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Eintrag 578
Schlagworte Wolkenbruch
Ortsangaben Ockershausen
Zeitangabe 1726
Quellenzeitangabe Sommer
Originaltext "Und eben dieses ist die Ursache, warum in dem ohnweit Marburg gelegenen Dorffe Ockershausen 1726 im Sommer ein starcker Regen einen steinernen Wasser=Trog weggenommen, und ihn mit sich durch das Dorf bis zu Ende desselben mit sich geführet, wo sich das Wasser freyer ausbreiten können, ohngeachtet er von solcher Schwere gewesen ist, daß man ihn mit acht Pferden wieder zurück führen müssen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   02.12.2004
Beleg Art. "Wolcken=Bruch", in: Zedler Bd. 58 (1748), Sp. 342-348, hier Sp. 345.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 579
Schlagworte Wolkenbruch
Ortsangaben Buttelstädt (Thüringen)
Zeitangabe 13.9.1717
Quellenzeitangabe
Originaltext "... daß 1717 den 13. Sept. zu Buttelstädt, einem Dorffe in Thüringen, vier Meilen von Naumburg, der Wolckenbruch, so die Häuser weggerissen, auch zugleich die Toden aus den Gräbern ausgespühlt."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   02.12.2004
Beleg Art. "Wolcken=Bruch", in: Zedler Bd. 58 (1748), Sp. 342-348, hier Sp. 345 f.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1374
Schlagworte Wolkenbruch; Unwetter; Hochwasser; Überschwemmung; Hochwasserschäden
Ortsangaben Thalitter; Dorfitter; Ense; Itter, Fluss
Zeitangabe 4.8.1885
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 4. August 1885, abends gegen 7 Uhr wurde von einigen Ortseinwohnern in unmittelbarer Nähe des Itterbettes ein eigentümlicher, fast schwefelartiger Geruch wahrgenommen, welchem bald ein sich längs des Flusses fortbewegende Nebelmasse folgte. Außerdem bemerkte man ein zunehmendes Wachsen des Wasserspiegels, und kaum, daß die in nächster Nähe des Itterbettes befindlichen leicht verschwemmbaren Gegenstände beiseite geschafft wurden, so war auch schon das Wiesenthal rechts und links des Flüßchens in einen See verwandelt. Bald darauf brachte man von Dorf-Itter aus die Nachricht von einem oberhalb Ense gefallenen Wolkenbruche, der dort großen Schaden angerichtet haben sollte Auch Dorf-Itter soll schwer gelitten haben. Erst gegen 11 Uhr nachts legte sich die Wut des aufgeregten Elements.“
Bemerkungen Schulchronik Thalitter
Bearbeitungsstand   28.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 10.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1423
Schlagworte Wolkenbruch
Ortsangaben Witzenhausen
Zeitangabe 20.5.1860
Quellenzeitangabe
Originaltext „Witzenhäuser Wolkenbruch
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   06.10.2005
Beleg Philipp Losch: Geschichte des Kurfürstentums Hessen 1803-1866, Marburg 1922, ND 1972, S. 328, Anm. 1.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1424
Schlagworte Wolkenbruch; Tote; Vieh, ertrunkenes
Ortsangaben Berneburg
Zeitangabe 14.6.1864
Quellenzeitangabe
Originaltext Wolkenbruch von Berneburg ... dem 8 Menschen, 100 Rinder, 2600 Schafe und Schweine zum Opfer fielen“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   06.10.2005
Beleg Philipp Losch: Geschichte des Kurfürstentums Hessen 1803-1866, Marburg 1922, ND 1972, S. 328, Anm. 1.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1523
Schlagworte Unwetter; Wolkenbruch; Überschwemmung
Ortsangaben Gambach
Zeitangabe 26.6.1624
Quellenzeitangabe
Originaltext "1624, am 16. Juni, litt die Gemarkung Gambach in Folge eines Wolkenbruchs grossen Schaden; 4 Wohnhäuser, 11 Scheuern und viele Ställe wurden vom Wasser hinweggeflösst."
Bemerkungen Auszug aus einer in Steinberg bei Gießen geführten Familienchronik. Datum auf den gregorianischen Kalender umgerechnet.
Bearbeitungsstand   24.01.2006
Beleg Mittheilungen der Grossherzoglich Hessischen Centralstelle für die Landesstatistik. Band 1 (1863), S. 79.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 1533
Schlagworte Wolkenbruch
Ortsangaben Marburg
Zeitangabe 1847
Quellenzeitangabe
Originaltext "Ein im Jahre 1847 gefallener Wolkenbruch, der im Inneren der tiefgelegenen Kirche starke Verwüstungen anrichtete, ist der Anlass der Renovation geworden, die von Herrn Professor Lange geleitet wird und jetzt beinahe vollendet ist. Nur an dem Thurme auf der Kreuzung des Quer- und Langhauses wird noch gearbeitet."
Bemerkungen Hier ist die Elisabethkirche gemeint
Bearbeitungsstand   28.01.2006
Beleg August Spieß: Das Lahnthal von seinem Ursprung bis zur Ausmündung nebst seiner Umgebung. Ems 1866, S. 29.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 1605
Schlagworte Wolkenbruch; Starkregen; Hochwasser; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Vieh, ersoffenes
Ortsangaben Heuchelheim
Zeitangabe 2.6.1853
Quellenzeitangabe
Originaltext "Im Jahre 1853, den 2ten Juni fiel ein Wolkenbruch in den nordwestlichen Waldungen,oberhalb Kinzenbach; gegen 5 Uhr nachmittags merkte ich ein Rauschen, als ich hinter meiner Scheuer war; ich dachte mir aber nichts dabei. Die Leute sprangen nach dem Tuch auf der Bleiche, denn es fing an zu regnen. Ich ging vor das Hoftor, da kam das Wasser im Bach schon stark, da schwang ich auf den Steg und wollte einen kleinen Steg halten; da rief mir ein guter Freund zu: halt mir einmal mein Faß! (nämlich ein Äpfelweinfaß!) Da zog ich meine Schlappen vor dem Steg so'geschwind als möglich aus und steckte sie in des Kreilings beim Spritzenhaus Weinstock. Ja, fast in einer halben Minute, als ich über den Steg kaum weg war, da ging er fort. Ich flüchtete schnell in des Nesseldrehers Hof. Der Nesseldreher war nicht da! Wir wollten schnell das Schwein herausziehen (Anm.: aus dem Stall!), wir brachtens aber nicht heraus. (Ich und sein Sohn). Ich machte die Haustür schnell hinter mir zu, daß die Küchengeräte nicht fort fließen sollten. Auf dem Hof floß alles schon durcheinander und das Wasser floß in den Keller hinein: ich möchte sagen, daß, als ich den Steg fangen wollte, von der Zeit an bis in des Nesseldrehers Stub bei dem Aufenthalt mit dem Schwein, es doch nicht länger als eine Minute gedauert hatte. Es wäre ein großer Schrecken für mich gewesen, wenn ich gewußt hätte, wie es mit dem Haus aussah. Das Haus hatte eine Schutzmauer an der nördlichen Seite, die war durch die schweren Bauhölzer eingerammt, die von der Mühl und Schlagmühl und Brauhaus abgeflossen waren.Da kamen mehrere Kühe geschwommen, die hätte ich an den Hörnern halten können am Fenster. Es war ein Durcheinander! Die Nesseldrehers weinten wegen ihrem Vater. Sie wußten nicht, was sie denken sollten: er war an der Lahn zum Fischen. Wir saßen unten in der Wasserwut- und Flut und das Haus war auch schon i n großer Gefahr. Die Mauer war ausgehöhlt: wenn noch ein Holz dagegen gerammt kam, dann drohte der Einsturz. Wir wußtm es aber nicht. Unsere Schafe waren wegen dem Regenwetter zuhaus. Beim Nesseldreher war ein Gefach eingefallen am Schafstall neben dem Kuhstall. Da waren die Hämmel fortgeschwommen bis auf einen, der war unter den Kühen ersoffen. Das Wasser floß mit Gehölz dem Dorffalltor hinaus. Die Äcker waren durch die Landwehr (Croppach!) im Gießener Feld ausgeflossen. Die Leute, die aus den Fabriken kamen, mußten sich fahren lassen auf der Straße von Gießen her. Unsere Gemeinde hat's viel gekostet: die Stege waren alle fort, es sah aus! Die Miststätten waren vom Mist entleert, das Holz war fortgeflossen aus den Gebäuden, die am Bach standen. Meine Leute wußten garnicht, wo ich war. Am Abend guckte ich einmal am Fenster,
schwenkte mein Hütchen zum Zeichen, daß sie sehen sollten. wo ich wäre. Denn sprechen konnte man nicht mit dem Nachbar wegen dem Getös des tobenden Wassers. Man hörte die kleinen Schweine quietschen, die die Leute in die Stuben getragen hatten. Es waren auch mehrere Hunde an der Kette ersoffen und auch Kälber. In der Nacht senkte sich das Wasser. Wir waren fast verdurstet über Nacht; die Milch war fortgeflossen. Es war früher schon einmal ein Wolkenbruch gewesen in dem 1'7. Jahrhundert! Aber doch so kein hoher Wasserstand wie der letzte es war. Gut, daß der Steg weg gekommen war, sonst hätte sich das Wasser noch mehr gestaut. Es gab im Gießener Feld eine Masse Meiner Fröschchen, als wenn's sie geregnet hätte! Unserem Wirthe Kreiling, meinem Nachbar Jakob Kröck, meinem Onkel Ludwig Kröck i n der Krone, war viel verloren gegangen in
ihren Kellern. Die Kartoffeln aus ihren Kellern waren meistens in unserem Keller. Dann war das Wasser mit dein Fallen des Bachs abgelaufen. Unsern Kartoffeln hat's nicht geschadet. Die Höhe des Wassers war bezwungen hier und da. Es war auf den Augenblick keine Kleinigkeit, wo man nicht hinter noch vor sich kommen konnte. Es war fast keine Rettung mehr. Die andern verstanden nicht, wie groß die Gefahr war, sie waren ja noch Kinder. Die Mutter tröstete ich, als sie glaubte, ihr Mann müßte ertrunken sein. Aber er war garnicht in Gefahr, war zufällig in meinem Haus über Nacht."
Bemerkungen Tagebuchaufzeichnungen von Jacob Hofmann V. aus Heuchelheim
Bearbeitungsstand   16.03.2006
Beleg Gisela Kraft-Schneider: Ein Heuchelheimer Tagebuch, in: Mitteilungen des oberhessischen Geschichtsvereins Gießen NF, Bd. 65 (1980), S. 201-225, hier S. 205 f.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1696
Schlagworte Wolkenbruch; Sturzflut
Ortsangaben Marburg; Ketzerbach
Zeitangabe 3.8.1847
Quellenzeitangabe
Originaltext „...wir besahen die Elisabeth kirch [in Marburg] seit 47 wüst und verschlossen. Der damalige wolkenbruch hat die starken thüren gesprengt...“ In der Fußnote dazu heißt es: „Am 3. August 1847 brach eine Sturzflut aus der Ketzerbach in das Innere der niedrig gelegenen Kirche und unterspülte den Fußboden.“
Bemerkungen Herman Grimm an Dorothea Grimm, Neuhof bei Gießen. Sonntag, den 28.9.1851.
Bearbeitungsstand   17.07.2006
Beleg Hg. und bearb. Holger Ehrhardt: Brüder Grimm Werke und Briefwechsel – Briefe Band 1 - Briefwechsel der Brüder Grimm mit Herman Grimm u.a. Kassel / Berlin 1998, S. 214.
Bearbeiter Peter Wiedersich
   
Eintrag 1864
Schlagworte Wolkenbruch; Hochwasser
Ortsangaben Marburg
Zeitangabe 30.11.1614
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1614 am 20. November ergoß sich in das obere Lahnthal ein Wolkenbruch, wodurch die Lahn so anschwoll, daß das Wasser mannshoch über das kurze Brückchen in Weidenhausen hinwegging.“
Bemerkungen Datum auf den gregorianischen Kalender umgerechnet.
Bearbeitungsstand   13.08.2006
Beleg W. Bücking: Mitteilungen aus Marburgs Vorzeit. Marburg 1886, S. 80.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 1867
Schlagworte Gewitter; Wolkenbruch
Ortsangaben Marburg
Zeitangabe 16.9.1717
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1717 den 16. September nachmittags 4 Uhr stieg ein heftiges Gewitter auf, worauf ein starker Wolkenbruch fiel. Das Wasser, welches den Hirschberg herunter kam, ergriff unter dem Lahnthor zwei Frauenspersonen und führte dieselben mit bis auf die lange Brücke, wo sie gerettet wurden.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.08.2006
Beleg W. Bücking: Mitteilungen aus Marburgs Vorzeit. Marburg 1886, S. 80.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 1870
Schlagworte Wolkenbruch; Überschwemmung
Ortsangaben Marburg
Zeitangabe 5.5.1789
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1789 den 5. Mai entlud sich in der Marbach bei einem heftigen Gewitter ein Wolkenbruch, welcher an Bäumen und Blüten großen Schaden that. Die Ketzerbach schwoll dadurch so an, daß das Wasser auf beiden Seiten bis vor die Häuser ging, die Keller anfüllte und die Leute, deren Häuser tief standen, in die oberen Stockwerke flüchten mußten.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.08.2006
Beleg W. Bücking: Mitteilungen aus Marburgs Vorzeit. Marburg 1886, S. 82.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 1871
Schlagworte Wolkenbruch; Überschwemmung
Ortsangaben Marburg
Zeitangabe 3.8.1847
Quellenzeitangabe
Originaltext „Bei den vorerwähnten Wolkenbrüchen wies die hohe Mauer das Wasser ab, während bei dem letzten am 3.August 1847 sich entladenden Wolkenbruche, welcher die Marbacher Mühle zerstörte und die unteren Stockwerke vieler Häuser auf der Ketzerbach unter Wasser setzte, der wütende Strom über die inzwischen erniedrigte Mauer hinwegging, sich auf die Elisabethenkirche stürzte, durch eine vom Abtreten der Thürschwelle entstandene Spalte in das Innere derselben eindrang und den durch Gräber unterminierten Fußboden verwüstete.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.08.2006
Beleg W. Bücking: Mitteilungen aus Marburgs Vorzeit. Marburg 1886, S. 84.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 1878
Schlagworte Wolkenbruch; Überschwemmungen
Ortsangaben Lollar
Zeitangabe 30.7.1862
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 30. Juli 1862 ging in der Umgebung ein Wolkenbruch nieder und stellte das Dorf etwa ½ m hoch unter Wasser, so daß das Vieh in die Stuben gerettet werden mußte.“
Bemerkungen Aus der Chronik von H. Schmidt (1866-1960)
Bearbeitungsstand   14.08.2006
Beleg Magistrat der Stadt Lollar (Hrsg.): 750 Jahre Lollar. 1242-1992. Lollar 1992, S. 93.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2255
Schlagworte Wolkenbruch; Unwetter; Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Haina; Stausebach; Wohra
Zeitangabe 13.7.1652
Quellenzeitangabe
Originaltext „In diesem Jahr den 13. Jullium ist eine Wolkenbrust gefallen böber dem Closter Hanaw [Haina] uff der selbige Höhe, eines Teyls diße Seyden, das ander Theil jenseyt, und ist die Wohr so ein großes Waser gewesen, das bey Menschengedenken nicht mehr gewesen ist. Hatt großen Schaden gethan an dem Häw. Hatt etlich hundert Wagen Häw verderbt und hinweg gefuhret, auch sonst großen Schaden an Acker und Wissen gethan. Es hatt mir auch 2 Wagen Häw hinweg gefuhret und hatt mir in der selben Nacht die 2 Fischweyer uberschwembt. Die hatte ich ein Jahr zuvor besetzet mit 2 hundert und 80 Karpen. Seind das meinste Theil mit dem Waser fortgangen.
In diesem Jahr ist alle Frucht ubel geratten, ausgenomen die Haffern, sonst die andern Früchten als Korn, Gersten, Erbis, Wicken und Somerrübsatt seind gar ubel geratten, als in 15 Jahren nicht geschehen.“
Bemerkungen In der Originalchronik S. 101f.
Bearbeitungsstand   15.07.2007
Beleg Wilhelm A. Eckhardt (Hrsg.): Bauernleben im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. Die Stausebacher Chronik des Caspar Preis 1636-1667. Beiträge zur hessischen Geschichte 13. Marburg 1998, S. 75.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2361
Schlagworte Unwetter; Gewitter; Wolkenbruch; Starkregen; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Vieh, ertrunkenes
Ortsangaben Bottenhorn; Wallenfels; Endbach; Schlierbach
Zeitangabe 27.5.1826 - 28.5.1826
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1826 am 27./28. Mai fand hier eine Überschwemmung durch Wolkenbruch statt. Drei Gewitter zogen zusammen. Eines von morgen und (eines) von mittag, das dritte vom Westerwald. Sie entluden sich über der Struth. 3 Uhr sonntags nachmittags. Des anderen Tages geschah dasselbe zur selben Stunde. Die benachbarten Orte Wallenfels, Endbach, Schlierbach wurden davon hart mitgenommen. Die 3 Stege in unserem Ort wurden mit fortgerissen. Feuerleitern mußten gelegt werden. Das ganze Dorf wurde mit Wasser überzogen. Das Vieh(,) das von der Weide heim wollte, wurde an den Freiberg nach Gönnern zu, der hochgelegen (,) getrieben ... Die ganze Nacht wurde es daselbst bewacht. 7 Stück Vieh aber ersoffen".
Bemerkungen Kirchenchronik Bottenhorn
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Karl Heinrich Staus und Hannelore Kautzsch: Bottenhorn 1253-2003. Das Dorf auf dem Dach des Hinterlandes, hrsg. vom Verein zur Förderung gemeinnütziger Aufgaben Bottenhorn e.V., Bottenhorn 2003, S. 68.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2378
Schlagworte Wolkenbruch; Unwetter; Gewitter; Donner; Blitz; Feldfrüchte, Schäden an; Hochwasser; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Personenopfer; Dämme, zerstörte; Vieh, ersoffenes
Ortsangaben Schwalm, Fluss; Reuters; Angersbach; Brauerschwend; Altenburg
Zeitangabe 26.5.1749 - 27.5.1749
Quellenzeitangabe 2. Pfingsttag 1749
Originaltext "Endlich verdient noch angemerkt zu werden, daß im oberen Schwalmtal am 26. Mai, als am anderen Pfingstfeiertag dieses jetzt laufenden 1749. Jahres ein großer Wolkenbruch, der mit Donner und Blitz gemischt gewesen, gefallen. Das Donnerwetter hat nicht allein an vielen Orten, wo der Strich hingegangen, an den Feldfrüchten großen Schaden getan, sondern es hat auch das Gewässer hin und wieder keine geringe Verwüstung angerichtet. Bei Reuters hat die Gewalt des Wassers den Damm eines Teichs zerrissen, worauf der sogenannte Schwalmfluß und andere kleine so hoch angeschwollen, daß sie aus ihren tiefen Ufern getreten sind, und durch den straken Strom an Häusern, Scheuern, Mühlen, Gärten, Äckern und Wiesen großen Schaden verursacht haben, wobei zugleich verschiedene Menschen und Vieh umgekommen sind. Zu Angerbach im Riedeselschen sind durch diese Flut einige Häuser weggespült worden, und man hat 14 derselben gezählt, welche dieses Unglück betroffen. Zu Bauerschwendt hat die Gewalt des Wassers eine Ölmühle nebst zwei Scheuern, und auf der Altenburg zwei Häuser mit sich fortgeführt, und zwar mit solchem Ungestüm, daß die Plätze, wo sie gestanden, nicht mehr kennbar gewesen, zumal da das Wasser große Steine dahingewälzt hatte. An diesem letzten Ort, wo noch ein ander Haus nur zur Hälfte stehen geblieben, ist eine Frau mit ihren zwei Enkeln von der Flut mitgenommen worden. Alle diese drei Personen haben in dieser Wassernot elendiglich umkommen müssen. Es sind noch zwei Schäfer, welche die Schafe schwemmen wollten, ertrunken, und zu Ziegenhain ist ein Kind im Wasser verunglückt. Den Schaden, den dieses außerordentliche Wetter hin und wieder verursacht hat, hat man über 20 000 Taler geschätzt."
Bemerkungen Der Autor zitiert aus
Bearbeitungsstand   04.05.2014
Beleg Julius Paulus: Das Wassernetz im Schwalmtal von Zella bis Treysa, in: ZHG 67 (1956), S. 119-129.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2509
Schlagworte Wolkenbruch
Ortsangaben Knüllgebirge
Zeitangabe 22.6.1668
Quellenzeitangabe
Originaltext „Um den Mittag kamen sie in eine sehr bergichte Gegend, da sich der Himmel auf einmahl überzog, und schier gantz finster ward. Und weil ein schwerer Regen zu besorgen, giengen sie von den Strassen ein wenig Berg an, unter einen schattlichten Buch-Baum in einem Gehöltze. Philipp legte sich auf dessen dicke Zweigen, und entschlieff. Kirchberg aber blieb munter, und eine Stunde hernach erhub sich in der Lufft ein starckes Geprassel, daß der Schlafende darüber erwachte, und ihnen Beyden, als zween jungen Leuten, die zum erstenmahl außflogen, nicht gar wohl zu Muthe war. Bald hernach fiel das Wasser auß der Lufft hernieder, nicht bei Tropffen, sondern als wann man lauter Eymer voll ausstürzete. Es war, welches sie niemals erlebet, ein starcker Wolcken-Bruch, der grosse Steine vom Berge herabrollete, daß die zween räysende Gefährten mit beyden Händen sich an den Baum, darunter sie stunden, halten musten, damit sie von dem herab schiessenden Wasser nicht fort geströhmet würden. Dieser Wasser-Guß währete nur eine halbe Stunde, da kam die Sonne wieder herfür, und die Lufft klärete sich gäntzlich auf.
Damahl ermunterten sich die Erschrockenen, wie auß einem teiffen Schlaff, die sonsten meynten, sie müsten allhier sterben.“
Bemerkungen Aus dem Roman "Der Teutsche Carl" von E. W. Happel. Auf den gregorianischen Kalender umgerechnet.
Bearbeitungsstand   18.03.2008
Beleg Gustav Könnecke (Bearb.): Lebensbeschreibung des Eberhard Werner Happel (1647-1690). Marburg 1908 (Nachdr. 1990), S. 54f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2641
Schlagworte Unwetter; Wolkenbruch
Ortsangaben Heidelbach
Zeitangabe 3.6.1849
Quellenzeitangabe
Originaltext „In den Überlieferungen zur Vergangenheit Heidelbachs haben sich einige Ereignisse besonders festgehalten. Dazu gehört die Naturkatastrophe vom 3. Juni 1849. In der Nordwestecke der Gemarkung war ein heftiger wolkenbruchartiger Regen niedergegangen und füllte im Nu die Täler, durch die das Wasser in das Dorf strömte. Am Reichberg hütete gerade der Schäfer Schmidt seine Herde. Er hatte Mühe, daß seine Schafe nicht von den Wasserfluten fortgerissen wurden. Die Wassermassen schossen mit unglaublicher Geschwindigkeit in das Dorf und überfluteten die niedriggelegenen Straßen und Hofreiten. Das Wasser stieg bis zu 30 cm über den Fußboden. Alles, was nicht fest war, wurde mitgeschwemmt. Dazu gehörten selbst Wagen, Ackergerätschaften, Pflüge, Bau – und große Mengen Brennholz. Die Chronik hat die wunderbare Rettung des Viehs von Jost Schmidt überliefert: „In dem Stalle befand sich eine sehr feste Lage Ziegenmist. Das Wasser hob nun Mist, Ziegen und Schweine bis zur Stalldecke empor, und so blieben die Tiere zum Erstaunen aller erhalten.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.03.2009
Beleg Magistrat der Stadt Alsfeld (Hrsg.): Heidelbach. Bilder und Texte zur Geschichte eines Ortes. Alsfeld 1995, S. 22.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2688
Schlagworte Wolkenbruch; Überschwemmungen
Ortsangaben Münchhausen
Zeitangabe 26.6.1891
Quellenzeitangabe
Originaltext „Der Sommer war kalt und sehr naß. Dazu kam für unsere Gegend noch eine schwere Heimsuchung, indem am 26. Juni ein Wolkenbruch niederging. Des Morgens gegen 11 Uhr am genannten Tage zog ein Gewitter von Südosten kommend gegen den Knoten heran, und die Wolken ergossen ihr Wasser in solcher Menge aus, daß die Felder links und rechts am Odersberger Weg, wo sich Hackfrüchte, Kartoffeln etc. befanden, total überschwemmt und verheert wurden. Der Ulmbach war zu einem Strome angeschwollen.“
Bemerkungen Aus der Münchhäuser Schulchronik.
Bearbeitungsstand   27.03.2009
Beleg Paul Stahl: Unwetter über dem Westerwald. Heimatjahrbuch für das Land an der Dill 33 (1990) S. 104.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   

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