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Eintrag 3016
Schlagworte Regen; Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 1.1.1875 - 10.7.1875
Quellenzeitangabe
Originaltext „Ein außerordentlich gewitterreiches und regnerisches Jahr 1875. Bis gegen den 10. Juli hin hatten wir fast jeden Tag Gewitter und Regen. Mit dem Heumachen ging es deshalb sehr mühsam voran. Am 29. Juni hatten wir im Ort großes Wasser, das in der an der Pfarrfahrt vorbeigehenden Straße und in der Lautersgasse gleich einem Strom dahinbrauste. Es geschah auch großer Schaden durch dieses Gewässer, indem es von manchem Acker die Bauerde (=Mutterboden) wegnahm und andere Äcker wieder mit Schutt und Gestein erfüllte. Im Pitzen und in den Auwiesen richtete es gleichfalls großen Schaden an. Im Pitzen wurde nämlich das noch auf den Wiesen befindliche Heu weggeschwemmt und verderbt und das bei der Brücke aus dem Bache tretende Wasser bedeckte verschiedene Auwiesen, wo das Gras noch stand, mit Schlamm. Dem Pfarrer erwuchs dadurch ein Schaden von 40 bis 50 Taler, indem nicht bloß das Gras auf der Langenwiese durch den Schlamm fast wertlos wurde, sondern auch die große Auwiese an der Ecke durch das den Bachdamm zerreissende Wasser sehr litt. Die Ernte war übrigens reichlich, auch Obst gab es genug, namentlich Zwetschen. Der Winter war ziemlich schneereich.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 175.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3017
Schlagworte Hochwasser; Sturm; Unwetter
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 16.2.1876 - 12.3.1876
Quellenzeitangabe
Originaltext „Auf das Feuer folgte am 16. Februar 1876 ein großes Gewässer. Die Lahn verwandelte sich in einen großen See und trat bis an den Rain bei der großen Pfarrwiese über die Ufer. Und nun erhob sich am 12. März von abends 7 Uhr bis 11 Uhr nachts ein solch entsetzlicher Sturm, daß man hätte denken sollen, das Ende der Welt sei herbeigekommen. Es war ein unaufhörliches Heulen und Braussen in der Luft. Dabei durchzuckten Blitze die Luft. Manchmal schien es, als hole der Sturm gleichsam Odem, dann aber gab es eine neue gewaltigere Kraftentwicklung. Der Sturm schien dann neu mit Riesengewalt die Häuser zu erfassen, so daß sie ordentlich bebten. Trotzdem erlitten wir hier bei der so geschützten Lage des Dorfes im Dorf selbst nur ganz unbedeutenden Schaden. Es stürzten selbst nur einzelne wenige Schornsteine herab, dagegen fiel ein mächtiger Birnbaum auf das Strohdach eines Hauses, so daß der Schornstein in die Küche herabstürzte und die Äste zur Stube hereindrangen. Glücklicherweise wurde aber niemand beschädigt.
Schrecklichen Schaden hatte aber der Sturm in unseren Waldungen und auch in den Wäldern von Naunheim angerichtet. Da der Boden durch den vorgängigen starken Regen so weich geworden war, daß namentlich Tannen und Fichten massenhaft umgefegt wurden. Auch wurden in unserem Wald viele alte Eichen umgefegt, man sagt etliche Hundert an der Zahl! Der Schaden, der den Sturm in den Waldgirmeser Wäldern angerichtet, wird auf 3000 Festmeter taxiert, und soll sich der Schaden in den Naunheimer Wäldern eher höher wie niedriger belaufen.

Am Rhein und im Württembergischen sind auch während des Sturms deutlich Erdstöße verspürt worden, und auch bei uns scheinen dergleichen mit dem Sturm verbunden gewesen zu sein. Der Sturm erstreckte sich über Süd- nach Nordwest-Deutschland. Je weiter nach Osten, so schwächer waren seine Wirkungen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 175f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3018
Schlagworte Schnee
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 24.12.1878
Quellenzeitangabe
Originaltext „Kurz vor Weihnachten viel Schnee und zwar ziemlich hoch. Der Schuchmacher Johannes Burzel, der seinem Sohn in Bockenheim, der beim Militär dort dient, besucht, verirrt sich bei dem bösen Wetter und wird am 24.12. vormittags in der Nähe der Brücke an der Naunheimer Grenze tot aufgefunden.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 176f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3019
Schlagworte Kälte; Frost; Tauwetter
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 14.12.1879 - 31.12.1880
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 14. November war der erste unbedeutende bald wieder weggehende Schneefall. Anfangs Dezember war rauhe kalte Witterung. Am 10. Dezember, wo ich in Gießen war, war vormittags 23 Grad Kälte, am 12. wieder 0 Grad, am 13. morgens, 12 Grad minus.

Vom 13. Dezember an scharfe Kälte, viele Vögel gehen zu Grunde. Montag, den 29. Dezember, früh fing es an zu tauen, und am 30. war Tauwetter mit starkem Wind. Um ½ 9 Uhr abends 1 Grad Wärme. Der Schnee verschwindet zusehends.

Der Winter 1879/1880 war ein außerordentlich strenger. Im Dezember war in Gießen 25 Grad Kälte, im Januar 21 Grad Kälte (Reaumur). Es sind eine Unmasse von Bäumen erfroren, namentlich Zwetschen und Apfelbäume. Obst gibt es nur ganz wenig. Sonst sind die Ernteaussichten die allerschönsten."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 177.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3021
Schlagworte strenger Frost
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 1.1880
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Januar 1880 war wieder sehr bittere Kälte, welche die noch übrigen Bäume, namentlich Zwetschen und auch Apfelbäume, schwer beschädigte und zum Absterben brachte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 178.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3022
Schlagworte Regen; Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 25.12.1880 - 31.12.1880
Quellenzeitangabe
Originaltext „Es war eine reiche Ernte dieses Jahr 1880 in allem, bloß nicht im Obst. Doch gab es auch dieses da und dort reichlich. Kurz nach Weihnachten trat lang anhaltendes Regenwetter ein, daß die Lahn übertrat und namentlich Wetzlar großes Wasser in der Langgasse bekam und auch bei uns in vielen Kellern es viel Wasser gab.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 178.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3023
Schlagworte milder Winter; strenger Frost
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 1.1.1881 - 26.1.1881
Quellenzeitangabe
Originaltext „Bis etliche Tage nach Neujahr 1881 war es gelindes Wetter. In der zweiten Woche des Januar begann aber scharfe bittere Kälte bis zu 20 und 21 Grad und dauerte fort bis am 26. Januar, wo es gelinder wurde.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 178.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3024
Schlagworte Schnee
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes; Naunheim
Zeitangabe 3.1889
Quellenzeitangabe
Originaltext „Der Winter von 1888 nach 1889 war ungewöhnlich streng und lang. Im März fiel so tiefer Schnee, daß der Verkehr nach den Nachbarorten sehr gehemmt war und ich an einem Sonntag nur mit Mühe nach Naunheim gelangen konnte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 178.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3025
Schlagworte Spätfrost
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 31.5.1890 - 1.6.1890
Quellenzeitangabe
Originaltext „Acht Tage nach Pfingsten, in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni, war eine solche Kälte eingetreten, daß die Kartoffeln und Bohnen erfroren und das damals in der Blüte stehende Korn sehr gelitten hat.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 178.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3027
Schlagworte Kälte; Schnee
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 1.1.1891 - 1.5.1891
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die Ernteaussichten am Anfang dieses Jahres waren sehr gering. Vorherrschend rauhe Witterung bis in den März. An Ostern fiel tiefer Schnee, ja am 1. Pfingstfeiertag, 1. Mai, waren die umliegenden Berge mit Schnee bezogen. Doch hat die allmächtige Güte Gottes die Verzagtheit der Menschen zu Schande gemacht und eine befriedigende Ernte beschert; namentlich die Sommerfrüchte fielen reichlich aus, und Futter gab es in großen Mengen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 179.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3028
Schlagworte Trockenheit
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 1893
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die Witterung zu Anfang dieses Jahres, bis in den Sommer, war so ungewöhnlich, wie sich einer ähnlichen die ältesten Leute nicht zu erinnern wussten. Eine solche Trockenheit herrschte, daß eine große Futternot entstand und viele Landleute genötigt waren, ihr Vieh zu verkaufen. Der Preis des Rindviehs sank auf einen ganz geringen Wert herab. Es wurden wöchtentlich 3 bis 4 Tiere in dem hiesigen Ort geschlachtet und das Pfund Fleisch zu 35 Pfennig verkauft. Die Trockenheit erstreckte sich fast auf ganz Deutschland, weiter auf Frankreich und England. Die Heuernte fiel sehr gering aus und die Staatsbehörde trat helfend ein, um den Bestand des Viehes so viel wie möglich zu erhalten.

Es wurden große Mengen Heu aus ... Rußland und Ungarn eingeführt und Futtermittel beigeschafft, wozu auch der Kreistag in Biedenkopf eine Beihilfe von 50000 Mark bewilligte. Mit Johanni trat endlich eine Änderung der Witterung ein. Es fiel reichlich Regen, so daß Aussicht auf eine gute Grummeternte ist und die Kartoffeln, die hier anfingen zu verdorren, noch erhalten bleiben. Es waren auf vielen Äckern die gesetzten Kartoffeln nur spärlich aufgegangen, der Klee verdorrte und lieferte fast keine Ernte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 180.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3029
Schlagworte Wolkenbruch; Unwetter; Überschwemmung
Ortsangaben Atzbach; Dorlar; Waldgirmes
Zeitangabe 20.5.1897
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 20. Mai ging ein Wolkenbruch in der Nähe der Haustädter Mühle nieder, welcher an manchen Äckern großen Schaden anrichtete. Die Dorfstraßen waren etwa ½ Meter überschwemmt. Schlammige Fluten wälzten sich durch die Ober-, Unter- und Lautersgasse, welche Fässer, Bütten, Eggen, Pflüge, Holz, Hühner, Gänse und viel anderes bewegliche Gut mit sich fort führten.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2009
Beleg Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal (Hrsg.): Lahnau. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte. Atzbach, Dorlar, Waldgirmes. Lahnau 2000, S. 181.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   

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