunnen, versiegte; Wasserleitungen, gefrorene; Wassermangel
Ortsangaben Süß
Zeitangabe 1822
Quellenzeitangabe
Originaltext Im Zusammenhang mit der Beschreibung des Baus eines 1821 neu erbauten Brunnens heißt es in der Kirchenchronik des Dorfes Süß: „Das Jahr 1822 zeichnete sich durch seine schöne warme Witterung aus. Die lange Trockenheit hatte für unsern Ort Wassermangel verursacht. Selbst der im vorigen Jahre angelegte Brunnen, der aus dem Glasegraben hierher geleitet wurde und bei der Kirche springt, lieferte sehr spärliches Wasser. Im Winter große Kälte. Großer Wassermangel. Viele Quellen sind ganz vertrocknet und alle haben nur noch wenig Wasser. Hier war der Glimborn trocken, das Wasser nach der obersten Tränke reicht nicht mehr bis dahin zu und der neue Brunnen hat zwar in der Brunnenkammer genug, da aber die Röhren zu flach, an manchen Plätzen ganz zu Tage gelegt worden sind, so frieren sie zu und sprangen. Es muss daher das Wasser außer dem Dorf geholt werden. Entweder zum Rode, wo Löcher ins Eis gehauen werden müssen oder im Stollen bei der Diedingsmühle, oder auf der Hütte. Zum Brauen wird das Wasser im neuen Teich in Ulfterode geholt.“ Im November 1822 wurde vom neuen Brunnen ausgehend eine Nebenbrunnenleitung ins Dorf gelegt.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Süß – das Dorf und seine Menschen. Beiträge zur Geschichte unsers Dorfes, zusammengetragen von Anneliese Krauß-Neumann, hg. v. Gemeindevorstand der Gemeinde Nentershausen, Bad Hersfeld 2005, S. 165f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3482
Schlagworte Süd-West-Wind, starker; Hitze, große; Wassermangel; Feuersbrunst
Ortsangaben Dipperz; Langenbieber; Weihershof
Zeitangabe 2.9.1892
Quellenzeitangabe
Originaltext Am 2.9.1892: „Um ½ 10 Uhr vormittags war in der Scheune, bzw. auf dem Gerüste des am südlichen Ende des Dorfes wohnenden Hüttners und Schuhmachers Detig, als dieser mit den Seinigen da mit Dreschen beschäftigt war, auf ein unbekannte Weise Feuer ausgebrochen, welches alsbald das dranhängende Wohnhaus sowie das nahe gelegene Nebenhäuschen mit aller Wucht erreichte und niederbrannte. Bei gänzlicher Windstille oder bei günstigem N.-O.-Winde wäre es dem von Dipperz schnell herbeigeeilten Löschpersonale, da die brennende Hütte am südlichen Dorfsaume lag, ein Leichtes gewesen, das Feuer auf seinem ursprünglichen Herde zu dämpfen, doch drei bis vier übele Umstände waren es, die es verursachten, daß die kleine Feuersbrunst so geschwind zu einem hier noch nie gesehenen, großen Riesenbrande sich ausdehnte, nämlich: 1. Ein während des Brandes sehr stark wehender S.-W.-Wind; 2. die tropische Hitze während des diesjährigen Sommers, wodurch die Gebäude leicht zündbar geworden waren; 3. die vorgerückte Jahreszeit, zu welcher das Futter auf den Wiesen bis auf den letzten Halm eingefahren sowie sämtliches Getreide einer reichlichen Jahresernte eingescheuert war, wozu 4. noch der vom vorhergegangenen heißen Sommer herrührende, allgemeine große Wassermangel als Mitschuld trat.“ (S.14–15)
„Brennende Dachfinder sind von der außerordentlichen Hitze bis nach Langenbieber, angebrannte Ähren sogar Stunden weit, bis zum Weihershof getrieben worden. Manche Besitzer von hier waren ahnungslos bei irgendeinem brennenden Gebäude eifrig mit Löschen und Rettungsarbeiten beschäftigt, zu ihrem größten Schrecken erfuhren sie auf einmal, daß ihr eigenes Anwesen selbst lichterloh brenne, es waren diesen dann nicht mehr möglich, das Allernotwendigste für sich zu retten. Das verheerende Feuer griff so rapid um sich, daß in dem kurzen Zeitraum von 2 Stunden das halbe Dorf in eine Schutthaufen umgewandelt war.“ (S.17–19) Es brannten 17 Wohnhäuser, 37 Nebengebäude und die Pfarrkirche ab.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Gerhard Reisinger: Der Lehrer und sein Dorf. Orts-, Kirchen- und Schulgeschichte aus der Chronik der Schule Dipperz, Hofbieber-Wiesen, nach 1984, S. 14–19.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3510
Schlagworte Sommer, heißer; Sommer, trockener; Wassermangel; Getreideernte, gute; Kartoffelernte, sehr gute; Futtermangel; Lebensmittelpreise
Ortsangaben Hersfeld; Meisebach
Zeitangabe 6.1892 - 1.10.1892
Quellenzeitangabe
Originaltext 1. Oktober [1892]: „Der Sommer war so heiß und anhaltend trocken, dass im August alle Wasserquellen versiegten und in der städtischen Wasserleitung Mangel eintrat. Der Hofbesitzer von Meisebach stellte monatelang das Wässern seiner Wiesen im Quellengebiet ein, um der Wasserleitung möglichst viel Wasser zuzuführen. Er wurde dafür von der Stadt entschädigt. Die im Mönchesgrund aufgesuchten Wasserquellen sind nicht belangreich genug gewesen, um durch ihre Zuführung die städtischen Wasseranlagen dergestalt verbessern zu können, dass sie dem Bedürfnis völlig genügt haben würden.
Die Ernte an Körnern war durchweg eine gute, die Kartoffelernte sehr reichlich; dagegen gab es infolge der Trockenheit wenig Futter. Zu Michaeli kosteten: Weizen 16,50 M., Roggen 14,50 M., Gerste 15,50 M., Hafer 13,50 M., die 150 Kilo. Kartoffeln wurden 150 Kilo mit 7,50 M., später mit 5 M. und 4,50 M. bezahlt. Fleischpreise: Rindfleisch 1,20 M., Schweinefleisch 1,30 M., Kalbfleisch 0,90 M., Hammelfleisch 1,20 M. das Kilo.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 217f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3512
Schlagworte April, trockner; April warmer; Mai, trockner; Mai, warmer; Wassermangel; Hagelwetter; Gebäudeschäden; Dürre; Futtermangel; HilfsmaßnahmenMissernte Hafer; Missernte Gerste; Roggenernte gut; Weizenernte gut; Kartoffelernte gut; Lebensmittelpreise
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 4.1893 - 29.9.1893
Quellenzeitangabe
Originaltext „War schon im vorigen Jahr die Trockenheit groß, so wurde solche in diesem Jahr [1893] noch übertroffen. Im April und Mai, wo das Thermometer bis 26 und 33 Wärmegrade [nach Reaumur] aufwies, blieb der Regen fast vollständig aus; in den beiden folgenden Monaten kam er nur sehr spärlich. Es herrschte eine Wassernot, wie man sie nicht zu erinnern wußte. Am 28. Juni zerstörte ein furchtbares Hagelwetter, von Südwest kommend und nach Norden gehend, einen Teil der Feldflur, es fielen Eisstücke von der Stärke kleiner Hühnereier bis zu 20 Gramm schwer. Fast in allen Häusern der Stadt wurden Fensterscheiben zerschlagen, im städtischen Soldatenhaus allein 147 Stück. Infolge der Dürre trat im ganzen Reich großer Mangel an Futter- und Streumitteln ein, sodass die Regierungen und landwirtschaftlichen Verbände zu außerordentlichen Hilfsmaßnahmen schreiten mußten. Für unsern Kreis trat der Kreisverband in der Weise helfend ein, dass er größere Mengen der in Rede anstehenden Stoffe aufkaufte und den Landwirten zum Selbstkostenpreis unter Stunden des Kaufpreises abgab. Die Gemeinden hatten für die Empfänger Bürgschaft zu leisten. Die Ernte an Futter, Hafer und Gerste war hiernach nur gering, während Korn und Weizen, soweit vom Hagel verschont geblieben, sowie Kartoffeln einen guten Ertrag lieferten. Zu Michaeli kosteten 100 Kilo Hafer 18,24 M., Korn 13,65 M., Weizen 16,10 M., Gerste 17 M., Heu 13 M., Stroh 8 M., ein Kilo Brot 20 g.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 224.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3597
Schlagworte Wassermangel; Behinderung der Messingproduktion
Ortsangaben Leutenberg; Grünau
Zeitangabe 1.1722 - 12.1722
Quellenzeitangabe
Originaltext Am 7.12.1719 wurde Marcus Fulda in Rudolstadt als Hütten- und Hammerinspektor für die Kupferhütten in Leutenberg und der Messinghütte Grünau, die 5 km südlich von Leutenberg lag, vereidigt (S. 171). Im Rahmen dieser Tätigkeit kam es wiederholt zu Konflikten mit einem Oberfaktor Fleischmann, der für den Vertrieb aller Kupfer- und Messingerzeugnisse aller Werke, einschließlich der Rohstoffversorgung des von ihm in Personalunion geleiteten Messingwerkes in Grünau. Dieser machte Fulda den unberechtigten Vorwurf, ihm technisch ungenügenden Rohmessing zu liefern, worüber ein Schriftverkehr geführt wurde, in welchem Fulda sich rechtfertigte. „In seinem Antwortschreiben … vom 18. Januar 1723 … wies Fulda darauf hin, daß … anderntheils aber bekanntermaßen der im vorigen Sommer und Herbst eingefallene große Wassermangel …, weswegen ich, wie beyliegender Specifikation zu ersehen, 70 Tage habe feyern müßen, [was] eine nicht geringe Verhinderung in der Arbeit verursacht hat.“ (S. 175)
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.09.2011
Beleg Karl Hachenberg und Helmut Ullwer: Marcus Fulda (1689–1734). Hessischer Hützten- und Hammerinspektor und kaiserlicher Berghauptmann, in: ZHG 110 (2005), S. 159–191.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3675
Schlagworte Trockenheit; Wassermangel; Niedrigwasser; Mühlenstillstand
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 11.1766
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 5.11.1766 stellte die Polizeikommission in Kassel den Antrag, „an schicklichen orthen bey der stadt“ einige Windmühlen einzurichten. Wegen „dem gantz ohngewöhnlichen“ Niedrigwasser seien „sämbtliche hiesige mühlen mit einer menge früchte angefüllet, welche keinen waßers wegen nicht gemahlen werden können“. Aus der Bevölkerung höre man bereits „viele klagen“ darüber."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.06.2012
Beleg Rüdiger Störkel: Windmühlen in Nordhessen am Vorabend der industriellen Revolution, in: Jahrbuch Landkreis Kassel (1979), S. 69–74, hier S. 71.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4106
Schlagworte Sommer, dürrer; Wassermangel; Getreidemangel; Teuerung
Ortsangaben Schlitz; Fulda; Wetterau
Zeitangabe 1765 - 1766
Quellenzeitangabe
Originaltext „Nach diesem turbulenten Jahr 1765 ,haben die Bauer im Herbst geblut, weil es ein dürrer Sommer war; es ist auch Mangel an vielen Orten an Wasser gewesen.‘
In dieser Not entschloß sich (der arbeitslose Brauer) Weisssbeck zur Aufnahme einer artfremden Tätigkeit: Am 12. März 1766 ,bin ich mit einem Schleifkarren das erste Mal auf Fulda gegangen.‘ Der 37jährige Braumeister war also zum Scherenschleifer geworden.
Der Hunger in Schlitz war so groß, da Brot von Fulda geholt werden mußte: ,Von Fulda ist ein Wagen voll auf Schlitz geschickt worden … Ist große Noth an Brodt und Gelt. Kein Korn ist zu kriegen bei unsern Bauern. Das Hessengeld ist auch abgesetzt (= abgewertet). Bauern aus der Wetterau mit ganzen Wagen voll Korn kommen zu uns. Gilt die Mest 1 Gulden 5 Kreuzer … Die Bauern aus der Wetterau brachten Korn, Weizen und Gerste, alles, was zu unserer Nahrung nötig war.‘“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   02.08.2014
Beleg Aus der Chronik des Braumeisters Johann Adolph Weissbeck, in: Heinrich Sippel: Notizen aus der Reichsgrafschaft 1775–1772. Nach einem alten Tagebuch. Schlitz im Spiegel der Geschichte, Heft 22, Schlitz 1992, S. 18.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4213
Schlagworte Trockenheit; Brunnen, ausgetrocknete; Wassermangel
Ortsangaben Hochstadt
Zeitangabe 9.1617 - 12.1617
Quellenzeitangabe
Originaltext 1617: „Im Nachsommer trockneten hier in Hochstatt alle Brunnen aus, und der Mangel am Wasser war bis zu Ende des Jahres so groß, dass man selbiges in der Mühlbach holen mußte."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   05.01.2015
Beleg Auszug eines im Manuscript vorhanden und vom Jahre 1563 bis 1617 geführten Jahr- und Tage-Buchs von Hochstadt, in: Hanauisches Magazin 1 (1778), S. 17–24, hier S. 24.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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