Datensätze

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Eintrag 4489
Schlagworte Witterungsverlauf; Jahr, nasses; Schnee; Regen; Frost; Gewitter; Sturm; Hochwasser; Überschwemmungen; Schäden an Grummet; Schäden an Feldfrüchten
Ortsangaben Eudorf; Schwalm, Fluss
Zeitangabe 15.4.1785 - 13.12.1785
Quellenzeitangabe
Originaltext "Einige Anmerkungen zum Andenken der Zukunft
Den 22ten und 26ten Aug. 1785 wurden hier auserordentliche Betstunden gehalten, um von Gott Sonnenschein zur Ernde zu erflehen. Es war nemlich dis Jar besonders durch Näße ausgezeichnet. Am 13ten April fieng der den ganzen Winter gelegene tiefe Schnee an, one Regen schnell zu schmelzen, so daß d. 15ten Apr. der ganze Grund bei zugleich ausgetrettener Schwalm tief unter Wasser stand. Erst trockene, dann zu lang feuchte kalte Witterung sezten den Grasboden so zurück, daß dis Jar kaum über den dritten Teil Heu gegen gute Jahre gemacht wurde. Winter- und Sommerfrüchte zeigten sich vorzüglich schön. Ehe die Heu Ernde ganz vollendet war, fiel Regenwetter ein, daß um den 22ten Jul. Die Schwalm übergieng. Am 11ten Aug. fieng man an, hie und da Korn zu schneiden, d. 14ten ej. fieng es an zu regnen bis d. 16ten ej., doch so abwechselnd, daß man es wagte, nun ernstlich Korn fort zu schneiden; d. 17ten ej. hellte es sich morgens auf, und es konnten einige Fuder hie und da gebunden werden; Abends um 5 Uhr fiengs mit Gewittern an, und regnete fort bis auf d. 26ten Aug. morgens, daß am 22ten * schon die Schwalm hoch übergieng, und da sie etwas * laufen war, am 25ten ej. In der Nacht * aufs neue austrat, und das Wasser bis ahn die unterste Häuser des Dorfs herauf trieb. Das ganze Kornfeld lag ge*tet oder einiges stand in unbedeckten Haufen, und fieng an überall so zu wachsen daß manche Pläze von ferne einer Wiese gleich sahen. Endlich hellte sich d. 26ten ej. der Himmel auf, und d. 5ten Sept. war Korn und Weizen fast all in den Scheuren. Diese Woche durch wechselte es mit Sonne und Regen, daß keine Sommerfrucht nach Haus kam, die onehin auch vorher noch nicht geschnitten werden konnte. Durch etliche Regen war das neulich überschwemmte Gras weiter abgewaschen, und d. 9 et 10ten Sept. wurde in einigen Wiesen gemähet. Mitten in dieser Hofnung fiel in der Nacht vom 10ten bis 11ten Sept. etliche Stunden von hier ein Wolkenbruch, der eine solche Ueberschwemmung im ganzen Schwalmgrund verursachte, daß das liegende Grummet weg und der Grasboden so sehr mit *wasser überschwemmt war, daß man * d. 20ten ej. an einigen wenigen Fleken Gras holen konnte, welches izt die Noth heischte, und vom Vieh doch nicht gefressen ward. Ueberhaupt dis ganze Jar her war das Gras immer fast ganz unbrauchbar. Nach stand also der größte Teil des Grunds naß oder gar im Wasser, und einige gute Tage halfen, daß den 20ten die meiste Sommerfrüchte (welche aber nicht so gut, wies im Frühjar schien, ausfiel) nach Hause kam, und man nun auf Zeit und Wetter zum Grummet hoffete, als es d. 21ten morgens wider anfieng zu regnen, und eod. um Mitternacht die Schwalm abermal austrat, und alles überschwemmete. Dis war also seit dem April die sechste Ueberschwemmung, und die vom 10ten Sept. soll jener bekannten des Jars 1749 gleichkommen sein. Diese sechste aber (vom 21ten Sept.) hat in der Höhe und Breite des Wassers jene vorherige noch übertroffen. Der Regen dauerte fort, jedoch mit geringerer Gewalt, daß den 24ten S. das Wasser wider gefallen war. Den Nachmittag dieses 24ten schien die Sonne einige Stunden, gegen Abend aber trübte es sich wieder, regnete die Nacht hindurch, und d. 25ten morgens war abermal alles umher wie von einer Sündflut überschwemmet; den Tag über blieb halb trüber Himmel mit Wind ohne Regen, und die Nacht hindurch von Abends 7 Uhr an tobte der Wind, wie der Sturm eines Erdbebens, auch furen bei dem Anfang desselben zerschiedene Blitze durch die Luft. Morgens d. 26ten lies die Wärme etwas nach und die Sonne drang durch die Windwolken; bald abergieng der Wind immer stärker, und bis Mittag war alles lauter Regen und Sturm. Abwechselnd war nun die Witterung. D. 10ten Oct. hellte sichs auf, in der Nacht vom 11ten bis 12ten ej. entstund wider heftiger Wind, der one Regen nachlies, und hie u. da einen schönen Tag nach sich zog, so dass man allmälig die Aussaat besorgen konnte. Zu Grummet bleib der Schwalmgrund zu nass, umso mehr, da es in der Nacht vom 20ten bis 21ten Oct. stark reifete, auch den Tag über schon ziemliche Kälte unter Schneegestöber sich einstellte. Die Witterung wechselte, und hie und da wurde noch etwas Grummet getroknet, das aber zur Fütterung erst besonders bereitet werden mus.
D. 12 et 13ten Dec. war so schönes Wetter, als im schönsten Merz."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   05.09.2018
Beleg Kirchenbuch Eudorf 1725–1800
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4490
Schlagworte Witterungsverlauf; Schnee; Kälte; Tauwetter; Regen; Sturm; Heuernte, gute; Kornernte, mittelmäßige
Ortsangaben Eudorf
Zeitangabe 21.12.1785 - 31.3.1786
Quellenzeitangabe
Originaltext "D. 21ten [Dezember] fing es an zu schneien, u. blieb sehr kalt bis d. 7ten Jan. 1786, da es aufthaute und Regenwetter einfiel, welches bis d. 18ten ej. dauerte. Zwei Tage trokene Luft, dann Frost und Thauluft abwechselnd, bis am 6ten Febr. Wieder Regen mit Sturm einfiel, welcher 7 Tage anhielt, und am 3ten Tag Schnee brachte, der aber tags darauf wieder anfieng zu schmelzen. D. 13ten heiterte sichs auf, d. 15ten u. 16ten war es so schön, daß die Lerchen sangen. D. 20ten ej. fiel wieder Kälte ein, streng bis d. 1ten Merz, das es in der Nacht schneyete, u. Tag für Tag fortfur, auch stark dabei fror, bis d. 15ten Merz, da es plötzlich aufthauete, one die Nacht zu frieren. D. 27ten fing es an, die Nacht zu frieren bis d. 29ten da es wider schneyete. D. 31ten war wider Frülingswetter. Die Heuernde war ziemlich; die Kornernde mittelm[äßig] gerathen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   05.09.2018
Beleg Kirchenbuch Eudorf 1725–1800
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4492
Schlagworte Witterungsverlauf; Schnee; Wind; Wege, unbegehbare; Tauwetter; Frost; Regen; Schneegestöber; Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Eudorf; Schwalm, Fluss
Zeitangabe 2.1.1789 - 7.1789
Quellenzeitangabe
Originaltext "D. 2ten Jenner 1789 hat wider einigen Schnee geworfen, d. 6ten ej. ward durch Wind wider alles Feld entblößet: Wälder und Hohlwege sind ganz ungangbar. D. 14ten kam Thauwetter[;] 2 schöne Tage bis d. 31ten, wo es fror und ziemlich Schnee fiel. Auch dieser ging gleich wider mit Regen weg. Vom 8ten Febr. an war viel rauhe Witterung u. Schneegestöber, d. 13ten Frost, d. 14ten viel Schnee. Tags darauf Thauwetter, und so gelind fort bis d. 1. Merz, wo starker Schnee fiel, d. 2ten gelind, d. 4ten Frost, d. 5ten starker Frost u. Schnee, vom 6 auf den 7ten ej. starker Frost. D. 8ten sehr kalt, des abends Schnee, welcher bis zum 23 et 30. ej. liegen blieb. D. 9 et 16ten [März] sehr kalt, d. 11. Schnee, d. 12ten kalt u. d. 14ten Thauwetter; d. 16ten Nachmittags wider Schnee, daß d. 17ten Schnee, wie mitten im Winter lag, der d. 18ten ziemlich von der Sonne schmolz, d. 19ten morgens lag wider ein neuer Winterschnee, d. 20ten desgl., d. 21ten Schnee mit kaltem Wind, d. 22ten desgl., abends Regen, d. 23ten regnerisch, nachts starker Frost, d. 24ten frischer Schnee, nachts harter Frost; d. 25ten meistens rauh, nachts ward das Feld wider mit etwas Schnee bedeckt, d. 26ten schneyte es stark. D. 27ten morgens lag wider frischer Schnee. D. 28ten desgl.[;] d. 29ten morgens sehr hart gefroren[;] den Tag über schön helles Wetter. D. 30ten ebenso. D. 31ten desgl.[,] nachmittags Schneegestöber. D. 1. Maye ebenfalls sehr kalt, windisch und viel Schnee. D. 2 et 3ten Regen u. kalt, d. 4ten kalt, d. 5ten gelind p. Der Merz hatte immer Schnee, April abwechselnd, Mai war schön; d. 24ten Frost. Gegen die Mitte des Jun. gieng die Schwalm über; dann einige Tage schön. Vom 21.7. bis Jul. immer Regen, daß die Heuernde erst [hier bricht Text ab]"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   05.09.2018
Beleg Kirchenbuch Eudorf 1725–1800
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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