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Eintrag 9
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen
Zeitangabe 1.1.1824 - 31.1.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "Der

Januar

dieses Jahrs fuhr fort, wie der December des diesem vorgehgehenden Jahres geendigt hatte. Die Käälte erreichte gegen Ende desselben den höchsten Grad. Man beobachtete 23 und 24° R. unter 0 bey hellem Himmel und scharfem Nordostwinde. Es war daher so trocken, daß das Wasser schon jetzt anfing zu mangeln und die Brunnen auf den Höhen versiegten. - Dem Winterfelde gebrach es an einer Schneedecke, und hatte man daher wohl Grund zu befürchten, daß ihm Schaden drohe. - Nun aber fiel Schnee und gleich darauf trat Thauwetter ein, welches bis zu Ende des Monats anhielt und dem bis dahin Statt gehabten Wassermangel einigermaßen abhalf. Es zeigte sich nun auch, daß die Winterfrüchte von der Kälte doch nicht gelitten hatten; sie standen vielmehr nach Abgang des Schnees, mit Ausnahme des Winterrübsamens, im Ganzen recht gut; dahingegen waren viele Kartoffelvorräthe erfroren; ein Ereigniß, welches, besonders für die Armen, nicht anders als äußerst drückend seyn mußte."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 17.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 10
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen
Zeitangabe 1.2.1824 - 28.2.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "Februar.

Bey der auffallenden abwechselnden Witterung dieses Monats, in welchem sich Schnee, Regen, Winde und heitere Zwischenräume schnell aufeinander drängten, blieben die Winterfrüchte in gutem Stande, jedoch zeichneten sich selbst in den schlechtesten gegenden die früh besäeten Felder vor den später gebauten vortheilhaft aus. Wie es denn natürlich ist. Bey einer sattsam frühern Bestellung des Winterfeldes haben die jungen Saaten Zeit genug, kräftig heran zu wachsen und so den nachtheiligen Einflüssen der Winterwitterung desto besser Trotz zu bieten und sie zu überstehen. Immer deutlich aber bemerkte man den Schaden, den der Winterrübsaamen, besonders der später gesäete, gelitten hatte. In hochliegenden Gegenden gewährte er nur allein noch einige Hoffnung zu einer mittelmäßigen Ernte.

Für die Kleefelder war der nächtliche Frost und das Thauwetter währende der Tageszeit höchst nachtheilig, wovon die Folgen, besonders für den zweyjährigen Klee, leider nur zu bekannt sind."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 17.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 11
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen
Zeitangabe 1.3.1824 - 31.3.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "März.

Dieser fuhr mit gelinden Nachtfrösten fort, welche der mittägige Sonnenschein bey 4 bis 3° R. über 0 und einem Barometerstand von 27° 1' bis 27° 9' vom 1ten bis zum 9ten leicht aufthaute. Der Monat war im Ganzen gelinde, aber stürmisch und abwechselnd von Thau, Regen, Schneegestöber und Sonnenschein begleitet, welcher letztere gegen Ende des Monats vorwaltete und den Frühling brachte. Den 24. Und 25sten Morgens Nebel. Es herrschten West-, Süd-West- und Ostwinde. Der höchste Stand des Barometers war 28° 5''; der niedrigste 26° 8'. Der Thermometer fiel kaum einmal unter dem Gefrierpunkt. Er schwankte anfänglich zwischen 1 und 4° R, stieg dann zu 8, 10, 12 und zuletzt auf 13 1/2° R. - Am 29sten Gewitter mit Donner und damit der Anfang des eigentlichen Frühlingswetters.

Die Feldbestellung nahm ihren Anfang in den wärmeren Gegenden des Landes; in den nördlicher gelegenen schritt man zum Aufräumen, Wässern und sonstigen Behandeln der Wiesen; ackerte die im Herbst liegen gebliebene Winterstoppel um und brachte Dünger auf das Brachfeld. -

Am Ende des Monats fingen die Arbeiten in den Gärten an, die Pflanzenstücke wurden bestellt und die Landschafe blieben von jetzt an im Pfirch."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 17-18.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 12
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen
Zeitangabe 1.4.1824 - 30.4.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "April.

Der April verläugnete seinen eigenthümöichen Charakter nicht. Er war im Ganzen rauh und unfreundlich, mehr trübe als heiter, windig und regnerisch. In der ersten Hälfte des Monats herrschten rauhe Nord-, Nordost- und Nordwest-Winde, welche mehrmals gegen Morgen Wasserreif verursachten und den Boden sehr austrockneten. Einigemal trat kalter Regen ein, auch ward ein Gewitter mit Schloßen bemerkt, welches aus N. W. kam.

Die zweyte Hälfte dieses Monats wechselte mit heiterem Himmel, Schneegestöber, kaltem Regen, Schloßen und Nachtfrost, bey vorherrschendem N. O. und N. W. Gewitter mit Schloßen aus W. Dadurch wurde die Vegetation sehr zurückgehalten. Die Birken z. B. fingen erst gegen die Mitte des Monats in den südlichen Lagen an auszuschlagen, entfalteten sich aber erst vollends, nachdem den 24. Und 25sten starker Regen gefallen war. Nun fingen auch Ulmen, Ahorn, Kornelkirschen zu blühen an; und gegen Ende des Monats Aprikosen und Pfirschen. - Bey dem Allen zeigte sich der Barometer wenig veränderlich. Der tiefste Stand war 26° 9' 5'', der höchste 27° 11' 5''. - Der Thermometer stand am Anfange des Monats höher als gegen sein Ende. Er zeigte sich aber bey uns weder so tief, noch so hoch, als er anderwärts beobachtet wurde, nämlich nicht über +14° R. und nicht unter +9° R. am Tage; Nachts aber war er mehrmahls - 3 bis 4°. Dabey entwickelte sich der Graswuchs schlecht, was bey dem Futtermangel für die Schafe höchst nachtheilig war."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 18.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 15
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen
Zeitangabe 5.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "Mai.

Der Blüthen- und Wonnemonat des Jahres verdiente sich diesmal mit Recht diese Benennungen, was bekanntlich nicht immer der Fall ist. Er begann warm und schön unf ward recht zusehends immer wärmer und schöner. Und wenn in den ersten Tagen auch die Nächte so kalt waren, daß das Quecksilber einen, ja einige Grade unter dem Gefrierpunkt fiel, so waren die Tage doch desto wärmer und der Thermometer sank nicht mehr unter +10° R., ja er stieg auch auf +20° R. - Andere wollen selbst +24° R. gehabt haben. Gewöhnlich waren +15° bis 18° R. Diese Wärme wechselte mit einzig fruchtbarem Regen, wobey das Pflanzenwachsthum augenscheinlich gedieh. Gleichwohl wollte sich der Graswuchs nicht durchaus, sondern nur da, wo ihm Lage, Fleiß und gute Behandlung zu Statten kamen, heben. - Gegen das Ende des Monats störten Sturmwinde aus N. und N.O. die Vegetation, welche mit ihm selbst aber auch wieder zu Ende gingen, während man in einigen Gegenden über anhaltende Trockniß klagte. - Im Anfange des Monaths blühten die Kirschen, Mandeln, mehrere Weiden, die Eschen, einige Coniceren, der Hirschholunder; Pflaumen und Birnen und dann auch die Aepfel schon gegen das Ende des ersten Drittheils, und zwar sämmtlich in größter Fülle. - Die Blühten des Weißdorns entwickelten sich zu Anfang des letzten Drittheils. Damit endigte dann auch die Blüthe der schon zu Ende des vorigen Monaths zu blühen angefangenen Raps- und Rübenfelder. Leider, ihrer nur wenige und auch diese nur dünn stehend vorhanden waren!"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 18-19.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 20
Schlagworte Witterung; Preise
Ortsangaben Kurhessen; Grebendorf; Ebsdorf; Eschwege; Reichensachsen; Fulda; Ziegenhain; Ottrau; Landsburg; Röllshausen; Weißenborn; Görzhain
Zeitangabe 1.1.1824 - 30.6.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "Junius.

Die in den letzten Tagen des Mai's durch Nord- und Nordost-Winde gestörte druchtbare Witterung wurde durch die große mit vieler Feuchtigkeit verbundene Wärme der ersten Hälfte des Juni's wieder gut gemacht; die zweyte aber entsprach der erstern desto weniger. Sie war durchaus unfreundlich, regnerisch kühl. Es gab mitunter Schloßen, gegen das Ende Gewitter, und die Temperatur erhob sich bey Süd-West- und N. W. Winden nicht über + 14 bis 15° R.

Die Einflüsse, welche dieser im Allgemeinen angegebene Witterungsstand in der ersten Hälfte des Jahrs 1823 auf Land- und Hauswirthschaft äußerte, waren kürzlich in gedrängter Zusammenstellung folgende.

Die Bestellung der Winterfelder war im vorigen Jahre, unter Begünstigung des besten Wetters dazu, sehr gut von Statten gegangen, und das Samenkorn hatte von ausgezeichneter Güte gewählt werden können. Dieß hatte zur Folge, daß die Wintersaat herrlich auflief, und so (besonders die im Herbst sehr früh ausgesäete) der Anfangs Januar nachtheiligen Witterung Trotz bieten konnte. Der in der zweyten Hälfte dieses so äußerst strengen Wintermonats gefallene Schnee begünstigte noch vollends die kräftigste Bestaudung des Waizens und Roggens. Nur für Winterrübsamen und Klee war die wohlthätige Schneedecke zu lange ausgeblieben, daher auch beide Zweige des Pflanzenbaues fast gänzlich fehl schlugen. - Sowohl Klee als Raps- als Wintersamenstücken wurden an verschiedenen Orten von sehr thätigen Landwirthen, erstere nach aufgegangenem Froste durch kräftiges Überwalzen, und letztere, besonders da, wo sie nicht allzusehr der Kälte ausgesetzt waren, behackt (dieß namentlich von den Einwohnern der Gemeinde Grebendorf, Kreis Eschwege) und beyde Verfahrendarten brachten durch ihren guten Erfolg Vortheil. - Sie mögen daher in Fällen ähnlicher Art, vor denen uns aber der Himmel gnädig bewahren wolle! Zur Nachahmung dienen!

Sämmtliche Hausthiere befanden sich in gutem Gesundheitszustande, dahingegen verursachte Stroh- und Futter-Mangel Besorgniß für ihren Nahrungszustand, zumal, da viele Kartoffelvorräthe erfroren waren, welches besonders bey Schafen üblen Einfluß auf Wollgewinnung befürchten ließ. - Besorgte und gute Schafzüchter mußten daher mit der Futterung ihres Wollviehs den ganzen Winter hindurch sehr zu Rathe gehen, um wahrem Mangel vorzubeugen. Sie gaben entweder Häcksel, Heu und Kartoffeln (Heu und Häcksel von jedem 1 Pf. kurz geschnitten, die Kartoffeln gestoßen ebenwohl 1 Pf. Untereinander gemengt auf ein Landschaf) oder mit Grummet klein geschnittenes Waizen- oder Hafer-Stroh und laulich warmes Branntweinspülig (besonders den Mutterschafen), und kamen so glücklich und ohne Nachtheil für ihre Heerden bis zur Grünfütterung durch.

Andere haben starken Verlust an Lämmern gehabt, die wegen Futtermangel und zu frühem Austreiben stark fielen.

Auch war während der strengen Kälte nicht unbedeutender Verlust an jungen Ferken, welche, so bald sie geworfen waren, erfroren. Andern Nachtheil hat due Kälte auch dadurch gebracht, daß Kühe, welche mit erfrorenen und nicht zuvor wieder in kalten Wasser aufgethauten oder gekochten Kartoffeln gefüttert worden waren, häufig verkalbten.

Alle landwirthschaftlichen Erzeugnisse standen um diese Zeit sehr niedrig, und fast ohne Unterschied, wie zu Ende des vorigen Jahrs, viele unter dem Productionswerth, und dabey stockte, wie noch jetzt, fast gänzlich aller Verkehr mit denselben. Auf dem Ebsdörfer Pferdemarkt der Provinz Oberhessen standen 500 Pferde zum Verkauf und 80 wurden nur abgesetzt.

Nach heu, Stoh und Saatfrüchten, so wie nach jungen Schweinen war noch allein Frage, jedoch wenig Nutzen beym Verkauf dieser Gegenstände zu ziehen. Hülsenfrüchte zur Aussaat waren sehr rar, so wie der ärmere Landmann wahre Noth an Sommersaat und Brodfrüchten litt, welche ihm so viel als thunlich von denen herrschaftlichen Böden verabreicht wurden.

Feldmäuse, wo sie in den letzten Monaten des vorigen Jahrs als Landplage haußten, wurden durch Kälte und Nässe ziemlich gestört.

Die Wiesenkultur war bey dem allgemeinen Kleemangel fast überall emsiger, als je betrieben worden, und hoffen wir, daß der bemerkte gute Erfolg davon für die Zukunft dieselbe noch mehr in Aufnahme bringen wird.

Schon Mitte März fing man mit der Aussaat von Mengefrucht zur Futtergewinnung an; auch säete man Hafer zur Abhütung mit den hungrigen Lämmern. Gegen Ende des Monats wurde Hafer auf Körnerbau gesäet. Am Ausgang dieses Monats zeigte sich der früh, etwa 8 Tage nach Michaelis, in kräftigen Boden gesäete Roggen, und besonders da, wo er im Spätherbst wenig von den Mäusen heimgesucht worden war, kräftig bestaudet, üppig und grün, so daß er bey trockenem Wetter mit den Schafen behütet werden mußte.

Ebenso verhielt es sich mit dem Waizen, dahingegen der auf alten Kleeländern bestandene schlecht ausfiel. Alter Klee in feuchtem kräftigen Boden stand gut und versprach einigen Ertrag. Winterrübsamen auf Höhen, wo er mehr Schnee als in den Niederungen gehabt hat, und da, wo er gegen N. und N. O. Winde geschützt war, hauptsächlich dünn bestandener, zeigte sich gut. Der am üppigsten und dicht gestandene aber war gänzlich vom Froste vernichtet, wozu die leichtere Fäulniß der Wurzeln dieses Standes wegen viel beygetragen haben mag. Dieß giebt Winke, den Raps- und Wintersamenbau mehr durch's Pflanzen, statt der breitwüchsigen Aussaat, zu sichern.

Emsige Landwirthe haben auch dieses Frühjahr die verwinterten Stellen des Rapses, Tölpels und Winterrübsamens von den gut bestandenen mit bestem Erfolge auspflanzen lassen.

Die rauhe und trockene Witterung des Aprils benahm fast alle Hoffung - besonders auf frühe Futtergewinnung - wozu noch Ausgangs März im Felde für Menschen und Thiere Ursache genug vorhanden war; die Winterfrüchte verloren von ihrem guten Ansehen, die Wiesen blieben zurück, und der Futtermangel stieg aufs Höchste. - Rindvieh und besonders Schafe mußten ihre Zuflucht zu den Wiesen nehmen, welches denselben bey dem, durch Kälte zurückgehaltenen Graswachsthum ausnehmend schädlich war. Dadurch wurde die Emsigkeit der Landleute angespornt, sich im Brach- und Sommerfeld früher, als je zu zeigen, dieselben zur Saat und Pflanzung vorzubereiten und selbst mit bederley Arbeiten darin zu beginnen.

Viele Äcker verwinterten Waizens mußten mit sammt den verwinterten Kleeäckern umgepflügt werden; dagegen blieben in derselben Breite liegende gemergelte Waizenstücke ihres Guten Standes halber der Sichel aufbewahrt.

Die fortdauerende rauhe Witterung des Aprils hielt aber zugleich das frühzeitige Aufbrechen der Obst- und Waldbaumknospen zurück, und berechtigte zu der Hoffnung reicher Obst-Ernten und guter Waldmast.

Die fruchtbare Witterung der ersten Hälfte des Maimonats half den schwach bestandenen Winterfeldern wieder auf und vermehrte das üppigste Gedeihen der besser bestandenen. Der üppig gebliebene Wintersamen blühte schön, reich und die bey der begünstigendsten Witterung so äusserst gut hergerichteten Sommer- und Brachfelder grünten jetzt herrlich; auch der Frühlein stand gut, verlangte aber nach Regen. Ebenso der Klee unter Gerste, welcher wenig, der unter Hafer aber desto mehr Aussicht gewährte.

Gut gewässerte und gedüngte Wiesen versprachen reichliche Heuernte, schlecht bestellte sehr geringe. Im Ganzen hat sich der Klee, selbst auch bey fleißigem Gypsen, wenig erhalten, natürlich: denn wo alles Leben erstorben ist, kann auch der Gyps nichts nützen, kein neues hervorbringen. Die Hülsenfrüchte und der Hafer waren gut aufgelaufen.

Die Obstpflanzungen standen um diese Zeit gut. Pflaumen hatten etwas, Aprikosen, Pfirschen und Wallnüsse aber desto mehr gelitten. Alle Gartengewächse versprachen gute Ernte.

In einigen südlichen und fruchbaren Gegenden des Landes hatte der Roggen schon gegen den 8ten geschossen und war gegen den 21ten zum Blühen gekommen; anderwärts bemerkte man erst gegen den 29sten die ersten Blühten im Roggen. Er blühte gut ab und setzte vortrefflich an, so daß man sich eine ausgezeichnete Ernte und gute mehlreiche Körner versprechen konnte.

Nicht minder der Waitzen. Er trat gegen Ende des Monats in den Halm und blühte dann auch gut ab. Er ist nicht allenthalben gut gerathen, besonders hatte er auf kaltgründigen Thonboden und durch die Kühle und regnerische Juniwitterung gelitten, auch zeigte sich Brand in demselben.

Noch immer herrschte großer Futtermangel; auch litt der Aermere an Brotkorn Noth, was im Fuldaischen sogar aus dem Ausland hat bezogen werden müssen. Mengefrucht, auch Roggen und Hafer mußten theils den mangelnden Klee ersetzen. An vielen Orten bey geeigneter Behandlung und fruchtbarem Sandboden that dies mit großem Vortheil der Spörgel.

Der Stand der Sommer- und Brachfrüchte war im Laufe des Juni vortrefflich. Der lein und Sommerrübsamen versprachen reiche Ernten. Zu Kernobst war viel Hoffnung. Die schönen Aussichten auf ein reiches Weinjahr wurden aber schon durch das viele Regnen zur Blühtenzeit sehr getrübt. Der Hopfen wurde durch Mehlthau und Blattläuse heimgesucht und mißrieth. Die Heuernte fiel im Ganzen mittelmäßig aus; doch ging sie bey günstigem Wetter gut von Statten. - Viel Wiesengras hatte müssen grün verfuttert werden.

Die Anbauversuche mit der Kaffeewicke hatten guten Fortgang.

Die Bienen, welche sich so gut anließen, viel und frühe Schwärme versprachen, brachten erst der kalten Mainächte wegen nicht viel vor sich und wurden dann durch die Kühl regnerische Juniwitterung die ausgelaufenen Königinnen umzubringen bestimmt.

Die Schafschur war allenthalben, wenn auch der naßkalten Witterung und dem schlechten Nahrungsstand des Wollviehs wegen etwas spät, doch gut vollbracht worden, der Wollertrag war nicht unbeträchtlich, und überstieg die früher davon gehegten Erwartungen.

Der gesundheitszustand der Hausthiere zeigte sich im Ganzen genommen gut. - Im Kreise Ziegenhain, der Provinz Oberhessen, herrschte in einigen Schafheerden die Mundfäule. Auch äußerte sich hin und wieder unter den Schweinen die Bräune, welche aber in Folge der eingetretenen kühlen Witterung und des Regens in diesem Monat mit jener Krankheit bald wieder verschwand.

Unter den besondern Natur-Erscheinungen war in diesem ersten halben Jahre ein starkes Gewitter, welches mit Schloßen-Regen und Eisstücken vermischt, den Fluren von Ottrau, Kreis Ziegenhain, beträchtlichen Schaden zufügte, indem es fast das ganze Winter- und Sommerfeld zerstörte. Es stiegden 7ten Juni an der Landburg auf, zog links am Dorfe Röllshausen vorbey nach Osten, stellte sich bey der Ottrau einige Stunden fest und entlud sich daselbst unter den angegebenen Folgen. Von da zog sich das Hagelwetter nach Weißenborn und Görzhain und richtete daselbst ebenfalls, doch keinen so beträchtlichen Schaden, wie bey Ottrau an.

Die Klagen über beträchtlichen durch Wildfraß und dessen Verheerungen erzeugten Schaden in Felder und Gärten, waren groß und allgemein.

Wenn im Anfang des Jahres die Preiße der landwirthschaftlichen Erzeugnisse im Allgemeinen denen gleich blieben, welche diese am Ende des vorigen gehabt hatten, so erfolgte gegen Ablauf des 1sten und bis zur Mitte des 2ten Quartals einige Erhöhung derselben, besonders der Futtergewächse, des Strohes, der Saatfrüchte, des Mast- und Zug-Viehes, vorzüglich aber der Schweine. Dahingegen gingen dieselben gegen Ende des Halbjahres fast alle - mit Ausnahme der letztern - wieder beträchtlich herunter, so, daß fette Ochsen das Paar zu 1000 bis 1100 Pf. Nicht höher als 10 bis 12, 14 und 15 Carolins; ein Paar gutgehaltene Zugochsen zu 45 bis 48 Rthlr. Verkauft wurden. Gute, auf der Kunde stehende Geschirr-Pferde das Stück 20 bis 40 Rthlr. Eine junge Milchkuh 8 bis 14 Rthlr. Ein Kalb von 8 Tagen 1 1/2 Rthlr. Alte magere Weidehämmel in der Wolle das Paar 3 1/2 bis 4 Rthlr. Jährige Schweine 3 bis 4 Rthlr., Ferken 1 Rthlr. Auch 18 Ggr. Landwolle 3, 3 1/2 bis 4 Rthlr. Das Kleuder. Butter 7 bis 8 Pf. Für 1 Rthlr. Pottasche 10 1/4 Rthlr pr. Centner. Wintersamen 10 bis 12 Rthlr pr. Centner.

Die Branndeweinvorräthe häuften sich und wurden die 100 Maas, welche doch vor 6 bis 8 Wochen noch 28 bis 30 Rthlr. Kosteten, schon zu 19 bis 20 Rthlr verkauft.

Es war eine eigene Erfahrung, daß in diesem ersten Jahres-Abschnitt das Gypsen, womit Mehrere, unter Andern auch das sehr verdienstliche Vereinsmitglied von Eschwege zu Reichensachsen, Kreis Eschwege, bey mehreren Pflanzenbauarten, als Schotenfrüchten, (Oelgewächse mit eigeschlossen) Lein, Kraut etc. versuche anstellten, von wenig oder gar keinem Erfolg war, und verdiente die Wichtigkeit dieses Gegenstandes wohl genauer Beobachtung und Nachforschung der Ursachen.

In der Frühern trocknen Witterung scheint eine derselben zu finden zu seyn. Es kommt aber auch viel darauf an, wie man den Gyps anwendet. Wenn es bey der einen nothwendig ist, denselben auf die Blätter zu streuen, so verlangen andere Gewächsarten das Unterackern, und wieder andere das bloße Bestreuen des Bodens. Der Frühlein verlor durch das Gypsen seine Erdflöhe, die ihm schon hart zusetzten. Das Gypsen der Gartenerbsen hat sich schon von gutem Erfolge gezeigt."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   17.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 19-23.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 24
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen; Aue
Zeitangabe 1.7.1824 - 31.7.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "Julius.

Dieser Monat war im Allgemeinen warm und trocken. Es zeigten sich einigemal Morgennebel. Welche die Sonne aber schnell zerstreute. Auch die Gewitter gingen schnell vorüber. Westwind war vorherrschend; er wechselte mit N. W. und S. W. Gegen die Mitte desselben brachten gedeihliche Gewitterregen den Spätlein, Kraut-, Wurzel- und Kartoffelpflanzungen die nöthige Hülfe zu ihrem Wachsthum. Sommer- und Brachfrüchte zeigten sich fortwährend in besten Zustande.

Die Bohnen litten Anfangs durch schädlichen Regen und wurden schwarz; die gedeihliche Witterung trieb an denselben noch viele untere Blühthen hervor, welche alle vollkommen Hülsen ansetzten. Sämmtliche Feldfrüchte versprachen sowohl an Körner als Stroh reiche Ernte. In den letzten Tagen dieses Monats wurde aus wahrer Brodnoth mit Roggenschneiden auf sonnigen Höhen schon früher der Anfang gemacht. Der probeausdrusch desselben ist nach allen eingegangenen Nachrichten im Allgemeinen sehr reichhaltig ausgefallen und hat den vorjährigen Körnerertrag nahe um 1/3 übertroffen. Auch die Gebunde-Zahl war sehr reich.

Die Heuernte auf zweyschürigen Wiesen wurde fortgesetzt, und das Brachfeld zur Winteraussaat vorbereitet. Die geringe Rübsamen-Ernte wurde gut vollbracht, so auch eine reiche Frühleinernte. Taback und Hirse versprachen guten Ertrag.

Der vor dem, um Johannis ausgesäeten hatte, und wünschte, daß die Versuche hiermit fortgesetzt und vom Erfolge öffentlich in diesen Blättern NachrichtSpörgel stand an eben so vielen Orten vorzüglich gut, als er an andern, wo ihm der Boden nicht angemessen war und er nicht die erforderliche Behandlung genoß, zu keinem gedeihen kommen konnte. Er wurde gemäht und gab viel und treffliches Futter, auch ein vorzüglich gutes Heu.

Die verschiedenen Anbauversuche mit der Himmelsgerste waren bis dahin sehr günstig ausgefallen.

Der Sommersamen blühte ganz vorzüglich reich und gleichmäßig, besonders der früh gesäete; der spät gesäete versprach nicht so viel. Das sehr einsichtsvolle Vereinsmitglied Bartels zu Aue, Kreis Eschwege, machte überhaupt auf das Frühsäen des Sommersamens und der daraus entspringenden guten Folgen aufmerksam, indem er bemerkte, daß man ja jetzt in der Regel auch den Witerrübsamen bey weitem früher als sonst säete. Er hat beobachtet, daß der diesjährige sogar an vielen Orten schon im Mai gesäete Sommerrübsamen einen auffallenden Vorzug vor dem, um Johannis ausgesäeten hatte, und wünschte, daß die Versuche hiermit fortgesetzt und vom Erfolg öffentlich in diesen Blättern Nachricht gegeben werden möge, welchem Wunsche wir vollkommen beytreten.

An Winter- und Sommerfrüchten, besonders Gerste und Hafer der letztern, zeigte sich Rost, doch nur an Blätter und Halme; welches aber eben keinen Schaden gebracht hat. - Von einem anderwärts bemerkten Insekt, welches die Aehren und Halme aushöhlt und verderben macht, ist bey uns nichts bemerkt worden.

Es fielen auch noch immer viele Schafe in Folge des kalten und trocknen Frühjahrs und des gewesenen Futtermangels."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   21.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 24.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 25
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen
Zeitangabe 1.8.1824 - 31.8.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "August,

Auch dieser Monat war bey S., S.O. und S.W. mehr trocken als feucht.Gegen Ende des Monats stieg die Hitze auf 31° R. Auffallend und nachtheilig war die große Temperaturverschiedenheit zwischen Tag und Nacht. Bey jenem hohen Stand am Tage sank das Thermometer gewöhnlich Nachts auf +10° ja 5° R. herab. Die Gewitter waren zuletzt häufiger und mit Regen begleitet, als zu Anfang desselben. W. und N.W. Winde herrschten in der zweyten Hälfte vor. Die frühen Linden, nämlich die gemeine und wenigblühtige, blühten bis in die Mitte des Monats, die späte, nämlich die kleinblättrige, aber blühte schon in den ersten Tagen. Das Erntegeschäft ging gut von Statten. Die Roggenernte war vollendet, die des Waizens und der Hülsenfrüchte hatte ihren Anfang genommen. Letztere hat alle Erwartungen übertroffen, sowohl hinsichtlich des Körner- als auch des Strohertrags. Das Stroh, von vorzüglicher Güte, war als Schaffutter dem heu fast gleich zu stellen. Der in diesem Monat ausgesäete Wintersamen war gut aufgelaufen. Der Lein wurde gerupft und hat reichlich gelohnt.

Der Klee hatte sich beym 2ten Schoffen auffallend erholt. - Mit Gerste und Hafer wurde auch schon die Ernte begonnen; auch wurde auf guten Wiesen mit der Grummet-Ernte der Anfang gemacht. Der Ertrag davon war indessen gering.

Das Abeggen und zweyte Umackern der Brache wurde vollendet. Hin und wieder war Wassermangel, in Folge dessen mehrere Mühlen still stehen mußten.

Die Hackfrüchte versprachen wegen Mangel an Regen wenig Ertrag; das Kraut blieb klein.

Von der Kaffeewicke hielt man reiche Ernten.

Der Hopfen schlug gänzlich fehl; böse Regen und Dürre waren ihm nachtheilig.

Auch die Gartengewächse waren der kalten Nächte wegen von keiner besondern Güte. Bohnen blühten schnell ab und vergelbten gegen das Ende des Monats und die Gurken blieben klein und unschmackhaft. - Deßhalb hörte auch schon mit dem Anfange des Monats alle Tracht für die Bienen auf, und häufig fanden sich Näscher und Raubbienen ein.

Den 15. D. M. verließen die Störche unsere gegend, woselbst sie an den meisten Orten gegen Ende März eintrafen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   21.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 24.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 26
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen
Zeitangabe 1.9.1824 - 30.9.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "September.

Das heitere Wetter in der ersten Hälfte des Monats beförderte sehr die Vollendung der Ernte und das Einbringen der Hackfrüchte. - Die Kartoffellese fiel reichlicher aus, als man dazu Hoffnung hatte. Alle Rübenarten sind vorzüglich gerathen. - Des Nachts herrschte zwar schon empfindliche Kälte, aber am Tage war es dagegen auch mitunter sehr heiß.

Das Durchschnittsgewicht der Getreide-Arten war in diesm Jahre folgendes:

das Cass. Viertel Waizen . 248 Pf.

das Cass. Viertel Roggen . 245 Pf.

das Cass. Viertel Gerste . 205 Pf.

das Cass. Viertel Hafer . 169 Pf.

Der Körner-Ertrag der gerste und des Hafers steht dem Korn verhältnismäßig nicht nach; der des Waizens ist dagegen im Durchschnitt nicht zu den reichsten, der Güte nach jedoch zu den besten zu rechnen. An Gebundezahl gaben Winter- und Sommerfrüchte 2/5 mehr als voriges Jahr.

Der Heu-, Grummet- und Kleeausfall wurde durch das in der Menge angebaute und gut gerathene Mengfutter, und durch das häufig mit jungem Klee stark durchwachsene Sommerstroh gedeckt und als Schaffutter besonders anwendbar gefunden.

Der Witterrübsamen stand überall vortrefflich; an vielen Orten hatte er geschröpft werden müssen.

Die Wintersaat wurde nicht völlig beendigt; sie litt einige Behinderung durch abwechselnd übeles Wetter. Das Winterfeld ließ sich gut bestellen.

Die Obsternte ist verschieden, doch im Ganzen gut ausgefallen; hier und da gab es mehr Stein- als Kernobst, und so umgekehrt; letzteres war jedoch überall etwas unvollkommen und klein an Früchten.

Der frühgesäete Roggen ging gleichmäßig auf und hatte ein gutes Ansehen. Ebenso der Winterrübsamen; auch der junge Klee versprach für das folgende Jahr gute Ausbeute.

Die Grummet- und Hackfrüchte-Ernte war noch nicht vollendet.

Es fehlte üüberall an Raum, den Herbstsegen unterzubringen. Viele haben ihre Zuflucht zu fleißigem und frühen Dreschen, wie auch die Früchte Diemen aufzubauen, genommen.

Die Honigernte ist, wie nach dem Vorausgegangenen zu erwarten war, schlecht ausgefallen.

Am 9ten bis 12ten erfroren hier und da in den Niederungen Gartenbohnen, Gurken, und das Kartoffelkraut.

Es zeigten sich am Ende des Monats Ackerschnecken, jedoch noch nicht in den Saatfeldern.

Der Grünfuttermangel des Jahres bewog viele Landwirthe zum Stoppelrübenbau, welcher ihnen dann auch ein gutes Herbstfutter gewährte.

Die Viehpreise blieben fortwährend niedrig; Schweine waren * im Werth, und die magern zum Fettmachen gesucht, wozu Körner, Hackfrüchte und Buchmast wohlfeil und in Menge verwendet werden konnten. Außerdem haben die Schweine auch sehr an Krankheiten gelitten und viele sind gefallen.

In das Waldecksche gingen viele Hämmel, welche zur Mast nach den Rheingegenden verkauft und gut bezahlt wurden.

Nach seiner Wolle war kein Begehr, daher auch kein Preiß dafür anzugeben. Landwolle 3 1/2 bis 4 Rthlr. Das Kleuder. Schaffelle 6 Ggr. Das Stück. Rindshäute wurden verhältnißmäßig eben so schlecht bezahlt.

Waizen stand noch immer zu 5 Rthlr. Im Durchschnitt und schien sich im Werth zu halten. Branntwein sank auf 15 bis 16 Rthlr. Für 100 Maaß."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   21.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 24-25.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 28
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen
Zeitangabe 1.10.1824 - 31.10.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "October.

Er begann mit Regen und blieb bis nahe zum Ende veränderlich; dieses selbst bestand aus trüben und regnerischen Tagen. S.O. Wind war vorherrschend. Alle Erzeugnisse des Bodens, selbst Kraut und Grummet, wurden trocken und gut eingebracht. Die Aussaat der Winterfrüchte war fast allenthalben beendigt, und der gut zubereitete Booden, welcher die Saat aufgenommen, versprach ein gedeihliches Aufgehen derselben. Die äußerst reichliche Buchenfrucht-Ernte wurde fleißig betrieben.

Die Hausthiere waren in gutem Zustand. Für das Schafvieh gewährte der stämmige junge Klee eine herrliche Herbstweide.

Die Obsternte ist nicht allenthalben reich und gut ausgefallen, und kann dieß nur von den südlichen Theilen des Landes gesagt werden; in den nördlichern fiel das Steinobst größtentheils vor der Reife wurmstichig ab, und das Kernobst blieb klein und unschmackhaft, weshalb es zur Aufbewahrung auch nicht tauglich seyn konnte.

Die graue Ackerschnecke, welche sich hin und wieder zeigte, war durch die eingetretene Trockenheit auch wieder verschwunden, so daßß von dieser Seite her für die junge Saat ebenfalls nichts zu befürchten stand."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   21.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 25-26.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 29
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen
Zeitangabe 1.11.1824 - 30.11.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "November.

Die ersten Tage desselben waren veränderlich und regnerisch. Das zweyte Viertel der ersten Hälfte des Monats war im Ganzen genommen heiter und gegen Morgen etwas kühl; hierauf wueden die Tage trübe und das Wetter wieder veränderlich bey starkem Winde aus W. Die vorletzten Tage brachten Schnee, welcher aber nicht liegen blieb, und so beschloß der Monat mit starken Regen und Winden aus N.W. nach S.O., welche Nachts in heftige Stürme ausarteten.

Mit Ablauf dieses Monats waren mit Beendigung des Felgens und Brachens die Feldarbeiten geschlossen, und wurden nur noch Wiesen und Feldgraben geöffnet.

Die junge Saat stand um diese Zeit und nach den letzten Regentagen gerrlich und gewährte alle Hoffnung zu ihrem ferneren Gedeihen.

Mageres Vieh sowohl, als Mastvieh war nicht im Werthe und wurde häufig zum Verkauf geboten; Schweine allein waren noch immer gesucht.

Feine Wolle, welche 1822 mit 16 bis 20 Rthlr. das Kleuder von inländischen Fabrikanten bezahlt wurde, kostete um diese Zeit kaum 10 bis 16 Rthlr."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   22.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 26.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 30
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen; Kassel
Zeitangabe 1.12.1824 - 31.12.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "December.

Die ersten Tage dieses letzten Monats waren trübe; Regen und Schneegestöber wechselten mit wenigen heiteren Tagen; Nachts war heftiger Sturm.

Gegen die Mitte fiel hoher Schnee, thauete aber noch denselben Tag weg. Gegen den 16. Wurde es heiter und kalt, bey N.W., Nachtfrösten und Schnee, der nicht kiegen blieb. Nun wurde es bis zum 20. sehr veränderlich; Schnee, Regen und Frost wechselten bey S. und W. Wind, der oft sehr heftig stürmte.

Den 21ten fiel etwas Schnee. Unter dieser beständigen Abwechselung endigte dieser letzte Monat des Jahres, welcher nur wenige heitere Frosttage hatte.

Die Früchte standen bis dahin kräftig und schön grün. Es mangelte ihnen nur noch eine gute Schneedecke, dagegen blieben die Schafe bis gegen Ende des December im Freyen.

Zu den besondern Natur-Erscheinungen dieser Jahreszeit ist zu rechnen, daß man am 3. und 12. in der Nähe von Cassel ferne Gewitter mit heftigem Winde gegen Abend 6 Uhr verspürte, und zwar ersteres in S.W. und letzteres in N.O.

Nach einem jden dieser Gewitter gewahrte man auffallende Veränderungen in der Temperatur ohne Veränderung des Barometerstandes, welcher indessen durchgehends fast immer sehr tief war.

Alle landwirthschaftlichen Erzeugnisse, besonders Körnerfrüchte, hatten noch immer einen sehr geringen Werth und fand auch kein Absatz darin Statt. Die Noth des Landmanns und selbst der größern Oekonomen ist allgemein, und wirklich, eben ihrer Allgemeinheit wegen, beklagenswerth.

Die landesväterlichen Fürsorge Sr. Königl. Hoheit des Kurfürsten ist dieser Nothstand nicht entgangen und Allerhöchstdieselben haben, stets geneigt, da Hülfe zu senden, wo diese nöthig thut, huldreichst zu verordnen geruhet, daß den bedrängten Landleuten nachgelassen werden solle, einen großen Theil ihrer Abgaben, statt in Geld, mit Korn und Hafer, in einem nach den dermaligen Verhältnissen hohen Preise, abführen zu dürfen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   22.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 26.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 33
Schlagworte Witterung; Kälteeinbruch, sommerlicher; Dauerregen; Überschwemmung; Missernte
Ortsangaben Hessen-Kassel
Zeitangabe 1606
Quellenzeitangabe
Originaltext "... vnd ließ sich zu dem das 1606 jahr dermassen an früchte / weinstock vnd maßt ansehen / als wollte es die andern übertreffen: als aber im junio vnd augusto ungewöhnlich regenwetter und kälte mit infiel / kondte der nässe halber die frucht nicht tauglich ingebracht werden /und weder moßt noch wein reiffen / so lieffen der steden regen halber die wasser hefftig an / welches den nicht ohne schaden abgieng. Auch weheten das gantze jahr über unerhörete sturmwinde ..."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   15.02.2005
Beleg Wilhelm Dilich: Hessische Chronica, Cassel 1605, p. 354-355.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 34
Schlagworte Witterung; Trockenperiode; Missernte
Ortsangaben Limburg an der Lahn; Lahn; Staffel
Zeitangabe 16.6.1336
Quellenzeitangabe
Originaltext Dekan Johannes, Scholaster Dylemann und das gesamte Kapitel des St. Georgenstiftes zu L[imburg] an ihren Herrn Baldewin [Erzbischof] von Trier und Erzkanzler des Hl. Reiches in Gallien, in Untertänigkeit und Ehrfurcht. Wegen der Dürre, die sich leider in ihrem Gebiet häufig ereigne, und wegen verschiedener alljährlich unvermutet eintretender Gefahren hätten die Einkünfte ihrer Pfründen sich verringert und verringerten sich von Tag zu Tag so sehr, daß sie das Brot, das sie davon zu backen pflegten, schon in mehreren Jahren nicht vollständig und künftig noch weniger erhalten könnten. Dies rühre besonders davon her, daß von jenen Einkünften die "iura episcopalia", die Visitationen des Archidiakons und verschiedene sonstige Lasten zu tragen seien. Deshalb hätten sie nach sorgfältiger Beratung und mit besonderer Einwilligung des Scholasters vorbehaltlich der [erzbischöflichen] Genehmigung angeordnet, daß die Hälfte des Getreides und der Früchte aus dem Zehnten in der Feldmark des Dorfes Staffel bei L[imburg], den bisher der Scholaster ganz zu erheben pflegte, dem Kapitel gehören soll, während die andere Hälfte nebst dem gesamten Wein- und kleinen Zehnten der Scholasterei verbleiben solle. Der Scholaster bittet zusammen mit Dekan und Kapitel den Erzbischof, dies mit Rücksicht auf ihre Notlage zu genehmigen, da die Scholasterei noch soviel Einkünfte besitzt, daß sie den andern würdigeren Prälaturen des Stifts gleichkommt.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   28.03.2006
Beleg Wolf Heino Struck: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters 1: Das St. Georgenstift, die Klöster, das Hospital und die Kapellen in Limburg an der Lahn. 1956. Nr. 239. S. 114.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 35
Schlagworte Witterung; Trockenperiode; Missernte
Ortsangaben Limburg/Lahn; Lahn; Eppenrod Eppenrod
Zeitangabe 5.3.1337
Quellenzeitangabe
Originaltext Johannes von Molsberg, von Gottes Gnaden Propst zu L[imburg], TrD., gibt, da das Stift L[imburg] durch häufige Dürre und die Zerstörung der Dörfer, aus denen es seine Korn- und Hafergülten bezieht, von denen der Lebensunterhalt des Dekans und des Kapitels abhängt, und durch verschiedene andere Bedrückungen und Belastungen in seinen Vermögensumständen ständig abnimmt und eine geeignete Hilfe zu seiner Wiederherstellung benötigt, seine Zustimmung dazu, daß die Pfarrkirche zu Eppenrod, deren Patronatsrecht ihm von seiten der Propstei zusteht, dem Stift in L[imburg] inkorporiert wird, und bittet den [Erzbischof] von Trier sowie Dekan und Kapitel des Tr[ierer] Domstifts, die Inkorporation vorzunehmen.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.07.2004
Beleg Wolf Heino Struck: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters 1: Das St. Georgenstift, die Klöster, das Hospital und die Kapellen in Limburg an der Lahn. 1956. Nr. 249. S. 120.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 36
Schlagworte Witterung; Überschwemmung; Eis
Ortsangaben Limburg/Lahn; Lahn
Zeitangabe 1317
Quellenzeitangabe
Originaltext Vor dem untern gen[annten] Jahr lag das Kl[oster] Windsbach auf der Insel an der Brücke und wurde lateinisch genannt "domus fratrum ordninis sancti Wilhelmi pomtis beate Marie virginis de Limpurg". Es ging eine hölzerne Brücke vom Spital aus über die Lahn und auf das Kloster zu. Weil das Wasser und Eis das Kloster sehr beschädigten und damit der Stadt L[imburg] kein Schade aus dem Kloster durch Fehde und Heerlager geschah, wurde es mit Wissen und Willen der Herrschaft von L[imburg] abgebrochen und an der Stätte, wo es jetzt steht, im Jahre 1417 wieder erbaut
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.07.2004
Beleg Wolf Heino Struck: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters 1: Das St. Georgenstift, die Klöster, das Hospital und die Kapellen in Limburg an der Lahn. 1956. Nr. 1458. S. 639
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 37
Schlagworte Witterung; Überschwemmung
Ortsangaben Limburg/Lahn; Lahn; Bergen; Panrod
Zeitangabe 20.5.1321
Quellenzeitangabe
Originaltext Ludwig gen. Trimelet, Rektor der Pfarrkirche zu Bergen bei L[imburg], TrD., gekundet, daß die Dorfgemeinde zu Panrod als Parochianen der Mutterkirche zu Bergen alle Rechte derselben sowohl an Opfergaben zu den 3 Festen: Ostern, Allerheiligen und Christi Geburt, wenn der Send durch die zuständigen Ordinarien in der Berger Kirche begangen wird, wie auch bei der Unterhaltung der Kirche zu Bergen und ihrer Bücher abgelöst hat, weil die Bewohner seit undenklicher Zeit wegen vieler Überschwemmungen und der allzu großen Entfernung die Pfarrkirche in Bergen nicht bequem besuchen konnten, um dort die Gottesdienste zu hören oder die kirchlichen Sakramente für sich oder für die Taufe der Kinder oder zur Beerdigung von jemand zu empfangen, und deshalb auf eigene Kosten in Panrod eine Kapelle zu Ehren der hl. Jungfau Maria [...], erbeuten [...].
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.07.2004
Beleg Wolf Heino Struck: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters 1: Das St. Georgenstift, die Klöster, das Hospital und die Kapellen in Limburg an der Lahn. 1956. Nr. 131. S. 66-67.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 39
Schlagworte Witterung; Hagelschlag
Ortsangaben Bierstadt; Wetterau
Zeitangabe 7.9.1627
Quellenzeitangabe
Originaltext Nachmittags um 2 Uhr vernichtet ein Hagelschlag weite Teile der Kornsaat des Johann Michael Scher zu Bierstadt, sodass dieser nicht seiner Pachtschuld gegenüber der Äbtissin des adligen Jungfrauenklosters Gnadenthal, Liebmut von Irmtraut, nachkommen kann und um eine anderweitige Verpachtung des Zehnten bittet.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.07.2004
Beleg Wolf Heino Struck: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters 3: Die Klöster Bärbach, Beselich, Dirstein und Gnadenthal, das Johanniterhaus Eschenau... 1961. Nr. 1301n. S. 715.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 41
Schlagworte Witterung; Hagelschlag; Missernte
Ortsangaben Gnadenthal
Zeitangabe 1.10.1629
Quellenzeitangabe
Originaltext Vereinbarung Anton Neuwers von Montabaur mit Henrich Hambach, daß wegen Hagels und Mißwuchses den beiden Jungfern seitens des Kl[osters] Gnadenthal als Deputat geliefert soll: 57 ml Weizen, 10 ml Hafer, 2 ml Gerste, 4 Sm Erbsen, 1 Sm Linsen. Die Schweine und Rinder sind bereits geliefert, das übrige ist erlassen.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.07.2004
Beleg Wolf Heino Struck: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters 3: Die Klöster Bärbach, Beselich, Dirstein und Gnadenthal, das Johanniterhaus Eschenau... 1961. Nr. 1316n. S. 726-727.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 42
Schlagworte Witterung; Hagelschlag; Missernte
Ortsangaben Butzbach; Wetterau; Leihgestern
Zeitangabe 1360
Quellenzeitangabe
Originaltext Anselm von Hoch-Weisel, Schultheiß zu Butzbach, schreibt der Äbtissin und den Nonnen zu Seligenstatt, die Gebrüder Hentze und Hermann Strube, Landsiedel jenes Klosters zu Leihgestern, hätten ihm gesagt, daß sie die dem Kloster schuldige Pacht wegen der Not, die sie von dem Hüttenberg hätten, nicht geben können. Ihnen sei, wie er wohl erklären könne, dort allzu weh geschehen von Herren Not und Hagel. Er bittet daher, den armen Leuten Gnade zu gewähren.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.07.2004
Beleg Wolf Heino Struck: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters 4: Das Johanniterhaus Pfannstiel und die Klöster Seligenstatt und Walsdorf 1962. Nr. 1587. S. 87-88.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   

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